Langzeitstudie Übermäßiges Fernsehen macht aggressiv

Wer als Jugendlicher viel Zeit vor der Glotze verbringt, wird später leichter zum Wüterich: Einer neuen Studie zufolge fördert exzessives Fernsehen den Hang zur Gewalttätigkeit.


Jugendlicher vorm Fernseher
Science

Jugendlicher vorm Fernseher

Zu viel Fernsehen macht offenbar doch aggressiv. Zu diesem Schluss kommt die weltweit erste Langzeitstudie über die Folgen übermäßigen TV-Konsums. Eine Forschergruppe um den New Yorker Psychologen Jeffrey Johnson hat 707 Kinder über 25 Jahre hinweg verfolgt.

Im Wissenschaftsmagazin "Science" ist jetzt das Ergebnis veröffentlicht: Junge Erwachsene, die zu Gewaltausbrüchen neigen, haben mehr ferngesehen als ihre friedfertigen Altersgenossen. Ein knappes Viertel der Männer, die als 14-Jährige täglich ein bis drei Stunden vorm Fernseher verbracht hatten, wurde später gewalttätig.

In der Kontrollgruppe (weniger als eine Stunde) waren es nur fünf Prozent. Bei Frauen tritt der Zusammenhang erst in höherem Alter auf ­ weil 14-jährige Mädchen sich noch kaum brutale Sendungen ansehen, vermuten die Forscher.

Bislang war heftig umstritten, ob exzessives Glotzen an sich schon die Gewaltbereitschaft erhöht. Denn wer viel fernsieht, wächst häufig auch bei nachlässigen Eltern oder in schlechten Wohnvierteln auf. Die Autoren der neuen Studie versichern jedoch, sie hätten solche Faktoren sorgfältig ausgesondert.



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