Smog in China Peking will Feinstaubbelastung nur wenig senken

Die gefährlich hohen Smogwerte in Peking gehören auch 2017 zur Tagesordnung. Die Regierung will doppelt so viel Feinstaub in der Luft akzeptieren wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen.

Dichter Smog im chinesischen Weifang
DPA

Dichter Smog im chinesischen Weifang


Pekings Luftqualität wird sich auch in Zukunft nicht so stark verbessern, wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Das am Samstag von Pekings Bürgermeister Cai Qi vorgestellte Ziel für die Feinstaubbelastung sieht lediglich eine Senkung auf durchschnittlich 60 Mikrogramm pro Kubikmeter vor. Die WHO bezeichnet Werte bis zu 25 Mikrogramm pro Kubikmeter als akzeptabel.

"Wir werden hart daran arbeiten, PM 2,5 bei einem jährlichen Durchschnitt von rund 60 Mikrogramm pro Kubikmeter zu halten", sagte Cai Qi. Mit PM 2,5 wird Feinstaub bezeichnet, der zur Hälfte nur 2,5 Mikrogramm pro Kubikmeter groß ist. Diese Partikel sind so klein, dass sie tief in die Atemwege und andere Organe vordringen und sich dort ablagern können. Die Folgen sind etwa Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenkrebs.

Peking, aber auch viele andere Städte Nordchinas, kämpfen immer wieder mit gefährlichen Feinstaubwerten von teils über 250 Mikrogramm pro Kubikmeter. Wegen der extremen Luftverschmutzung musste Peking wiederholt Fahrverbote und Schulschließungen anordnen. Zuletzt im Dezember wurde die höchste Smog-Alarmstufe Rot ausgerufen.

In den Provinzen Hebei und Henan lagen die Feinstaub-Messwerte im Dezember vielerorts bei über 500 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Eine Messstation in Shijiazhuang, der Provinzhauptstadt von Hebei, zeigte laut der Nachrichtenagentur Xinhua sogar einen Messwert von 1000 an.

Die Regierung betont nun, die Zielwerte von 2016 seien noch unterboten worden: Entgegen der angestrebten 76,6 Mikrogramm pro Kubikmeter seien es durchschnittlich nur 73 gewesen. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert, dass dieser Trend vor allem in der Region rund um Peking schon wieder zum Erliegen gekommen sei. Viele Fabriken rund um die Stadt blasen demnach trotz strenger Auflagen und Verbote noch immer dreckige Abgase in den Himmel.

Nach jüngsten Schätzungen der Energieagentur IEA sterben pro Jahr mehr als sechs Millionen Menschen weltweit an den Folgen von Abgasen. In Deutschland werden die von der WHO empfohlenen Grenzwerte sehr selten erreicht.

hei/Reuters

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