Mecklenburg-Vorpommern Vogelgrippe-Alarm jetzt auch auf dem Festland

Nachdem die Vogelgrippe das Festland erreicht hat, soll in Mecklenburg-Vorpommern die Ausbreitung der Seuche mit weiteren Schutzzonen verhindert werden. Agrarminister Till Backhaus kündigte zudem eine Untersuchung der Haustierbestände an.


Berlin/Schwerin - Das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe müsse minimiert werden, sagte Backhaus (SPD) im ZDF. "Es geht darum, alle toten Vögel in Mecklenburg-Vorpommern so schnell wie möglich einzusammeln." Dabei leisteten Bundesregierung, Bundeswehr, Polizei und weitere Kräfte Unterstützung. Backhaus kündigte in der ARD die Einrichtung weiterer Schutzzonen und eine Untersuchung der Haustierbestände in den betroffenen Regionen an.

Schutzzone auf Rügen: Die Seuche hat das Festland erreicht
DPA

Schutzzone auf Rügen: Die Seuche hat das Festland erreicht

Gestern hatte die Seuche das Festland von Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems teilte mit, bei zwei der fünf am Nachmittag untersuchten Vögeln sei das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 festgestellt worden. Bis zum Wochenende waren Vogelgrippefälle nur auf der benachbarten Insel Rügen festgestellt worden.

Sollten Betriebe durch die Vogelgrippe in Existenznot geraten, müssten Bund, Länder und die Europäische Union einspringen, verlangte derweil der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Helmut Born, in der "Neuen Presse". "Das ist unsere Forderung, auch wenn über Rügen hinaus noch weitere Keulungen angeordnet werden sollten."

Angesichts der fortschreitenden Verbreitung der Vogelgrippe kritisierte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) indirekt jene Bundesländer, die nicht genügend Grippemedikamente bevorraten. Nordrhein-Westfalen habe für 30 Prozent der Bevölkerung antivirale Medikamente angeschafft, sagte Laumann den "Ruhr Nachrichten". Andere Länder hielten nicht einmal die empfohlene Menge für 20 Prozent vor.

Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, beraten heute in Brüssel die Agrarminister der 25 EU-Staaten. Dabei werden die Ressortchefs auch über die Frage der Entschädigung betroffener Landwirte und mögliche Impfprogramme sprechen. Konkrete Beschlüsse stehen aber nicht an.

als/ddp



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