Luxor Archäologen entdecken Nilometer

Überraschung an der Sphinx-Allee: In Luxor haben Archäologen eine Kirche und ein Nilometer ausgegraben. Die Kirche wurde von Christen gebaut, sie nutzten Bauteile der Pharaonen. Das Nilometer registrierte den Nil-Pegel - das damals alles entscheidende Maß.

DPA

Kairo - In Luxor haben Archäologen ein Nilometer und eine Kirche aus dem 5. Jahrhundert ausgegraben. Für den Bau der Kirche hätten koptische Christen damals dekorierte, mit Inschriften versehene Steinquader benutzt, erklärte die ägyptische Altertümerverwaltung. Das Material stamme aus der Zeit der Pharaonen und aus der römisch-griechischen Epoche. Unter anderem habe man Bauteile gefunden, die ursprünglich aus einem ptolemäischen Tempel stammten. Außerdem sei auf einem Steinblock der Name eines lokalen Verwalters vermerkt gewesen, der um 600 vor Christus in Luxor gelebt hatte.

Das Nilometer hat nach Angaben der Forscher einen Durchmesser von sieben Metern; eine Spiraltreppe führt in das Gerät hinab. Im alten Ägypten wurde damit der Pegelstand des Nils gemessen. Dazu wurden Treppen oder Schächte über Kanäle mit dem Nil verbunden. Der Pegel des Fluss bestimmte einst den Lebensrhythmus Ägyptens: Von ihm hing ab, wie viel Land bewässert und für die Landwirtschaft genutzt werden konnte. Auch die Berechnung der Steuern basierte letztlich auf dem Wasserstand.

Die neuen Funde kamen zutage, während Archäologen die Sphinx-Allee in Luxor wiederherstellen. Die 2,7 Kilometer lange Allee verband einst den Karnak-Tempel mit dem Luxor-Tempel. Die Restaurierungsarbeiten der traditionsreichen Straße dauern bereits mehr als drei Jahren. Etwa die Hälfte der Sphinx-Statuen, die diese unter Pharao Amenhotep III. (ca. 1379- 1340 v. Chr.) erbaute Prachtstraße einst säumten, existiert noch. Dort wo Figuren fehlen, sollen Lücken bleiben. Repliken wollen die Ägypter nicht aufstellen.

Erst im Februar hatten Archäologen in Luxor den Kopf einer Riesenstatue von Amenhotep III. entdeckt. Die Forscher fanden ihn dort, wo einst der Totentempel des Herrschers stand.

boj/dpa



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