Nachhaltigkeit im Alltag Weniger ist wirklich oft mehr

Brauche ich das im Ernst? Wer öfter mal Nein sagt und bewusst konsumiert, kann Umwelt und Ressourcen schonen. Im Nachhaltigkeitstraining von SPIEGEL WISSEN lernen Sie, wie das mithilfe einer Liste klappen kann.

Clara de Villiers/SPIEGEL WISSEN


Das achtwöchige Nachhaltigkeitstraining von SPIEGEL WISSEN setzt an Punkten an, mit denen Sie leicht und ohne viel Zeitaufwand Ihren Alltag so verändern können, dass die Umwelt effektiv geschützt wird.

Sie beschäftigen sich nun schon seit über einem Monat mit der Frage, wie Sie mehr Nachhaltigkeit in Ihren Alltag bringen können. Sehr gut! Vielleicht haben Sie ja die Erfahrung gemacht, dass die meisten Aufgaben weniger Zeit und Nerven gekostet haben als gedacht. Und dass Sie auch nicht das Gefühl hatten, wirklich auf etwas verzichten zu müssen. In dieser Woche gehen wir ein einziges Mal einen kleinen Schritt weiter. Die Aufgabe ist es, das eigene Kaufverhalten zu überdenken und gegebenenfalls auch einzuschränken.

Basis-Übung

Muss nicht sein Das neueste Smartphone? Garderobe für die neue Saison? Ein besserer Fernseher? Wir alle sind Konsumenten mit Begehrlichkeiten. Überlegen Sie sich diese Woche in einer ruhigen Minute, welche Konsumwünsche Sie im Augenblick umtreiben. Machen Sie eine Art Wunscheinkaufsliste, auf die Sie Produkte schreiben, die Sie sich in den nächsten Wochen und Monaten zulegen oder "gönnen" wollen.

Haben Sie drei bis fünf Wünsche gefunden, machen Sie den nächsten Schritt: Überlegen Sie nun genau, welche der Anschaffungen nötig und sinnvoll sind - und welche nicht. Suchen Sie nun - je nach Länge der Liste - zwei bis vier Sachen heraus, auf die Sie noch eine Weile oder sogar dauerhaft verzichten können. Verpflichten Sie sich konkret, diese Dinge mindestens ein halbes Jahr oder ein Jahr nicht zu kaufen.

Fällt Ihnen das schwer? Meist vergeht das nach ein paar Tagen: Wenn man ein wenig Abstand gewinnt und etwas Zeit vergangen ist, relativieren sich viele Konsumwünsche. Die paar, die bestehen bleiben, können Sie sich ja auch noch im nächsten Jahr erfüllen.

Weiterführender Tipp

Mit Sinn und Geschmack Nachhaltig zu konsumieren, ist oft leichter als kompletter Verzicht. Wenn Sie bei der Trainingsaufgabe dieser Woche merken, dass "Weglassen" Ihnen sehr schwer fällt, Sie auf neue Sommermode oder Elektrogadgets nicht verzichten können, versuchen Sie in den nächsten Monaten ein oder zwei Sachen, die Sie sonst "konventionell" eingekauft hätten, in der fairen und nachhaltigen Variante zu kaufen, z.B. Fair-Trade-Kleidung statt Shoppen bei Billigketten. Für die Orientierung bei nachhaltigen Produkten helfen Ihnen folgende Apps:
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Nutzen

Was bringt es für die Umwelt? Je weniger Sie konsumieren, desto mehr Ressourcen schonen Sie, desto mehr Müll vermeiden Sie.

Elektrogeräte: Für Smartphones, Tablets und Bildschirme werden viele Rohstoffe verbraucht. Bis zu 60 unterschiedliche chemische Elemente und 30 Metalle stecken in einem Elektrogerät. Öl, Kupfer, Edelmetalle wie Gold und Silber sowie Seltene Erden. All diese Ressourcen schonen wir, wenn wir weniger Gadgets kaufen.

Kleidung: Für preisgünstig produzierte Mode aus Asien werden viele Pestizide verwendet und viel Wasser verbraucht, vor allem bei der Baumwollproduktion. (60 Prozent der Felder müssen zusätzlich bewässert werden.) Wer weniger Mode einkauft, verbraucht indirekt also weniger Wasser und schont die Umwelt.

In machbaren Schritten zu mehr Nachhaltigkeit? Mit dem Training von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL WISSEN ist das spielend leicht möglich.

Jeden Freitag bekommen Sie eine neue, einfache Anregung für umweltfreundlicheres Verhalten im Alltag. Bestellen Sie direkt hier:

In dieser Woche ist das neue SPIEGEL WISSEN auf den Markt gekommen. Dieses Mal geht es um das Thema "Wird er 150? Wie die Wissenschaft das Leben verlängern will".

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
avada~kedavra 30.06.2017
1. Stimmt,
weniger kann manchmal mehr sein, deswegen melde ich mich auch nicht für diesen (im Artikel) erwähnten Newsletter an. Erstens ist er (für mich) überflüssig, zum zweiten spare ich dadurch Energie ein, welche sonst für diesen Versand und die Erstellung nötig wäre. Bei der Anschaffung neuer Elektro(nik)geräte schaue ich vorher nach ob ich jemanden finde, der (günstig oder gar geschenkt) das Vorgängermodell (wenn noch funktionsfähig) übernehmen möchte oder (wie im Beispiel meiner Spielekonsole) ich behalte es da nicht alle Spiele auf der neuen Konsole spielbar sind. Auch die alten Smartphones werden noch als Medienplayer oder Ersatzgeräte aufgehoben. Kleidung (Saison) nur wenn etwas nicht mehr passt oder kaputt ist. Ansonsten kauft man möglichst neutral und nicht modeabhängig oder nur ganz wenig Teile die von den aktuellen Trends beeinflusst sind. So geht Nachhaltigkeit auch.
freckles1975 30.06.2017
2. Nachhaltigkeit muss früher ansetzen...
nämlich schon bei der Produktion: Cradle to Cradle (von der Wiege zur Wiege)! Es könnte jedes Gebäude seine eigene Energie produzieren, jede Fabrik könnte nach Verwendung wieder sauberes Wasser in den biologischen Kreislauf zurückgeben, jedes Auto könnte schon elektrisch fahren, Flugzeuge ohne Kerosin fliegen, jedes Produkt könnte schon frei von Schadstoffen hergestellt werden, jedes Produkt, das nicht in den biologischen Kreislauf zurückgegeben werden kann, müsste von den Firmen zurückgenommen werden und auseinandergebaut und wieder verbaut werden ... so könnte unsere Welt aussehen, wenn diese Entwicklung der Staat fördern und lenken würde - mit dem Vermögen, das die Wirtschaft des Landes erwirtschaftet. Dieses Vermögen darf nicht in den Händen weniger Reicher landen, sondern sollte für Innovation und Fortschritt der Menschheit genutzt werden - nicht für Kriegsgerät... (vgl. auch Sahra Wagenknecht, Reichtum ohne Gier)
INGXXL 30.06.2017
3. 2#
ALSO Auto mit Batterie das funktioniert und wird sich weiter verbreiten. Wie schnell ist eine andere Frage,. Aber verkehrsflugzeuge ohne Kerosin, wie soll das gehen. OK ich war Segelflieger, habe auch mal 300km geschafft. Rekorde über 1000km gibt es auch. Aber als Verkehrsflug nicht denkbar. Und Batterien habe ein zu hoher Gewichtleistungsverhältnis. Und die Ideologie von Frau Wagenknecht reicht fürs Fliegen nichts aus, reicht nur zum Fahrradfahren
opinio... 30.06.2017
4. Also,
unsere nachhaltige Kanzlerin erfand einstens die Umweltprämie, die den Kauf neuer Autos förderte. Auf den Standpunkt kommt es an!
Skarrin 30.06.2017
5. Für mich überflüssig
Sieht nicht so aus als ob ich noch eine Liste und weitere Betreuung brauche. Meine Kleidung hält sehr lange, ersetzt wird nur was auch nicht mehr geflickt werden kann. Sehr vieles, von Kleidung über Möbel bis zu E-Geräten kaufe ich gebraucht. Außerdem bin ich Mitorganisator eines RepairCafes. Auch mein Haus ist nicht neu sondern wurde schon vor fast 80 Jahren gebaut, mit halbmeterdicken Wänden auf die ich keine Dämmung mehr kleben werde. Ich denke, das ist nachhaltiger als Abriss und Ressurcenverbrauch für einen Fastpassivsupergedönsneubau. Nur mein E-Auto ist neu :-)
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