Berlin - Der Templo Mayor war einer der wichtigsten Tempel der Aztekenhauptstadt Tenochtitlán. Auf Anweisung der spanischen Invasoren wurde der Komplex in der Innenstadt des heutigen Mexiko-Stadt im Jahr 1521 zerstört - nachdem zuvor alle Wertgegenstände gestohlen worden waren. Seit einigen Jahrzehnten werden die Überreste des Tempels von Archäologen untersucht.
Dabei haben Wissenschaftler und Grabungstechniker nun einen aufsehenerregenden Fund gemacht. Es geht um das Skelett einer jungen Frau - umgeben von mehr als 1700 menschlichen Knochen. Das Instituto Nacional de Antropología e Historia in Mexiko erklärte, die Entdeckung sei etwa fünf Meter unter der Erdoberfläche, in einer Ecke des ehemaligen Tempelkomplexes gelungen.
Auf einem der gefundenen Haufen hätten sich Schädel von sieben Erwachsenen und drei Kindern befunden, auf einem anderen Oberschenkelknochen. Ein dritter Haufen habe Rippenknochen enthalten. Die für die Grabung verantwortliche Forscherin Perla Ruiz erklärte, die Knochen könnten aus vorherigen Beerdigungen stammen. Sie seien dann womöglich zusammen mit der jungen Frau noch einmal beigesetzt worden. Einige Knochen weisen den Forschern zufolge die Spuren von Schnitten auf. Man habe aber keine Hinweise darauf, dass die Menschen an der Begräbnisstelle geopfert worden seien.
In der Nähe des nun gefundenen Grabes stießen die Forscher auf Überreste von etwas, das sie als ein Art geheiligten Baumstamm ansehen. Dieser sei scheinbar einige Jahrzehnte älter als die Knochen. Möglicherweise gehe der symbolische Baum auf den aztekischen Glauben zurück, wonach der Himmel durch geheiligte Bäume gehalten wird. Es sei aber auch möglich, dass der gespaltene Stamm einst für ein jährliches Fest in den Tempelkomplex gebracht wurde.
chs/AP
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