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Männer-Frauen-Vergleich: Warum Fußballer die wahren Drama-Kings sind

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Frauen, das schwache Geschlecht? Beim Fußball sicher nicht. Forscher haben Dutzende Bundesliga- und WM-Spiele analysiert. Das Ergebnis: Nach Fouls sind Spielerinnen sehr viel schneller wieder auf den Beinen - und machen auch sonst weniger Show auf dem Platz.

Mats Hummels foult Kevin Kuranyi (September 2008): Männer fallen gern spektakulär Zur Großansicht
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Mats Hummels foult Kevin Kuranyi (September 2008): Männer fallen gern spektakulär

Es ist nur eine leichte Berührung. Aber der Stürmer, eben noch im vollen Spurt, hebt ab, als sei er auf ein Trampolin gesprungen. Er fällt, dreht sich mindestens dreimal um die eigene Achse, verzerrt das Gesicht und fleht mit erhobenem Arm um medizinischen Beistand.

Szenen dieser Art gehören zum Fußball wie das Halbzeitbier - oder genauer: zum Herrenfußball. Forscher der Technischen Universität München haben jetzt Dutzende Damen- und Herrenmatches analysiert. Das eindeutige Ergebnis: Frauen halten sich deutlich weniger mit schauspielerischen Einlagen auf.

Die Trainingswissenschaftler und Sportinformatiker um Martin Lames haben 56 Fußballspiele untersucht: 16 Begegnungen der Herrenmannschaft des FC Bayern München und acht Spiele des Damenteams von Turbine Potsdam, jeweils aus der Saison 2009/2010. Hinzu kamen die Endrundenspiele der Herren-Weltmeisterschaften 2006 und 2010.

Im Mittelpunkt der Analyse standen die Ligaspiele, auch wegen der besseren Vergleichbarkeit, da bei Damen und Herren jeweils die Deutschen Meister betrachtet wurden. "Das bedeutet, dass die meisten Partien überlegen geführt wurden", erklärt Lames. Bei den WM-Spielen habe man dagegen wesentlich mehr Fouls und Unterbrechungen gezählt.

Frauen sind schneller wieder auf den Beinen

Die Auswertung von Ort, Zeit und Dauer jeder Spielunterbrechung führte zunächst zu dem Ergebnis, dass der Ball erstaunlich oft ruht statt rollt: Im Durchschnitt entfielen nur 62 Prozent der Gesamtzeit auf das eigentliche Spiel, in einigen Begegnungen fraßen die Unterbrechungen sogar mehr als die Hälfte der Spielzeit auf. In dieser Hinsicht fanden die Wissenschaftler keinen nennenswerten Unterschied zwischen Männer- und Frauenspielen. Bei den Frauen war zwar öfter Pause - im Schnitt 140 Mal pro Spiel -, doch dafür ging es bei ihnen fast immer sehr viel schneller weiter als bei den Männern.

Bei denen war das Spiel im Mittel nur 110 Mal unterbrochen, doch nahmen sich die Herren wesentlich mehr Zeit für die einzelnen Pausen, wie die Forscher feststellten: Der Torjubel hielt fast eine Minute an, während die Frauen nur etwa halb so lang feierten. Beim Auswechseln gönnten sich die Herren durchschnittlich 45 Sekunden - fast zehn mehr als die Frauen. Am größten war die Differenz aber bei den Verletzungsunterbrechungen: Ging ein Mann zu Boden, blieb er im Mittel volle 30 Sekunden länger liegen als eine Frau.

"Generell können die Unterschiede so interpretiert werden, dass bei den Männern der Gedanke der Inszenierung viel stärker ausgeprägt ist als bei den Frauen", sagt Lames. Bei den Damen "steht offensichtlich das Spiel an sich im Vordergrund". Showeinlagen und dramatisch inszenierte Proteste seien die Domäne der Männer. "Der Grund dafür könnte sein, dass die Spiele der Männer generell vor mehr Zuschauern und mit höherer medialer Aufmerksamkeit ausgetragen werden", mutmaßt Lames.

Angleichung durch internationalen Spielstil

Nun könnte man einwenden, dass die Analyse der Ligaspiele davon beeinflusst wurde, dass die Begegnungen in Deutschland stattgefunden haben. Anderswo, so heißt es oft, herrschten rauere Sitten - etwa in England, wo es als verpönt gilt, auf dem Platz allzu viel schauspielerisches Talent zu zeigen.

Lames lässt das nur bedingt gelten: "Die Ächtung eines solchen Verhaltens durch das englische Publikum findet nur noch zum Teil statt." Inzwischen seien schauspielerische Einlagen auch auf der Insel normal - insbesondere schwere Fouls würden oft vorgetäuscht. Das liege nicht zuletzt am regen Austausch von Spielern in Europa. "England spielt schon lange keinen isolierten Inselfußball mehr", sagt Lames. Es gebe einen internationalen Spielstil. "Manchester und Barcelona sind sich inzwischen ähnlicher als Bayern München und Nürnberg."

Bleibt die Frage: Wozu das alles? Welchen Sinn hat es, Verletzungen zu simulieren oder den Schiedsrichter nach vermeintlichen Fehlentscheidungen mit bühnenreifer Gestik und Mimik zu bedrängen? Keinen, glaubt man den Wissenschaftlern. "Das ist so ziemlich das Sinnloseste, was man tun kann", sagt Lames. "Damit riskiert man allenfalls völlig unnötige Gelbe Karten."

Zwar ist oft die Rede davon, dass ein unter Druck gesetzter Schiedsrichter in der nächsten umstrittenen Situation eine Konzessionsentscheidung treffen könnte. "Aber das ist eine unbewiesene Hoffnung", betont Lames. Selbst mutmaßlich starke Zusammenhänge - etwa dass es unwahrscheinlicher wird, nach einem ersten Elfmeter noch einen zweiten zu bekommen - habe man nur äußerst mühsam nachweisen können. "Und dann waren es nur sehr schwache statistische Effekte", sagt Lames.

In Gesprächen behaupteten Profispieler oft, der Schiedsrichter würde ein Foul nicht pfeifen, wenn man keine Verletzung simuliere. Doch auch das ist laut Lames nicht bewiesen. Der Hauptgrund sei vielmehr, dass solches Verhalten eben verbreitet sei und die Spieler glaubten, es würde von ihnen erwartet.

Warum spucken Fußballer?

Die Forscher um Lames haben sich noch mit weiteren Spezialitäten des Herrenfußballs beschäftigt. Etwa mit der Tatsache, dass kein Profikicker in der Lage zu sein scheint, seinen Speichel mehr als ein paar Minuten im Mund zu behalten. "Das Spucken gehört nach jeder Torchance zum Ritual", sagt Lames. Aus "trainingswissenschaftlicher Sicht" sei das aber komplett sinnfrei. Nur mache es halt jeder.

In anderen Sportarten gibt es dagegen Höchstleistungen auch ohne Speichelprobe. Schon mal einen Golfer gesehen, der nach einem misslungenen Putt seine Markierung aufs Grün rotzt? Eben. Bei den Fußball-Damen gehört die Spuckerei ebenso wenig zum Usus, glaubt man den Wissenschaftlern. "Das beobachtet man so gut wie nie", meint Lames.

Das Gleiche gelte für andere schlechte Angewohnheiten, die im Herrenfußball seit langem als Selbstverständlichkeit gelten - etwa dass Männer "die Unterbrechungsdauer als taktisches Mittel einsetzen", wie Doktorand Malte Siegle sagt. Die Analyse der Spiele habe den - freilich wenig überraschenden - Beweis erbracht, dass die Kicker sich bei Unterbrechungen immer dann besonders viel Zeit lassen, wenn sie in Führung liegen. "Dieses Verhalten", sagt Siegle, "finden wir bei Frauen überhaupt nicht."

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1. Stimmt
Benutzername98 01.07.2011
Zitat von sysopFrauen, das schwache Geschlecht? Beim Fußball sicher nicht. Forscher haben Dutzende Bundesliga- und WM-Spiele analysiert. Das Ergebnis: Nach Fouls sind Spielerinnen sehr viel schneller wieder auf den Beinen - und machen auch sonst weniger Show auf dem Platz. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,771558,00.html
Ja finde ich gut. Ein Marin sollte sich da mal das Beispiel an eine Laudehr nehmen. Aber so lange es die Schiedsrichter zulassen, gibt es im Herrenfußball kein Grund zu Änderung. Im Thread zum Nigeria-Spiel habe ich mich eher kritisch zum Frauenfuball geäußert. Das aber ist eine der Sachen, die ich positiv finde.
2. naja
Kämpfernatur 01.07.2011
wer sich gestern das Spiel Deutschland- Nigeria geschaut hat, kann wohl bestätigen, dass das ziemlicher Quatsch ist! Sobald die Frauen härter zutretten, liegen di Frauen genauso häufig auf dem Boden!
3. .
frubi 01.07.2011
Zitat von sysopFrauen, das schwache Geschlecht? Beim Fußball sicher nicht. Forscher haben Dutzende Bundesliga- und WM-Spiele analysiert. Das Ergebnis: Nach Fouls sind Spielerinnen sehr viel schneller wieder auf den Beinen - und machen auch sonst weniger Show auf dem Platz. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,771558,00.html
Die Erklärung ist doch ganz einfach. Wenn sich jemand in der 65 Minute in einem Spiel fallen lässt, den sterbenden Schwan spielt und damit eine gelbe-rote Karte für den bereits verwarnten Gegenspieler provoziert, dann beeinflusst er dadurch das Spiel und im Männerfußball kann ein Spiel über Mehreinnahmen in millionenhöhe entscheiden. Daher wird das des öfteren als taktische Maßnahme verwendet. Ziemlich lächerlich machen sich die Spieler die erst minutenlang den sterbenden Schwan spielen, sich raustragen lassen, von der Trage springen und nach Sekunden wieder am Spiel teilnehmen.
4. Na
bunterepublik 01.07.2011
ist ja wohl auch ein Unterschied von einem Mann oder einer Frau gefoult zu werden. Wenn ich mir so einen englischen oder argentinischen Verteidiger ansehe, wenn der voll reinkrätscht.... Da kann doch eine 60 kilo-Dame einpacken...
5. Armes Deutschland
kein_gut_mensch 01.07.2011
Zitat von sysopFrauen, das schwache Geschlecht? Beim Fußball sicher nicht. Forscher haben Dutzende Bundesliga- und WM-Spiele analysiert. Das Ergebnis: Nach Fouls sind Spielerinnen sehr viel schneller wieder auf den Beinen - und machen auch sonst weniger Show auf dem Platz. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,771558,00.html
Für sowas geben wir Geld aus. Für eine Untersuchung die jedem Fußballfan klar ist. Aber das beste sind die Schlussfolgerungen. "Frauen, das schwache Geschlecht? Beim Fußball sicher nicht." Und schon werden weiter künstliche Vergleiche gezogen die nicht da sind. Man hört auf damit. Frauenfußball=Frauenfußball Männerfußball=Männerfußball
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Die Favoriten der Frauenfußball-WM
Brasilien - der ewige Zweite
Fifa-Weltrangliste: 3.
WM-Teilnahmen: 6
Bestes WM-Ergebnis: Zweiter (2007)
Letzte Turniere: Sudamericano 2010: Sieger, Olympia 2008: Finale, WM 2007: Finale
Trainer: Kleiton Lima
Stars: Marta, Christiane (beide Sturm), Maurine (Mittelfeld)
Taktik: 3-4-1-2 oder 3-4-3
Stärken: variables Spiel, extrem torgefährlich, Marta
Schwächen: Defensive, fehlende Siegermentalität?
Deutschland - der Titelverteidiger
Fifa-Weltrangliste: 2.
WM-Teilnahmen: 6
Beste WM-Ergebnis: Weltmeister (2003, 2007)
Letzte Turniere: EM 2009: Sieger, Olympia 2008: Dritter, WM 2007: Sieger
Trainerin: Silvia Neid
Stars: Birgit Prinz (Sturm), Fatmire Bajramaj (Mittelfeld), Nadine Angerer (Tor)
Taktik: 4-2-3-1, offensiv ausgerichtet
Stärken: große Torgefahr von allen Position, hervorragend eingespielt, sehr flexibel
Schwächen: der Druck der Heim-WM
England - der Aufsteiger
Fifa-Weltrangliste: 10.
WM-Teilnahmen: 3
Beste WM-Ergebnis: Viertelfinale (1995, 2007)
Letzte Turniere: EM 2009: Finale, Olympia 2008: nicht dabei, WM 2007: Viertelfinale
Trainerin: Hope Powell
Stars: Kelly Smith (Sturm), Rachel Yankey (Linksaußen), Faye White (Abwehr)
Taktik: 4-2-3-1 nach deutschem Vorbild
Stärken: technisch versiert, taktisch gut geschult
Schwächen: Torfrauen, viele junge Spielerinnen
Japan - der Geheimfavorit
Fifa-Weltrangliste: 4.
WM-Teilnahmen: 6
Beste WM-Ergebnis: Viertelfinale (1995)
Letzte Turniere: Asienmeisterschaft 2010: Dritter, Olympia 2008: Vierter, WM 2007: Vorrunde
Trainer: Norio Sasaki
Stars: Homare Sawa (Mittelfeld), Yuki Nagasato, Kozue Ando (beide Sturm)
Taktik: 4-4-2, offensiv
Stärken: schnelles Kombinationsspiel, Technik
Schwächen: körperlich unterlegen, bei WMs bislang immer schlecht
Schweden - die Wundertüte
Fifa-Weltrangliste: 5.
WM-Teilnahmen: 6
Beste WM-Ergebnis: Zweiter (2003)
Letzte Turniere: EM 2009: Viertelfinale, Olympia 2008: Viertelfinale, WM 2007: Vorrunde
Trainer: Thomas Dennerby
Stars: Lotta Schelin (Sturm), Charlotte Rohlin (Abwehr), Caroline Seger (Mittelfeld)
Taktik: 4-4-2
Stärken: klare Ordnung, Zusammenspiel im Angriff
Schwächen: kaum konstante Leistungen, mangelhafte Chancenverwertung
USA - der Olympiasieger
Fifa-Weltrangliste: 1.
WM-Teilnahmen: 6
Beste WM-Ergebnis: Weltmeister (1991, 1999)
Letzte Turniere: Gold Cup 2010: Dritter, Olympia 2008: Sieger, WM 2007: Dritter
Trainerin: Pia Sundhage (Schweden)
Stars: Abby Wambach (Sturm), Christie Rampone (Abwehr), Hope Solo (Tor)
Taktik: 4-4-2, variabel
Stärken: Defensive, schnelles Umschalten, sehr athletisch
Schwächen: Passspiel phasenweise zu ungenau
Fifa-Weltrangliste Frauen-Fußball
Platz Nation Punkte
1 USA* 2191
2 Deutschland* 2153
3 Brasilien* 2098
4 Japan* 2062
5 Schweden* 2043
6 Kanada* 2028
7 Frankreich* 1997
8 Nordkorea* 1995
9 Norwegen* 1989
10 England* 1962
11 Australien* 1945
12 Italien 1936
13 Dänemark 1891
14 Niederlande 1890
15 China 1874
16 Südkorea 1846
Island 1846
18 Spanien 1816
19 Finnland 1813
20 Russland 1811
... ... ...
22 Mexiko* 1781
24 Neuseeland* 1750
27 Nigeria* 1672
31 Kolumbien* 1621
61 Äquatorialguinea* 1396
* WM-Teilnehmer. Stand: 18. März (nächste Weltrangliste: 22. Juli)


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