US-Rüstungsprojekt Hyperschall-Drohne soll 2000 Meter pro Sekunde fliegen

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin will ein unbemanntes Militärflugzeug bauen, das ganz von alleine auf sechsfache Schallgeschwindigkeit beschleunigen kann. Ein technologischer Durchbruch soll die SR-72 möglich machen.

REUTERS/ Lockheed Martin

Das legendäre Spionageflugzeug SR-71, besser bekannt unter dem Namen Blackbird, soll einen Nachfolger bekommen: Lockheed Martin arbeitet an einem unbemannten Flugzeug, das mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit sogar doppelt so schnell sein soll - und dieses Tempo ohne fremde Hilfe mit seinen beiden Triebwerken erreichen kann.

Möglich machen soll das ein technischer Durchbruch, berichtet das Fachmagazin "Aviation Week". Denn herkömmliche Triebwerke mit Schaufelrädern können ein Flugzeug nur auf Mach 2,5 beschleunigen. Die sogenannten Scramjet-Triebwerke aber, die Flugzeuge schon auf mehr als zehnfache Schallgeschwindigkeit katapultiert haben, funktionieren erst zwischen Mach 3 und 3,5. Dabei nutzen sie den Effekt, dass die Luft bei hohem Tempo mit enormen Druck in den Einlass gepresst wird.

Die Kombination beider Antriebstypen in einem Triebwerk ist eine Herausforderung, die Lockheed Martin zusammen mit dem Antriebshersteller Rocketdyne nach sieben Jahren Forschungsarbeit gelöst haben will. Details wollen die Firmen vorerst nicht verraten, geben sich aber zuversichtlich: Ein erster Prototyp könnte 2018 fertig sein, eine kleine Testversion mit einem Triebwerk 2023 abheben.

Mehr Tempo mit Scramjet-Antrieb

Dazu müsste allerdings die Air Force in das Projekt einsteigen und bei der Finanzierung helfen. Eine richtige SR-72 mit zwei Triebwerken könnte dann 2030 fliegen, glaubt der zuständige Manager von Lockheed Martin. Die Bemühungen der Forschungsabteilung des Pentagons, der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), ein solches Kombi-Triebwerk zu entwickeln, sind offenbar noch weit von einem ähnlichen Durchbruch entfernt.

Im vergangenen Jahr testete die Darpa das zusammen mit Boeing entwickelte Hyperschallgefährt X-51A. Das Flugzeug musste dazu jedoch erst von einem B-52-Bomber in die Luft gebracht werden - um dann in 15 Kilometern Höhe zunächst mit einem Raketentriebwerk zu beschleunigen. Erst bei viereinhalbfacher Schallgeschwindigkeit übernahm der Scramjet-Antrieb und erhöhte das Tempo weiter.

Auch die Alternative, an der das US-Militär arbeitet, muss zunächst mit einer Rakete in den erdnahen Weltraum gebracht werden: Den Hyperschallgleiter bringt eine Rakete in den erdnahen Weltraum, dann stürzt das Flugobjekt seinem Ziel entgegen.

"Blackbird"-Nachfolger gesucht

Im Gegensatz dazu soll die SR-72 eigenständig vom Boden starten und beschleunigen können. Völlig neu entwickelt werden müsste das Triebwerk wohl auch nicht: Die Rüstungskonzerne wollen herkömmliche Modelle, wie sie bei diversen Kampfjets zum Einsatz kommen, für den Hyperschalleinsatz modifizieren.

Schon beim Blackbird SR-71 hatten die Ingenieure beide Antriebstypen kombiniert und mit der damaligen Technik eine Geschwindigkeit von Mach 3,2 erreichen können. Doch der extrem teure Hyperschalljet, von dem es insgesamt 32 gab, wurde 1998 außer Dienst gestellt. Seit mehreren Jahren sucht das Pentagon nun schon einen Nachfolger.

Denn bis ein Spionagesatellit eine Position in der Erdumlaufbahn erreicht hat, von dem er sein Ziel ausforschen kann, können viele Stunden vergehen. Ein Jet mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit könnte hingegen deutlich schneller am Einsatzort eintreffen. Dabei denkt das Pentagon nicht mehr nur an Aufklärung: Auf Besatzung soll der Hyperschalljet künftig verzichten, dafür aber bei Bedarf mit Waffen ausgestattet werden können.

ore

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insgesamt 265 Beiträge
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tannenzapfen 02.11.2013
1.
ein TECHNISCHER Durchbruch. Technologie, was soll das sein? das wort heißt Technik
yael.schlichting 02.11.2013
2. Ähmmm, da gibt's noch mehr Probleme
So ein Flugzeug muß eine enorme Hitzeentwicklung überstehen. Die Reibungshitze, die bei sechsfacher Schallgeschwindigkeit entsteht dürfte nicht gerade unerheblich sein. Und so würde der neue Flitzer wohl nur in besonderen Momenten auf seine Endgeschwindigkeit beschleunigt.
rolandjulius 02.11.2013
3. Unbemannte Flugzeuge...
Nennt man heutzutage Drohne. So ein schneller Vogel kann von einem beliebigen Startplatz in nur vier Stunden. jegliches Ziel auf unserem Globus erreichen. Sie soll ja auch bewaffnet werden. Wehe dem wer nicht nach der US Pfeife tanzt, den trifft dann eben ein Blitz made in USA
Walther Kempinski 02.11.2013
4. froh
Ich bin froh, dass die USA so ein Flugzeug entwickeln und nicht China oder Russland.
Teddi 02.11.2013
5. Und das ist genau der gute Grund
warum man lieber ein freundschafliches Verhältnis mit einer Nation hat, die über derartige Technologie verfügt, als dass man sie beschimpft und verdächtigt. Das hat nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, sondern mit klugen Entscheidungen. Es ist ja in der Welt immer noch so wie es vorzeiten war: Wer den dicksten Knüppel bei der Tür stehen hat, ist auch am besten gegen Angriffe von außen gefeit. Erstaunliche Technologie und ein bewunderndes: "What will they think of next?"
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