Madrid Konferenz zur Wüsten-Ausbreitung gescheitert

Hunderte Millionen Menschen sind weltweit von der Wüsten-Ausbreitung betroffen. Eine Konferenz der Vereinten Nationen sollte jetzt Abhilfe schaffen. Doch das Treffen ist an der Geldfrage gescheitert - obwohl es um einen vergleichsweise winzigen Betrag ging.


Madrid - Die rund 2000 Delegierten aus 191 Ländern verabschiedeten am Wochenende in Madrid zwar einen Aktionsplan für die kommenden zehn Jahre. Auf die notwendige Finanzierung konnten sie sich jedoch nicht einigen - obwohl es nach Presseberichten vom Sonntag um eine geringe Anhebung des vergleichsweise bescheidenen Budgets von 17 Millionen Euro ging. Dieser Etat sollte um fünf Prozent erhöht werden - es ging also um 850.000 Euro.

Mann in der Taklamakan-Wüste der chinesischen Provinz Xinjiang: Ausbreitung der Wüsten bedroht langfristig ein Drittel der Weltbevölkerung
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Mann in der Taklamakan-Wüste der chinesischen Provinz Xinjiang: Ausbreitung der Wüsten bedroht langfristig ein Drittel der Weltbevölkerung

Nach fast zwei Wochen langen Verhandlungen stellte sich Japan in der Nacht zum Samstag in letzter Minute gegen einen vorgeschlagenen Finanzierungsplan. Das Land hatte zunächst zugestimmt, das Budget anzuheben. "Bis um drei Uhr am Morgen bestand Konsens, aber danach hat Japan seine Meinung geändert", erklärte Theo Oberhuber, Koordinator der Organisation "Ecologistas En Acción".

Die japanische Delegation hatte argumentiert, wegen des Rücktritts von Regierungschef Shinzo Abe könne sie derzeit keine Entscheidung treffen. Diese Haltung sei "zutiefst bedauerlich", kritisierte die spanische Umweltministerin Cristina Narbona. Sie hofft nun auf ein Sondertreffen, das in den kommenden Wochen am Sitz der Vereinten Nationen in New York stattfinden soll.

Umweltschützer warfen den Industrieländern "Untätigkeit" und "Gleichgültigkeit" vor. Die Wüstenbildung bedrohe die Existenz von rund zwei Milliarden Menschen, einem Drittel der Weltbevölkerung. Rund 41 Prozent der Trockengebiete in aller Welt seien betroffen. 250 Millionen Menschen litten schon jetzt unter der Wüstenbildung, vor allem in Afrika und Zentralasien. Die zunehmende Bodenerosion infolge des Klimawandels und der übermäßigen landwirtschaftlichen Nutzung ist nach Angaben der Uno eine Ursache für Hungersnöte, Flüchtlingsströme und Kriege.

mbe/AFP/dpa



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