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Langzeitstudie: Tee- und Kaffeetrinker werden seltener herzkrank

Kaffee ist schlecht für die Pumpe? Von wegen. Der Koffein-Muntermacher senkt das Risiko von Herzerkrankungen, das zeigt eine Langzeitstudie mit fast 40.000 Teilnehmern. Noch gesünder sind Teetrinker - doch das liegt nicht direkt am Getränk ihrer Wahl.

Zwei Espressi in zwei Tassen: Gesünder leben mit Kaffee und Tee Zur Großansicht
REUTERS

Zwei Espressi in zwei Tassen: Gesünder leben mit Kaffee und Tee

Utrecht - Menschen, die regelmäßig Tee oder Kaffee trinken, werden seltener herzkrank. Der moderate Genuss beider Getränke senke offenbar das Risiko von Herzerkrankungen, berichten Forscher im Fachblatt "Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology".

Die Experten sammelten 13 Jahre lang Auskünfte von 37.514 Niederländern im Alter zwischen 20 bis 69 Jahren zu deren Kaffee- und Teeverbrauch und verglichen die Angaben mit Fällen von Herzerkrankungen und Tod in diesem Personenkreis. Während der Untersuchung starben 1387 Teilnehmer an Herzkrankheiten.

Je nach Konsum wurden die Probanden in sechs Gruppen aufgeteilt, angefangen bei weniger als einer Tasse bis zu über sechs Tassen pro Tag. Berücksichtigt wurden für die Analyse mehr als 20 Gesundheitskriterien.

Drei bis sechs Tassen Tee pro Tag könnten die Gefahr, an einem Herzleiden zu sterben, um bis zu 45 Prozent verringern, schreiben die Wissenschaftler. Bei mehr als sechs Tassen Tee sei das Risiko für Herzkrankheiten um 36 Prozent geringer als bei Menschen, die weniger als eine Tasse pro Tag trinken. Auch zwei bis vier Tassen Kaffee am Tag mindern das Risiko von Herzerkrankungen um 20 Prozent, berichten die Forscher. Allerdings verliert Kaffee auf Dauer seine Muntermacher-Wirkung, wie eine Studie kürzlich zeigte.

Gebremste Alterung

Drei Viertel der Teekonsumenten in der Studie bevorzugten Schwarztee. Den Ergebnissen zufolge kann Tee hemmungslos genossen werden. Auch Kaffeekonsum senke das Risiko für Herzkrankheiten. Allerdings werden Leute, die mehr als vier Tassen Kaffee trinken, im Vergleich zu Teetrinkern häufiger krank. Die Wissenschaftler erklären das aber nicht mit den Inhaltsstoffen des Kaffees, sondern mit den Lebensgewohnheiten der Konsumenten: Die Studie zeigt, dass Kaffeetrinker weniger auf ihre Gesundheit achten.

Dass der Gesundheitszustand von Teetrinkern besser ist, liege an den sonstigen Gewohnheiten von Kaffeetrinkern: Sie rauchten oft und ernährten sich weniger gesund, schreiben die Forscher um Yvonne van der Schouw vom University Medical Center Utrecht. Bei den Personen mit einem hohen Kaffeekonsum war zudem das Bildungsniveau niedriger, es gab mehr Diabetes-Patienten, der Hüftumfang war größer und der Cholesterinspiegel höher.

Die Ergebnisse belegten, dass Kaffee- und Teetrinken positiv auf die Gesundheit wirkten, resümiert die Leiterin der Studie, Yvonne van der Schouw. Den positive Effekt der Getränke führen die Wissenschaftler auf die darin enthaltenen Oxidations-Hemmer zurück: Antioxidantien fangen freie Radikale ab, also kurzlebige Molekülfragmente im Körper, die als Ursache des Alterungsprozesses gelten.

boj/dpa/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 32 Beiträge
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1. .
deb2006, 19.06.2010
Zitat von sysopKaffee ist schlecht für die Pumpe? Von wegen. Der Koffein-Muntermacher senkt das Risiko von Herzerkrankungen, das zeigt eine Langzeitstudie mit fast 40.000 Teilnehmern. Noch gesünder sind Teetrinker - doch das liegt nicht direkt am Getränk ihrer Wahl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,701681,00.html
Ich liebe diese Studien. Wann kommt wohl die Gegenstudie? Wobei das jetzt schon bemerkenswert ist. Ich stelle mir gerade vor, wie die Hausärzte ihren Herzkranken jetzt jeden Tag einen Liter Espresso verordnen ;)
2. Schlagzeilen
Johannes Peters 19.06.2010
Zitat von deb2006Ich liebe diese Studien. Wann kommt wohl die Gegenstudie? Wobei das jetzt schon bemerkenswert ist. Ich stelle mir gerade vor, wie die Hausärzte ihren Herzkranken jetzt jeden Tag einen Liter Espresso verordnen ;)
Die Gegenstudien gibt es schon längst. Genau wie die Gegenstudien zu den Studien, die für die Vorteile oder die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Alkohol, Tabak und Fett. Man beachte aber das Adjektiv "moderat". Moderat ist ja eigentlich immer gut... SPON macht dann aber eine Schlagzeile daraus, die reisserisch ist. Bald, schon sehr bald, wird man zwischen BILD und SPON keine Unterschiede mehr wahrnehmen können.
3. Kaffeesatzleserei
Bala Clava 19.06.2010
Es gibt in der Wissenschaft und alles, was sich dafür hält, nur eine unumstößliche Regel: *Die Erkenntnisse von heute sind die Irrtümer von morgen. * Gerade beim Kaffee ("herzschädigend", "entwässernd", "aufputschend", "schlafraubend") könnte man auch sagen: Die Weisheiten von gestern sind die Irrtümer von heute.
4. Ähnliches länger bekannt...
der_durden 19.06.2010
Zitat von deb2006Ich liebe diese Studien. Wann kommt wohl die Gegenstudie? Wobei das jetzt schon bemerkenswert ist. Ich stelle mir gerade vor, wie die Hausärzte ihren Herzkranken jetzt jeden Tag einen Liter Espresso verordnen ;)
Dass Kaffee sich positiv auswirkt, diese Tendenz ist schon länger bekannt. Auch das Brustkrebsrisiko scheint reduziert. Zudem scheinen Inhaltsstoffe von Kaffee und Tee sogenannte freie Radikale einzufangen. Auswirkungen auf den Blutdruck hat Kaffee auch nur dann, wenn man ihn nicht gewohnt ist. Das Gerücht, dass Kaffee austrocknet ist wieder nichts anderes als "kalter Kaffee". Ganz im Gegenteil, trägt das Getränk selbstverständlich zum Flüssigkeitshaushalt bei.
5. Verdummung?
Politikanalysator 19.06.2010
Ich zitiere: ---Zitat--- Allerdings werden Leute, die mehr als vier Tassen Kaffee trinken, im Vergleich zu Teetrinkern häufiger krank. Die Wissenschaftler erklären das aber nicht mit den Inhaltsstoffen des Kaffees, sondern mit den Lebensgewohnheiten der Konsumenten: Die Studie zeigt, dass Kaffeetrinker weniger auf ihre Gesundheit achten. Dass der Gesundheitszustand von Teetrinkern besser ist, liege an den sonstigen Gewohnheiten von Kaffeetrinkern: Sie rauchten oft und ernährten sich weniger gesund, schreiben die Forscher um Yvonne van der Schouw vom University Medical Center Utrecht. Bei den Personen mit einem hohen Kaffeekonsum war zudem das Bildungsniveau niedriger, es gab mehr Diabetes-Patienten, der Hüftumfang war größer und der Cholesterinspiegel höher. ---Zitatende--- Warum sind für die geringere Zahl an Herzerkrankungen die Wirkstoffe des Kaffees verantwortlich, während für Diabetes und erhöhten Cholesterinspiegel die Lebensgewohnheiten der Kaffeetrinker schuld sein sollen? Wer ist denn der Finanzier der Studie?
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