Luftkrieg Die Bombentypen der Alliierten

Zur Zerstörung deutscher Städte mit gewaltigen Feuersbrünsten benutzten die Alliierten im Zweiten Weltkrieg eine Reihe unterschiedlicher Bomben. Luftminen ebneten ganze Häuserblocks ein, Brandbomben bereiteten danach tausenden Menschen einen qualvollen Tod.


Amerikanische B-17-Bomber im Einsatz über Deutschland: Kombination aus mehreren Bombentypen löste Feuersturm aus
AP

Amerikanische B-17-Bomber im Einsatz über Deutschland: Kombination aus mehreren Bombentypen löste Feuersturm aus

Den Beginn des alliierten Zerstörungswerks in deutschen Städten machten große Sprengbomben. Die Luftminen waren besonders wuchtige Exemplare, die im Unterschied zu vielen anderen Sprengbomben keine großen Krater rissen, sondern mit ihren Druckwellen Brandschutzmauern, Häuserwände, Dächer und Fenster wegsprengten. Im Umkreis von bis zu 100 Metern zerstörten die Bomben, die deshalb auch "Blockbuster" ("Wohnblock-Knacker") genannt wurden, alle Häuser. Wegen ihres Aussehens wurden die bis zu 5,5 Tonnen schweren Bomben auch "Badeöfen" genannt.

Nachdem die Blockbuster für Zugluft in den betroffenen Stadtgebieten gesorgt hatte, warfen die alliierten Bomberbesatzungen viele tausend Brandbomben ab, allein auf Dresden rund 700.000. Bei den meisten handelte es sich um Stabbrandbomben. Die etwa einen halben Meter langen, meist sechseckigen Metallkörper bestanden aus einem Elektronmantel mit einer Thermitfüllung und wogen pro Stück nur 1,7 Kilogramm. Thermit ist ein Pulver aus Aluminium und Eisenoxid, Elektron eine Legierung aus 90 Prozent Magnesium sowie Aluminium, Mangan, Kupfer und Zink. Diese Stabbrandbomben brannten mehrere Minuten lang unter Temperaturen von bis zu 2500 Grad.

Berüchtigt waren vor allem die so genannten Phosphorbomben. Bis heute hält sich die Legende, die Alliierten hätten flüssigen Phosphor über den deutschen Städten herabregnen lassen. Tatsächlich aber handelte es sich um dünnwandige Kanister, die teilweise Phosphor als Zünder und ansonsten ein gelartiges Gemisch aus brennbaren Flüssigkeiten wie Kautschuk und Kunstharzen enthielten.

Diese Flüssigkeits-Brandbomben waren tückische Waffen: Das zähe Gel entwickelte beim Verbrennen starken Rauch und giftige Dämpfe, blieb praktisch überall kleben und war kaum zu löschen. Gelang dies in seltenen Fällen dennoch, sorgte der Phosphor dafür, dass sich das Gemisch beim Kontakt mit Luft erneut entzündete. So erklären sich auch Berichte von Zeitzeugen, denen zufolge Menschen brennend ins Wasser sprangen und nach dem Auftauchen sofort wieder Feuer fingen.

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