Marmorstatue Vatikan setzt Galileo Galilei ein Denkmal

Die katholische Kirche schließt einen späten Frieden mit Galileo Galilei: Der Pionier der Astronomie, der von der Inquisition zum Widerruf seiner Thesen gezwungen wurde, bekommt eine eigene Statue im Vatikan.


Vatikanstadt - Ausgerechnet Galileo Galilei, der mit seinen Entdeckungen den Zorn der Inquisition auf sich zog, wird mit einer eigenen Statue im Vatikan geehrt.

Galileo Galilei (1564 - 1642): 1633 von der Inquisition zum Widerruf gezwungen, jetzt vom Vatikan geehrt
DPA

Galileo Galilei (1564 - 1642): 1633 von der Inquisition zum Widerruf gezwungen, jetzt vom Vatikan geehrt

Die lebensgroße Abbildung aus Marmor werde auf ausdrücklichen Wunsch der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften im kommenden Jahr in den vatikanischen Gärten aufgestellt, meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Die Vereinten Nationen haben 2009 zum internationalen Jahr der Astronomie ausgerufen, um an den ersten Gebrauch eines Teleskops durch Galilei zu erinnern.

Der 1564 in Pisa geborene Mathematiker, Physiker und Philosoph hatte mit Hilfe eines Nachbaus des kurz zuvor in Holland erfundenen Fernrohrs die These von Kopernikus bestätigt, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt. Daraufhin wurde ihm vor der Inquisition der Prozess gemacht: 1633 musste er seinem "Irrtum" abschwören, um dem Tod auf dem Scheiterhaufen zu entgehen. Die restlichen neun Jahre seines Lebens musste Galilei, inzwischen ein halbblinder Greis, unter Arrest verbringen.

Erst 1992 verkündete Papst Johannes Paul II., dass sich die Kirche geirrt hatte - nachdem seine Untergebenen den Fall 13 Jahre lang untersucht hatten.

mbe/AFP



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