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Idioten-Theorie: Irren ist männlich

Dumm und dümmer: Schauspieler Jim Carrey in einer Paraderolle Zur Großansicht
DPA / Hopper Stone /Universal Pictures Germany

Dumm und dümmer: Schauspieler Jim Carrey in einer Paraderolle

Männer sind risikobereiter, verunglücken öfter - und sterben früher. Eine Studie stützt die Theorie vom männlichen Idioten: Unnötiges Verhalten führe weitaus öfter zum Tod als bei Frauen.

Morpeth/Hamburg - Männer sind Idioten und machen idiotische Sachen. Wer das bisher nur im Stillen gedacht hat, darf sich jetzt wissenschaftlicher Unterstützung erfreuen. Britische Wissenschaftler haben errechnet, dass der überwiegende Teil der Darwin-Award-Träger männlich ist. Dieser Preis wird - meist posthum - an Menschen vergeben, die sich auf besonders dumme Weise versehentlich selbst eliminiert haben.

Ihre Studie stütze die "Theorie von den männlichen Idioten", schreiben die Forscher um John Dudley Isaacs, Direktor des Institute of Cellular Medicine in Newcastle (Großbritannien) im angesehenen "British Medical Journal".

Der Darwin Award wird seit 1994 vergeben. Sein Name bezieht sich auf Charles Darwin, den Vater der Evolutionstheorie. Er "ehrt diejenigen, die den menschlichen Genpool verbessern, indem sie sich selbst daraus entfernen", heißt es auf der Webseite.

Eindeutiges Ergebnis

Zu den Nominierten gehört zum Beispiel ein Dieb, der ein Stahlseil aus einem Aufzugsschacht stehlen wollte. Leider hatte er beim Abmontieren nicht berücksichtigt, dass er noch im Lift stand - und rauschte in den Tod. Oder der Terrorist, der eine Briefbombe mit zu geringem Porto verschickte und den Brief nach der Rücksendung öffnete.

Die Wissenschaftler um Isaacs hatten sich alle für den Darwin Award Nominierten von 1995 bis 2014 angeschaut. 332 der beschriebenen Fälle waren unabhängig begutachtet und bestätigt worden. 14 Nominierungen gingen an Männer und Frauen gleichzeitig - meist Paare, denen sexuelle Abenteuerlust zum Verhängnis geworden war. Sie schieden aus der Untersuchung aus. Von den verbleibenden 318 Fällen betrafen 282 Männer und nur 36 Frauen. Der Unterschied sei statistisch hoch signifikant, schreiben die Forscher.

Ihre Ergebnisse deckten sich mit der "Theorie von den männlichen Idioten". Diese besage, dass der Grund für die erhöhte Risikobereitschaft von Männern, ihre höhere Sterblichkeit bei Unfällen sowie ihre häufigere Einlieferung in Notaufnahmen ist, dass sie schlicht Idioten sind und Idioten eben idiotische Sachen machen.

Alkohol im Spiel

Die Autoren schränken ein, dass andere Faktoren möglicherweise das Ergebnis beeinflussten. Es sei denkbar, dass Frauen einfach häufiger Männer nominierten als andersherum oder absurde Todesfälle bei Männern aus irgendeinem Grund berichtenswerter scheinen als bei Frauen.

Auch Unterschiede im Alkoholkonsum zwischen Männern und Frauen seien nicht berücksichtigt - und Alkohol spiele sicherlich eine nicht unwesentliche Rolle in vielen der Ereignisse, die mit einem Darwin Award endeten. Zum Beispiel bei den drei Männern, die in einer Variation des russischen Roulettes abwechselnd Schnaps tranken und dann auf einer Landmine herumtrampelten.

Es sei verwirrend, dass Männer bereit sind, derart unnötige Risiken auf sich zu nehmen - als Mutprobe, um ihr Ansehen zu verbessern oder einfach, um anzugeben, schreiben die Forscher. Derweil betonen die Herausgeber des "British Medical Journal", die Artikel der Weihnachtsausgabe seien zwar skurril und witzig, aber dennoch durch den üblichen Peer-Review-Prozess gegangen - also von Fachkollegen beurteilt. Es seien mithin echte wissenschaftliche Arbeiten.

nik/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 51 Beiträge
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1. Sie sind ein Mann? - Ja. - Also ein Idiot. - Ja, aber ein NÜTZLICHER Idiot.
cassandros 12.12.2014
Die Kehrseite der Medaille ist, daß die höhere Risikobereitschaft das explorative Verhalten begünstigt, das den Menschen zu einer äußerst erfolgreichen kosmopolitischen Art gemacht hat. Wenn man hinzunimmt, daß zur Arterhaltung ein Unterschuß an Männchen kein Problem darstellt, ist die Verhaltensdisposition unter dem Strich evolutiv günstig.
2. Klar Männer sind Idioten
Widerstandsgewächs 12.12.2014
Insbesondere wenn man bedenkt, dass es meist Männer waren, die z.B. als Ärzte im Selbstversuch segensreich für die Menschheit Idioterein begingen, oder Flugpioniere die sich reihenweise in Lebengefahr begaben um endlich die Lüfte zu erobern. Welche Idiotie, in größte Tiefen zu tauchen, nur in einer Kapsel oder auf den Mond zu fliegen, Rückkehr nicht unbedingt gewiss. Dass sich nicht jedes Risiko lohnt, dass diese Idioten eingehen, ist einfach der Normalverteilung zu verdanken, auch von so einem Idioten entdeckt, der einfach an der damals herrschenden Realität zweifelte!
3. Die Autorin drückt sich falsch aus
Hernándo.M 12.12.2014
Ich frage mich nur, warum die Autorin des Artikels sich mehrfach zu der falschen Aussage veranlaßt sieht, Männer seien Idioten. Das würde ja alle betreffen. Gemeint ist: Der Anteil an Idioten ist unter Männern höher als unter Frauen. Ich kenne die zugrundeliegende Studie zwar nicht, vermute aber, dass es dort auch so ausgedrückt ist. Liebe Autorin, erheben Sie sich aus über das Niveau von "Männer können nicht zuhören und Frauen nicht einparken". Sie schaffen das!
4.
Amadís 12.12.2014
Betrachtet man die Gaussche Verteilung von Intelligenz bei Männern, dann ist das wirklich keine neue Erkenntnis. Es gibt mehr männliche "Einsteins" als weibliche. Aber auch mehr "Forrest Gumps". Wobei Forrest Gump ja noch ein eher harmloser Vertreter der geistig Eingeschränkten ist. Das es viel mehr männliche Vollidioten gibt, ist doch auch nichts neues. Ich mein, man muss doch nur mal gucken, wer den Audi fährt, höhö. Das wirklich interessante ist, dass immer wieder Frauen auf diese Vollidioten reinfallen. Macht doch dazu mal ne Studie. :-P
5. Leider scheint die Analyse die These zu bestätigen
kioto 12.12.2014
Sie läßt allerdings vollkommen ausser Acht, dass dieses heute teilweise "idiotisch" scheinende Verhalten im Laufe der Evolution durchaus seine Berechtigung hatte. Wer früher Angst hatte, durch einen Fluß unbekanter Tiefe zu waten oder hohe Berge zu überklettern oder wilden Tieren entgegenzutreten, ist schlichtweg verhungert. Und auch die Gewinner der heutigen kapitalistischen Evolution zeichnen sich meist durch hohe Risikobereitschaft, die manchmal an Dummheit grenzt, aus. Mein Fazit, die Folgerungen der Analyse sind "idiotisch" und deshalb wohl auch nicht ganz ernst gemeint, aber nicht das Grundsätzliche der Verhaltensweise. mfg Kioto
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Das menschliche Gehirn und auch das Gehirn vieler Tiere ist in drei Hauptteile gegliedert: Vorderhirn, Mittelhirn und Rautenhirn. Schon bei niederen Wirbeltieren entstehen aus dem Vorderhirn (Prosencephalon) das der Nase zugeordnete Endhirn (Großhirn) und das den Augen zugeordnete Zwischenhirn. Das Mittelhirn (Mesencephalon) bleibt ungegliedert erhalten. Das Rautenhirn (Rhombencephalon) gliedert sich weiter auf in das Hinterhirn mit dem Kleinhirn und der Brücke sowie in das verlängerte Mark, das den Übergang zum Rückenmark bildet. Mit zunehmender Höherentwicklung vergrößern sich die Teile und differenzieren sich weiter.
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