Menschenaffen Inzucht hinterlässt Spuren im Gorilla-Genom

Forscher haben das Erbgut aller Menschenaffen-Arten verglichen. Die Analyse zeigt: Viele Gruppen in der Wildnis sind von Inzucht betroffen, vor allem Gorillas. Auch der Mensch wurde einsortiert - und landet im Ranking der genetischen Vielfalt weit hinten.

Ian Bickerstaff

Ob Gorilla, Schimpanse, Orang-Utan oder Mensch: Für alle lebenden Menschenaffen-Arten sind die Genome einzelner Exemplare entziffert. Zuletzt wurde im vergangenen Jahr das Erbgut des Gorillas sequenziert. Dabei zeigten sich erstaunlich viele Gemeinsamkeiten.

Nun wurden die genetischen Baupläne der Menschenaffen in einer umfangreichen Studie analysiert und verglichen. Die Grundlage bildete das Erbgut von insgesamt 79 Individuen. Ein internationales Team aus mehr als 70 Wissenschaftlern stellte die Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift "Nature" vor.

Im Fokus der Studie steht die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Besonders viele unterschiedliche Varianten von bestimmten DNA-Abschnitte fanden die Wissenschaftler beim Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii) und beim Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla). Wenn sich Umweltbedingungen verändern, können solche Varianten es einer Spezies erleichtern, sich anzupassen.

Unflexible Bonobos

Weniger flexibel wären dann zum Beispiel Bonobos (Pan paniscus) sowie der Mensch, allerdings nur Populationen außerhalb Afrikas. Hinter ihrem weniger variablen Erbgut stecken zum Beispiel genetische Flaschenhälse - wie etwa die Verbreitung des Homo sapiens, ausgehend von Afrika, mit relativ wenigen Individuen.

Ein weiterer Nachteil kleiner Populationen zeigte sich im Erbgut: Starke Indizien für Inzucht fanden die Wissenschaftler bei beinahe allen wildlebenden Arten. Von allen Menschenaffen sind Östliche Flachlandgorillas (Gorilla beringei graueri) demnach am stärksten von Inzucht betroffen.

In den Stammbaum der Schimpansen brachte die detaillierte Auswertung zudem eine neue Struktur. Innerhalb der Gruppe der Gemeinen Schimpansen ließen sich jeweils zwei Unterarten klar voneinander abgrenzen. Deren Differenzierung begann vor etwa zwei Millionen Jahren. Den letzten gemeinsamen Vorfahren vermuten die Wissenschaftler vor etwa einer Million Jahren.

Die Genom-Analyse soll auch dem Artenschutz dienen. Nun sei es möglich, Muster im Erbgut von Menschenaffen in Reservaten und Zoos zu charakterisieren, schreiben die Forscher. Auf dieser Basis ließen sich Strategien entwickeln, um die genetische Vielfalt innerhalb der Populationen zu erhalten - und damit auch die Arten selbst.

che



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Altesocke 04.07.2013
1. optional
Mich wuerd so eine Studie mal beim Menschen im asiatischen Raum interessieren. Wenn den Berichten glauben geschenkt werden darf, ist das mit dem eingeschraenkt genutztem Genpool vielerorts erst durch DNA 'Manipulation' von maennlichen 1. Welt Reisenden veraendert worden!
brut_dargent 04.07.2013
2.
Frage 1: Werden die genetisch bedingten Krankheiten der Inzucht bei Tieren genauso deutlich wie bei Menschen? Frage 2: Angenommen, es gab am Anfang der menschlichen Schöpfungsgeschichte tatsächlich nur Adam und Eva. Deren Kinder konnten sich nur mittels Inzucht fortplanzen. In der Bibel wird m.W. nicht über daraus resultierende Krankheiten berichtet. Gab es diese Krankheiten damals nicht? Und wenn nicht, warum gibt es sie 'heute'?
nr.42 04.07.2013
3.
Zitat von brut_dargentFrage 1: Werden die genetisch bedingten Krankheiten der Inzucht bei Tieren genauso deutlich wie bei Menschen? Frage 2: Angenommen, es gab am Anfang der menschlichen Schöpfungsgeschichte tatsächlich nur Adam und Eva. Deren Kinder konnten sich nur mittels Inzucht fortplanzen. In der Bibel wird m.W. nicht über daraus resultierende Krankheiten berichtet. Gab es diese Krankheiten damals nicht? Und wenn nicht, warum gibt es sie 'heute'?
Ist das ihr ernst? Adam und Eva und nur deren Kinder? Die menschliche Geschichte ist so alt, dass was in der Bibel steht schon rein aus logischen Gründen kaum zutreffen kann. Das sind einfach Nacherzählungen von Nacherzählungen oder eher Gesagt Gerüchten hoch 10 gepuscht, die man für ideologische Zwecke erschaffen hat. Das Problem mit denen Genen kann man überall dort beobachten, wo das Heiraten näherer Verwandten (Vettern) schlicht und ergreifend mehr als normal ist, sprich vor allem im islamischen Raum oder halt bei uns im Mittelalter usw. Ich war vor kurzem wegen eines Projekts an der Uni in einem Betreuungsheim für behinderte Kinder. Da waren 90% nur Kinder mit Migrationshintergrund. Bei den Gesprächen mit den Leitern stellte sich heraus, dass bei vielen diesen Kindern die Eltern nähere Verwandte sind und daher auch dieser hoher Anteil der Missbildungen vorhanden ist. In meiner über 10 Ecken Verwandschaft gibt es auch einen Fall. Da haben vor ein paar Generationen Verwandte 3ten Grades geheiratet und jede dritte Generation ist mit gewissen Behinderungen konfrontiert. Dort äußert es sich durch die Epilepsie. Die Ärzte konnten es nach diversen Tests fast mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass dies auf diese Blutsverwandschaft zurück zu führen ist. Es gibt einige Reportagen, wo man z.B. in irgendwelche Dörfer in der Türkei und anderen islamischen Ländern hingegangen ist und geschaut, wie es mit den Behinderungen usw. aussieht und überall existiert ein ähnliches Bild. Sobald die Blutsverwandschaft durch mehrere Generationen vorhanden ist, so ist auch die Wahrscheinlich der Behinderung sehr hoch. Es gibt Familien, wo kaum ein Kind ohne eine Behinderung ist. Beim näheren betrachten, war es immer so, dass entweder die Eltern nähere Verwandte waren und deren Eltern auch schon usw. Und nur kurz auf die letzte Fragen einzugehen, die Krankheiten gab es schon immer, nur wurden sie früher immer als Strafe Gottes abgestempelt und niemand dachte es sich, dass es an der Blutsverwandschaft liegen kann. Heute kann man viele Behinderungen mit Gen-Tests usw. nachweisen und woher die Ursachen kommen. Das einzige was helfen würde, wäre diese Hochzeiten unter den Verwandten zu verbieten evtl. mit hohen Strafen zu belegen, anders wird es irgendwann noch schlimmer werden.
monolithos 04.07.2013
4. Merken Sie was?
Zitat von brut_dargentFrage 1: Werden die genetisch bedingten Krankheiten der Inzucht bei Tieren genauso deutlich wie bei Menschen? Frage 2: Angenommen, es gab am Anfang der menschlichen Schöpfungsgeschichte tatsächlich nur Adam und Eva. Deren Kinder konnten sich nur mittels Inzucht fortplanzen. In der Bibel wird m.W. nicht über daraus resultierende Krankheiten berichtet. Gab es diese Krankheiten damals nicht? Und wenn nicht, warum gibt es sie 'heute'?
Ihre Fragen erübrigen sich selbst, weil sie ja zeigen, wie absurd das mit Adam und Eva ist. Aber ich denke, Sie gehören eh nicht mehr zu denen, die daran glauben. Gibt es eigentlich noch jemanden, der WIRKLICH daran glaubt und das nicht nur behauptet, wenn er mit anderen Menschen redet, die er nicht in ihren religiösen Gefühlen verletzen will, die aber auch nicht daran glauben und es sich ebenso nicht trauen zuzugeben? Interessant sind bestimmt die Antwortversuche, die demnächst hier im Forum eintreffen werden und versuchen, das mit Adam und Eva mit der wirklichen Welt in Einklang zu bringen. Das wird bestimmt lustig. Hier mein Versuch: Adam und Eva hatten ja angeblich 2 Söhne (Kain und Abel). Wie sollen die sich denn fortgepflanzt haben? Die Homo-Ehe gab es damals noch nicht (schon gar nicht unter Brüdern) und auch niemanden zum Adoptieren. Also muss mindestens einer von beiden das bis dahin einzig weibliche Wesen (die eigene Mutter) erfolgreich begattet haben und vielleicht auch die weiblichen Nachkommen dieser Liaison. Das beendet aber weder die Inzucht noch erklärt es das Nichterwähntwerden von inzestbedingten Erbkrankheiten. Also: alles Quatsch! Wir haben ja seit Darwin eine gute und nicht widerlegte Theorie, wie das alles ohne Schöpfung funktioniert hat.
BettyB. 04.07.2013
5. Adam und Eva
Danke brut-dargent (No.2.) damit ist dieser Tag endlich ein freudevoller...
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