Medikamente Aus für Kava-Kava

James Cook trank es, die Queen auch. Jetzt ist Kava-Kava, der traditionelle Begrüßungstrunk der Südsee, in Verruf geraten.


Begrüßungstrunk: Kava-Kava-Ausschank auf Tonga
REUTERS

Begrüßungstrunk: Kava-Kava-Ausschank auf Tonga

Kapitän James Cook und seine Mitreisenden waren die ersten Europäer, die auf den Südseeinseln den betäubenden Kava-Kava-Trunk erprobten. Auch Königin Elizabeth II. schluckte bei ihren Besuchen auf Fidschi regelmäßig Kava-Kava zur Begrüßung. Nun müssen Präparate aus der Wurzel des Rauschpfeffers, die bislang in deutschen Apotheken und Reformhäusern gegen Stress und zur Entspannung frei verkäuflich waren, vom Markt genommen werden.

Dem Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen 24 Berichte über Leberschäden durch Kava-Kava-Produkte vor; eine Erkrankung verlief tödlich, bei drei Patienten wurde eine Lebertransplantation erforderlich. Weshalb die Mittel diese Schäden auslösten, ist nicht bekannt. Den schweren Nebenwirkungen, auf die zuvor schon das pharmakritische "Arzneitelegramm" aufmerksam gemacht hatte, stehe "keine hinreichend belegte therapeutische Wirksamkeit gegenüber", heißt es aus Bonn.



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