Deutsche Mathematikerin Reiche Zu Ehren der "Dama de Nasca"

Mit 28 Jahren wanderte die deutsche Mathematikerin Maria Reiche nach Peru aus - in Linien aus Stein und Schotter fand sie ihre Lebensaufgabe. Heute erinnert Google an den 115. Geburtstag der Ausnahme-Wissenschaftlerin.

Google-Startseite am 15. Mai
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Die Nazca-Ebene an der Südküste Perus ist ein abweisender Ort: kahl, sandig und menschenleer. Umso verblüffender, was Piloten Mitte der Zwanzigerjahre entdeckten: Viele schnurgerade Linien durchziehen das Ödland, und manche anderen formen sich aus großer Höhe betrachtet zu riesigen Figuren. Da diese Bilder teilweise Hunderte von Metern groß sind, sieht man am Boden nur tiefe, zusammenhanglose Furchen.

Angelockt von den mysteriösen Funden wurde auch die in Dresden geborene Mathematikerin Maria Reiche. Sie kam 1932 im Alter von 28 Jahren - und blieb. Sie entwarf ganz allein eine detaillierte Karte der Bodenzeichnungen. Sie flog in klapprigen Flugzeugen über die Wüste, kartografierte die Zeichen und widmete ihr Leben deren Erforschung. Während eines Hubschrauberfluges über Nazca stellte sie fest, dass die Bodenzeichnungen "am besten aus 100 bis 200 Meter Höhe überschaubar" sind. 1968 veröffentlichte sie den Ertrag ihres Gelehrtenfleißes in dem Buch "Geheimnis der Wüste".

Luftaufnahme in Nazca
AP

Luftaufnahme in Nazca

Reiche vermutete in den Konstruktionselementen der Figuren und geometrischen Zeichen die Chiffren einer geheimen Wissenschaft, die, entschlüsselt, wichtige Informationen über Zusammenhänge von Wetterlagen, Erdbeben, Sonnenbahn und Sternenlauf hergeben würden (mehr zu den "Tanzpfaden für die Götter" lesen Sie hier).

Anfang der Siebzigerjahre entwickelten sich die Nazca-Linien mehr und mehr zur Touristenattraktion. Die Unesco nahm die Zeichen 1995 in die Liste des Welterbes auf. Bis zuletzt kämpfte die "Dama de Nasca" - wie Reiche in Peru genannt wurde - für die Erhaltung der Zeichen. Sie starb im Juni 1998 in Lima. Sie wurde 95 Jahre alt.

An diesem Dienstag nun erinnert Google auf seiner Startseite an die deutsche Wissenschaftlerin. Sie wäre heute 115 Jahre alt geworden.

aar



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casam 15.05.2018
1. Einsam, wie manchmal beschrieben wird,war sie
dennoch nicht. In einem Hotel nahe der Nasca-lines lebte sie und hielt immer wieder vor Gästen die aus aller Welt kamen Vorträge über ihre Nasca-lines. Ich glaube sie hielt damals als ich mit einer Gruppe dort war, den Vortrag in drei Sprachen. Als 14 jährige hatte ich einen Bildband gesehen mit ihrem gebräunten von der Sonne gegerbtem Gesicht. und dacht damals... " Da muss ich hin und sie treffen". Es hat zwar fast 30 Jahre gedauert, aber dann hatte ich diese Gelegenheit geboten und habe sie getroffen. Für mich und alle anwesenden Leute war es beeindruckend mit welcher Energie diese Frau im Rollstuhl noch so voller Enthusiasmus ihre Vorträge dort hielt. Ihre Schwester war damals auch dort und wollte bei ihr bleiben. Anschliessend gab es noch eine gemütliche Runde wo auch Fragen beantwortet wurden. Es war für mich ein einmaliges und bewegendes Erlebnis, da ich auch diese Nasca-lines mit dem Flugzeug in einer Höhe von 300 m mit dem Fotoapparat aufnehmen konnte, die vor langer Zeit von Maria Reiche unter erschweren Bedingungen erstmals aus der Vergangenheit der Welt zeigen konnte. Die Welt wird von einzelnen begabten und hartnäckigen Menschen die ein Ziel haben aus der Vergangenheit gehoben. Ohne sie würde uns soviel Wissen fehlen.
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