Ein Mann und viele Frauen - diesem in der Natur nicht seltenen Muster folgten wohl auch manche unserer Vorfahren. Das schließen Forscher um Charles Lockwood vom University College in London aus der Untersuchung von Fossilien der Art Paranthropus robustus. Die ausgewachsenen Männchen dieser Vorfahren des modernen Menschen scharten wahrscheinlich Weibchen in einem Harem um sich - ganz ähnlich wie heutige Gorillas, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science".

Paranthropus robustus: Schädel eines Weibchens, eines jungen Männchens sowie zweier erwachsener Männchen (von links nach rechts)

Unterkiefer eines Weibchens (links), jungen Männchens (Mitte), und eines erwachsenen Männchens (rechts): Das junge Männchen hat schon Weisheitszähne, aber die Männchen wuchsen danach noch weiter, wie man an dem größeren Kiefer und der starken Zahnabnutzung erkennen kann
Die Isolation von der Gruppe bedeutete für die Männchen allerdings ein höheres Risiko, von Raubtieren wie Leoparden und Hyänen gerissen zu werden. In dieses Bild der Forscher passt, dass die fossilen Knochen der Vormenschen viele Kratzspuren zeigen. Weitere Untersuchungen sollen diese Theorie über das Sozialverhalten von Paranthropus robustus und anderer Vormenschen erhärten. Die Forscher vermuten, dass sich die verschiedenen Vormenschenarten genauso unterschiedlich verhalten haben wie heutzutage Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans.
lub/ddp
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