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Atacama-Wüste: Die rätselhafte Wandlung der Kindermumien

Wüstenrätsel: Die Mumien der Chinchorro-Kultur Fotos
Vivien Standen

In der Atacama-Wüste ragen seit 7000 Jahren Mumien aus dem Boden - doch sie zerfallen auf mysteriöse Weise. Jetzt gibt es eine Erklärung.

Die Jäger und Sammler der Chinchorro-Kultur lebten vor 7000 Jahren an den Wasserlöchern in der Atacama-Wüste. Lange vor den Ägyptern balsamierten sie Tote: Vor allem ihre gestorbenen Kinder präparierten die Steinzeitmenschen und legten sie unter die Erde. Dort sollten sie für die Ewigkeit bleiben.

Doch nun, nach sieben Jahrtausenden, scheint eine Ewigkeit zu Ende zu sein - die Mumien zerfallen. Sie wandeln sich zu schwarzem Schlamm. Was geht vor?

Als Ursache vermuten Forscher eine Änderung des Klimas: Die gewöhnlich trockene Wüste sei feuchter geworden. Nun könnten Bakterien gedeihen, die die Mumien zersetzen, berichten Wissenschaftler um Ralph Mitchell von der Harvard University in den USA.

Die Experten hatten im Labor die Umwelt der Mumien nachgebaut. Anstatt der Mumien nutzten sie Schweinehaut, die nach der Methode der Chinchorro balsamiert wurde. Das Ergebnis: Im feuchteren Klima vermehren sich Bakterien, die zuvor in den Mumien nachgewiesen worden waren, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Die Bakterien zersetzen das Gewebe.

Vielerorts lugen mittlerweile Schädel aus dem Wüstenboden der Atacama; Bauprojekte legen immer mehr Mumien frei. Wie können die Hunderten Mumien erhalten bleiben, die unter der Erde noch vermutet werden, fragen sich Gelehrte. Manche Mumien retten Archäologen ins Museum von Arica.

Doch das Schicksal der Chinchorro-Kultur beschäftigt die Wissenschaft auch aus einem anderen Grund: Warum, so lautet eine wichtige Frage, liegen so viel Kinderleichen im Boden?

Einen Hinweis liefern womöglich die vergleichsweise großen Mengen Arsen, die im Grundwasser der Region gemessen wurden. Das Gift könnte viele Steinzeitmenschen getötet haben, insbesondere Kinder, meinen Forscher. Womöglich war es also der häufige Trennungsschmerz, der die Jäger und Sammler der Chinchorro-Kultur veranlasste, ihr komplexes Totenritual zu entwickeln - das die Angehörigen für Jahrtausende konservierte.

boj

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Mumien retten also Archäologen?!
püttler 11.03.2015
"Manche Mumien retten Archäologen ins Museum von Arica." Schade, dass der Artikel offen lässt, warum die Archäologen gerettet werden mussten, und vor allem, warum von Mumien. Die Welt staunt; sind doch bislang Mumien eher als passiv bekannt :-)
2. @püttler
whatfor 12.03.2015
Wenn Sie den Unterschied zwischen Akkusativ und Nominativ kennen würden ...
3. @whatfor
2illuminat3 12.03.2015
Wenn Sie den Unterschied zwischen Humor und ernstgemeinten Aussagen kennen würden ...
4. Klimaveränderung
lizard_of_oz 12.03.2015
Sobald Mumien freiliegen zerfallen sie immer sehr schnell, ob in der Wüste oder im Regenwald, ein kräftiger Regenguss und die Mumie ist hin, in der Wüste vertrocknen und zerbröseln sie. Insekten und andere Tiere sind für den Erhalt ebenfalls nicht eben förderlich. Meinen Meinung dazu, lasst sie verfaulen, das ist der natürliche Gang der Dinge. Einige wenige kann man gern zu Forschungszwecken in Museen erhalten.
5. @whatfor
püttler 14.03.2015
"Manche Mumien (WER? = Nominativ!) retten Archäologen (WEN? = Akkusativ!) ins Museum von Arica." Defizite in der Unterscheidung der beiden Kasus scheinen sich ausschließlich auf Ihrer Seite zu manifestiert zu haben! Des Weiteren werden deutsche Sätze nach Subjekt-Prädikat-Objekt gebildet, WER tut WAS für/mit/gegen ...WEN! Also bedeutet dieser Satz nichts Anderes, als dass Mumien aktiv Archäologen retten, und eben nicht, dass Mumien passiv von Archäologen gerettet werden! Abitur und Baumschule schließen sich halt doch aus :-)
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