Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Grabbeigaben für Großvater Geier

Im Westen von Guatemala haben Archäologen das Grab eines Priesters gefunden, der als ältester bekannter Maya gilt. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: die Suche nach den Toten von Hastings und Rätselraten um einen goldenen Becher.

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Er war einer der ganz Großen der Geschichte: Im Westen von Guatemala haben Archäologen das Grab von K'utz Chman gefunden. Der Priester regierte die Stadt Tak'alik Ab'aj und gilt als der älteste bekannte Maya.

"Großvater Geier": Jadefigur aus dem Grab von K'utz Chman Zur Großansicht
AFP/ Parque Arqueologico Nacional Takalik Abaj

"Großvater Geier": Jadefigur aus dem Grab von K'utz Chman

"Er war ein großer Häuptling", sagt Ausgräber Miguel Orrego, "er überbrückte die Lücke zwischen den Kulturen der Olmeken und der Maya." K'utz Chman ist bekannt dafür, dass er kulturelle Neuerungen wie den Bau von Pyramiden und Skulpturenporträts der Herrscherfamilien einführte.

Als Grabbeigaben hatten seine Untertanen dem Herrscher reichen Jadeschmuck, darunter eine Halskette mit einer geierköpfigen Menschengestalt als Anhänger, mit ins Grab gegeben. Diese Figur ist ein Symbol für Macht und Reichtum - eine Auszeichnung, die angesehenen alten Männern verliehen wurde. Dazu passt auch der Name des Toten: K'utz Chman bedeutet in der Sprache der Maya "Großvater Geier". Die Archäologen konnten mit Hilfe von Radiokarbondatierungen das Alter des Grabes zwischen 770 und 510 v. Chr. bestimmen. Allerdings fanden sie nur noch Beigaben. Die Gebeine von Großvater Geier hatte die Erde sich bereits wieder restlos zurückgeholt.

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Peletua 04.11.2012
temmay 04.11.2012
Stimmviech 04.11.2012
karstenkru 04.11.2012
old-chatterhand 04.11.2012
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.