Mausgehirn Menschliche Stammzellen werden zu Neuronen

Erstmals ist es Forschern gelungen, menschliche Stammzellen in den Körper einer anderen lebenden Spezies einzupflanzen. In Mäusegehirnen entwickelten sich die Zellen zu voll funktionsfähigen Hirnzellen.


Schon mehrfach hatten Wissenschaftler versucht, menschliche Stammzellen in Gehirne von Mäusen einzuschleusen. Tatsächlich entwickelten sich daraus adulte Zellen - allerdings war bislang unklar, ob diese auch funktionsfähig sind. Ein japanisch-amerikanisches Forscherteam konnte dies nun in einem Experiment beweisen.

Menschliche Stammzellen im Maushirn: Besseres Verständnis des Gehirns
National Academy of Sciences

Menschliche Stammzellen im Maushirn: Besseres Verständnis des Gehirns

Forscher vom kalifornischen Salk Institute for Biological Studys und dem japanischen Nara-Institut für Wissenschaft und Technologie hatten rund 100.000 embryonale Stammzellen in die Gehirne von 14 Tage alten Maus-Embryos injiziert.

Zwei Monate nach der Injektion waren die Zellen durch das Hirn gewandert und in mehreren Regionen eingebaut. Das Team um Alysson Muotri beobachtete, dass die Zellen nach 18 Monaten normale elektrische Aktivitäten zeigten, was darauf hindeutet, dass sie sich zu voll funktionsfähigen Hirnzellen entwickelt hatten.

Bei früheren Versuchen seien die Stammzellen vom Immunsystem der Mäuse abgestoßen worden oder hätten Tumoren gebildet, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences". Der Erfolg könne zu einem besseren Verständnis des menschlichen Gehirns sowie zum Kampf gegen neurologische Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer beitragen.



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