Antikes Schiffswrack vor Mallorca "Es ist komplett unberührt"

Archäologen haben vor der Küste Mallorcas ein antikes Schiffswrack gefunden. Der römische Frachter sollte wohl Waren von Nordafrika nach Südeuropa bringen - bis er vor der Insel sank.

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Berge von antiken Tongefäßen liegen auf dem Meeresgrund. Fischschwärme ziehen desinteressiert vorbei, ein Aal schaut zwischen den Scherben hervor. Was die Meeresbewohner nicht wissen: Sie haben es sich in einem gesunkenen römischen Schiff gemütlich gemacht.

Ein Archäologen-Team hat das Wrack vor der Südküste Mallorcas entdeckt und nun vorgestellt. "Es ist komplett unberührt", sagt Enrique Aragón, einer der beteiligten Archäologen, SPIEGEL ONLINE. Die Tonscherben hätten sich vermutlich wie eine Schutzhülle um das Wrack gelegt. Zuerst hatte die "Mallorca Zeitung" von dem Fund berichtet.

Rund 20 Meter lang

Das gesunkene Schiff liegt in einer Tiefe von 70 Metern in einem Naturschutzgebiet. Weil dort Fischen und Tauchen verboten ist, konnte das Wrack wohl so lange unentdeckt bleiben.

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Schiff im Mittelmeer: Vor Mallorca abgewrackt

Ein Fischer hatte in der Nähe des Naturschutzgebiets antike Tonscherben in seinem Netz entdeckt und die lokalen Behörden informiert. Das Team von Enrique Aragón machte dann im April 2016 mit einer Kamera an einem Seil erste Filmaufnahmen von dem Boot. Im Oktober tauchten die Forscher erstmals selbst herunter.

Von ihrem ersten Tauchgang haben die Wissenschaftler rund 2000 Fotos mitgebracht, mit denen sie das Wrack nun genauer analysieren wollen. Anhand der gefunden Tonscherben vermuten sie, dass das Schiff aus dem 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus stammt. Der Frachter war rund 20 Meter lang.

Auf dem Weg nach Europa

Wahrscheinlich sollte es die Tongefäße von Nordafrika nach Südfrankreich oder Italien bringen. "Diese Amphoren gab es im gesamten Römischen Reich", sagt Aragón. Sie wurden zum Beispiel verwendet, um Fischsauce aufzubewahren - so vielleicht auch in diesem Fall. "Mallorca lag genau an einer der antiken Handelsrouten", so der Archäologe.

Möglicherweise habe das Schiff auch einen Zwischenstopp in Spanien oder Portugal gemacht, sagt Aragón. Darauf deuteten andere gefundene Gefäße hin, die aus Nordafrika nicht bekannt seien.

sep



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Dr. Schnoor 30.01.2017
1. Muräne
"eine Moräne schaut zwischen den Scherben hervor." Ich denke Sie meinen eine Muräne? - - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. K. Bonte/Redaktion
Tiananmen 30.01.2017
2.
Zitat von Dr. Schnoor"eine Moräne schaut zwischen den Scherben hervor." Ich denke Sie meinen eine Muräne? - - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. K. Bonte/Redaktion
Mittlerweile ist aus der "Moräne" ein Aal geworden. Etwas genauer hätte der Beitrag schon werden können. Bei 70 m Tauchtiefe ist das ja auch etwas, was ein normaler Sporttaucher vermeidet.
darthmax 30.01.2017
3. Fischen und Tauchen verboten
darum hatte dann der Fischer die Tonscherben im Netz, spricht für den spanischen Naturschutz.
Hamberliner 30.01.2017
4. 70 m?
Die 70 m Tauchtiefe glaube ich nicht. AFAIK ist bei 45 m Schluss.
elpatron 30.01.2017
5.
Zitat von HamberlinerDie 70 m Tauchtiefe glaube ich nicht. AFAIK ist bei 45 m Schluss.
Ja, beim Sporttauchen ist bei 40m Schluß (offiziell). Bei den TecDivern fängt's da eher an. Mit dem entsprechenden Gemisch (Trimix o.ä) ist das überhaupt kein Problem.
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