Nachhaltigkeit im Alltag Auto? Ach, nöö!

Das Auto einfach mal stehen lassen - vor allem in ländlichen Regionen ist das schwer. Im Nachhaltigkeitstraining von SPIEGEL WISSEN lernen Sie, wie es trotzdem klappt.

Clara de Villiers/SPIEGEL WISSEN


Das achtwöchige Nachhaltigkeitstraining von SPIEGEL WISSEN setzt an Punkten an, mit denen Sie leicht und ohne viel Zeitaufwand Ihren Alltag so verändern können, dass die Umwelt effektiv geschützt wird. Dies ist die sechste Ausgabe.

Das Auto stehen zu lassen, fällt uns schwer. Aber es würde viel bringen, wenn wir ab und zu Rad, Bus oder Bahn fahren würden. In dieser Woche experimentieren wir deshalb ein bisschen mit dem Thema Fortbewegung im Alltag.

Basis-Übung

Drei Alternativen. Lassen Sie das Auto in dieser Woche an mindestens drei Tagen stehen. Das ist für manche sehr leicht, für andere schwierig (und hat nicht nur mit dem "inneren Schweinehund" zu tun, sondern auch mit den Lebensumständen). Planen Sie nun: Wollen Sie sich lieber mit dem Rad bewegen oder mit Bus und Bahn?

Wenn das entschieden ist, planen Sie, welche drei kleinen Strecken Sie in den nächsten Tagen mit dem Rad zurücklegen können, zum Beispiel zum Sportverein, zum Einkaufen oder zur Arbeit. Und dann tun Sie es tatsächlich. Wenn Sie Bahn oder Bus nehmen wollen, suchen Sie sich im Internet direkt drei Strecken heraus, mit denen Sie bestimmte Wege in der kommenden Woche machen können.

Wichtig: Schauen Sie am Ende der Trainingseinheit noch mal zurück und beantworten Sie sich folgende Fragen: "Hat es Freude gemacht?" und "War es stressiger als Auto fahren?" Wenn Sie merken, dass Rad, Bahn oder Bus fahren Ihnen eigentlich guttut: Verlängern Sie die "Drei-Mal-Auto-stehen-lassen"-Übung bis zum Ende des Trainings.

Wichtig: In vielen Gegenden gibt es keinen zuverlässigen öffentlichen Nahverkehr. Wenn Sie in einer solchen Region wohnen und auch noch Fahrrad-Muffel sind, beschäftigen Sie sich in dieser Woche mit dem Thema Fahrgemeinschaft: Suchen Sie nach zwei Menschen - Arbeitskollegen, Freunde oder Nachbarn -, mit denen Sie gelegentlich oder regelmäßig eine Fahrgemeinschaft bilden könnten. Das können berufliche Fahrten sein, aber auch solche in der Freizeit. Versuchen Sie für den nächsten Monat, drei gemeinsame Fahrten zu realisieren. Es zählt auch, wenn Sie anderen eine Mitfahrgelegenheit anbieten.

Weiterführender Tipp

Ausgleich schaffen. Flugverkehr schadet der Umwelt. Trotzdem wollen wir auch in den Urlaub fliegen oder beruflich das Flugzeug nutzen. Falls Sie in diesem Punkt dennoch etwas in Richtung Nachhaltigkeit verändern wollen, könnten Sie es mit der finanziellen Kompensation Ihrer Emissionen versuchen. Verschiedene Plattformen bieten das an. Hemmschwelle für viele, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sind die Kosten. Doch die sind meist geringer, als man denkt: Für einen Ferienflug von Hamburg nach Mallorca und zurück bezahlt man beispielsweise circa 16 Euro pro Person als Ausgleich für die Umwelt. Gute Anbieter sind Atmosfair (gemeinnützige GmbH) und Myclimate gemeinnützige Stiftung).

Nutzen

Was bringt es der Umwelt? Ein Auto, mit dem man im Jahr 12.000 Kilometer fährt, produziert etwa 2000 Kilogramm C02. Die verträgliche Klimabilanz für den Einzelnen pro Jahr liegt bei 2300 Kilogramm. Wenn Sie das Auto häufiger stehenlassen oder mit anderen teilen, betreiben Sie effektiven Klimaschutz.

In machbaren Schritten zu mehr Nachhaltigkeit? Mit dem Training von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL WISSEN ist das spielend leicht möglich.

Jeden Freitag bekommen Sie eine neue, einfache Anregung für umweltfreundlicheres Verhalten im Alltag. Bestellen Sie direkt hier:

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insgesamt 19 Beiträge
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meiner79 23.06.2017
1.
Ich fahr im Jahr etwa 12000km mit dem Rad, bei Wind und Wetter. Auto besitze ich nicht. Dafür 8 Fahrräder und es werden mehr. Gut bei uns hier oben an der Küste, liegt auch nur 5 Tage im Jahr Schnee. Dennoch sind 3/4 der Fahrten Training, Langeweile bzw ohne Sinn. Selbst der Einkauf von 500m wird mit dem Rad erledigt. Man kann also sagen, das ich unsinnig CO2 raushau. Wieviel müsste ich denn dann bei Atmosfair einzahlen?
bafibo 23.06.2017
2. Leider, leider
geht auch die zur Verfügung stehende Zeit mit in die Gleichung ein - und die läßt sich nicht endlos vermehren. Fahrten mit ÖPNV oder Fahrrad benötigen, wenn nicht gerade massiver Stau herrscht oder man mit dem Fahrad den Weg praktisch zur Luftlinie abkürzen kann, viel mehr Zeit als im Auto (normalerweise das Doppelte und mehr). Und Einkäufe zu transprotieren ist auch so eine Sache. Sprudelkisten im Bus? No way.
kay_ro 23.06.2017
3. Sprudelkisten im Bus
Wir lassen uns Sprudelkisten und Schweres liefern. Ist auch viel bequemer, wenn man im 3.OG ohne Fahrstil wohnt. Dafür steht das Fahrrad im Keller, der Bus fährt um die Ecke ab und das Auto steht in der Garage und wird max. 5000km im Jahr bewegt. Allerdings wohnen wir in einer Stadt und bewegen uns auch nur in der Stadt. Das war aber schon vor 20 Jahren eine bewusste Entscheidung nicht ins zersiedelte Umland zu ziehen und durch eine Menge an Zeit und nerven zu sparen. Im Alltag spielt das Auto hier keine Rolle.
iceman.s 23.06.2017
4. Kein Fahrad
Ganz Nett gemeint, funktioniert aber nicht bei mir. Ich besitze kein Fahrrad und hätte auch keinen Platz zur Unterbringung. Bus ginge zwar, aber der fährt nur ein mal die Stunde und meine Wege-zeit würde sich verdreifachen. Fahrgemeinschaft klappt auch nicht > keine festen Arbeitszeiten und praktisch keine Arbeitskollegen in der Nähe meines Wohnortes.
cor 23.06.2017
5.
Zitat von kay_roWir lassen uns Sprudelkisten und Schweres liefern. Ist auch viel bequemer, wenn man im 3.OG ohne Fahrstil wohnt. Dafür steht das Fahrrad im Keller, der Bus fährt um die Ecke ab und das Auto steht in der Garage und wird max. 5000km im Jahr bewegt. Allerdings wohnen wir in einer Stadt und bewegen uns auch nur in der Stadt. Das war aber schon vor 20 Jahren eine bewusste Entscheidung nicht ins zersiedelte Umland zu ziehen und durch eine Menge an Zeit und nerven zu sparen. Im Alltag spielt das Auto hier keine Rolle.
5000 km sind ganz schön viel für jemanden, der sich "nur in der Stadt bewegt".
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