Ausgrabungen in Luxor Grabkammer eines Goldschmieds entdeckt

Eine Statue zeigt den Begrabenen und seine Frau: In der Pharaonenstadt Luxor haben ägyptische Archäologen die Grabkammer eines Goldschmieds entdeckt. Ägyptens Regierung erhofft sich Impulse für den Tourismus.

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Ägyptische Archäologen haben nach Behördenangaben im oberägyptischen Luxor die wertvolle Grabkammer eines Goldschmieds freigelegt. In dem Raum sei neben Sarkophagen, Mumien, Schmuck und Holzmasken auch eine Statue gefunden worden, die den Goldschmied und seine Frau darstellen soll, teilte das Antikenministerium am Samstag mit. Die Kammer soll demnach mehr als 3500 Jahre alt sein und aus der 18. Dynastie des Alten Ägypten stammen.

Der Goldschmied nannte sich Amenemhat und widmete seine Arbeit dem Gott Amun. Eine Passage in dem Grab führt in eine Kammer, in der mehrere Mumien, Statuen und Masken gefunden wurden. Die ersten Untersuchungen der aufgefundenen Frauenmumie ergaben, dass sie mit etwa 50 Jahren starb. Sie litt an einer bakteriellen Knochenerkrankung.

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Grabkammer in Luxor: Goldschmieds letzte Ruhestätte

Das Grab ist die neueste einer Reihe von archäologischen Entdeckungen in Ägypten in diesem Jahr. Im April waren acht Mumien in einer weiteren Grabkammer in der Pharaonenstadt Luxor entdeckt worden. Im Vormonat fanden Archäologen eine riesige Statue im Boden eines Armenviertels in Kairo. Die ägyptische Regierung verspricht sich von den Entdeckungen Impulse für den wackeligen Tourismus im Land.

"Wir möchten, dass die Zeitungen von morgen über Ägypten schreiben und die Leute Lust bekommen, nach Ägypten zu reisen", sagte Altertümerminister Chaled al-Anani vor Reportern. Er räumte ein, dass das Grab in keinem guten Zustand sei. Die Arbeiten daran seien aber noch nicht beendet: "Wir hoffen, weitere Objekte und Gräber zu entdecken."

Der Chef-Archäologe Luxors, Mustafa Waziri, erklärte den Fund als Zeichen für die steigende Professionalität der ägyptischen Archäologen. "Früher haben wir ausländische Forscher als Beobachter eskortiert", sagte er. "Heute führen wir selbst die Ausgrabungen."

feb/dpa/AP/AFP/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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Augustusrex 09.09.2017
1. Attraktionen
Das ganze Land ist so voller Attraktionen, dass diese paar Gräber sicher nicht viel dazu beitragen. Ich denke, es liegt nicht an mangelnden attraktiven Orten/Gegenständen/Bauten usw., dass der Tourismus schwächelt, sondern an anderen, eher gesellschaftlich determinierten Umständen.
DerNachfrager 09.09.2017
2. Bitte etwas sorgfältiger recherchieren.
Wetten dass das Grab sich NICHT in dem Ort befindet der heute "Luxor" heißt sondern auf der anderen Nilseite ? In West-Theben ? Wenn auch nur einige Kilometer entfernt ist das kulturell doch ungefähr so wie damals West- und Ostberlin. Oder wie "STERN berichtet über einen Grabfund..."
denkmal! 09.09.2017
3. Und der Schmuck...?
Schöne Fotos! Warum sieht man denn keinen SCHMUCK dieses Goldschmiedes...? Fragt sich ein Goldschmied...
imo27 09.09.2017
4.
Eine unglaublich großartige Kultur vor tausenden von Jahren. Man kann nur hoffen, dass sie nicht in die Hände von kranken Islamisten fällt, sondern die Situation sich stabilisiert, damit hunderttausende Menschen aus aller Welt dies fasziniert bestaunen dürfen.
charietto 09.09.2017
5. Frage
"Der Goldschmied nannte sich Amenemhat" Wie ist das gemeint? Bedeutet das, dass er eigentlich einen anderen Namen hatte?
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