Masada, Petra, Osterinsel Die vergessenen Hochkulturen

Sie waren gebaut für die Ewigkeit und gingen doch unter. Weltweit zeugen imposante Ruinen von längst vergessenen Kulturen - hier sehen Sie die beeindruckendsten Bilder.

Stock Studio / Shutterstock

Jeden Tag sahen sie ihren Untergang näher rücken: Während des Jüdischen Krieges um 70 nach Christus hatten sich jüdische Freiheitskämpfer in der Festung Masada verschanzt - mitten in der Wüste. Das einzige größere Gewässer in der Nähe war das Tote Meer, das so salzig ist, dass schon das Baden darin schmerzen kann. Nur durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem konnten überhaupt Menschen in der Wüstenfestung überleben.

Um das Jahr 73 nach Christus ließ der römische Befehlshaber Flavius Silva den gesamten Tafelberg mit etwa 4000 Soldaten umstellen. Die Belagerer zogen eine vier Kilometer lange Mauer um Masada und bauten acht Kastelle. Den Eingeschlossenen konnten sie damit jedoch kaum gefährlich werden. Mindestens hundert Höhenmeter trennten die Kämpfer, und nur drei schmale Pfade führten den Berg hinauf - die waren leicht zu verteidigen.

Riesige Rampe

Die jüdischen Rebellen hätten wahrscheinlich noch lange in der Festung ausharren können, doch dann entschlossen sich die römischen Legionäre, eine riesige Rampe aufzuschütten. Jeden Tag mussten die Menschen in Masada nun mit ansehen, wie sich die Legionäre zu ihnen hinaufschaufelten. Zuletzt sollen sich noch etwa tausend jüdische Rebellen in der Festung aufgehalten haben - darunter auch Frauen und Kinder. Gegen die 4000 römischen Kämpfer hatten sie keine Chance.

In der aussichtslosen Lage sollen sich die Eingeschlossen laut den einzigen überlieferten Schriftquellen entschieden haben, eher zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. Per Los bestimmten sie demnach, wer den Rest der Gruppe und anschließend sich selbst töten sollte. Nur zwei Frauen und fünf Kinder sollen sich versteckt und den Eroberern erzählt haben, was geschehen war.

Buchcover "Abandoned Civilisations"

Schon kurz nach dem Jüdischen Krieg geriet die Festung Masada in Vergessenheit und entwickelte sich schließlich zum Mythos - bis die beeindruckenden Ruinen im Jahr 1838 wiederentdeckt wurden. Seitdem fanden zahlreiche Ausgrabungen in der Festung statt, die ursprünglich von König Herodes I. zwischen 40 und 30 vor Christus erbaut worden war.

Noch heute sind die Kastelle und die riesige Rampe um Masada gut zu erkennen. Insofern stimmen die schriftlichen Überlieferungen, doch über das Schicksal der jüdischen Rebellen verraten die archäologischen Spuren wenig.

Masada ist nicht der einzige spektakuläre vergessene Fundplatz, der nach Jahrhunderten wiederauftaucht. Ob tief im Dschungel oder unter Schlamm begraben: Überall auf der Welt sind Forscher auf die Spuren vergangener Hochkulturen gestoßen. Ihre Geschichten erzählt der Bildband "Abandoned Civilisations", der bei Amber Books erschienen ist. Die beeindruckendsten Bilder sehen Sie in der Fotostrecke.

Fotostrecke

15  Bilder
Hochkulturen: Überwuchert, versunken, zerstört

Die Ruinen zeigen: Was einst für die Ewigkeit erdacht und erbaut wurde, kann schon nach erschreckend kurzer Zeit wieder untergehen und in Vergessenheit geraten.

koe



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