Nachwuchs: Raucher bekommen mehr Mädchen

Einer neuen Studie zufolge gibt es einen Zusammenhang zwischen Nikotinkonsum der Erzeuger und dem Geschlecht der Kinder.

Am größten ist die Wahrscheinlichkeit für ein Mädchen, wenn beide Elternteile starke Raucher sind
AP

Am größten ist die Wahrscheinlichkeit für ein Mädchen, wenn beide Elternteile starke Raucher sind

Rauchen in der Schwangerschaft ist gefährlich. Wird hingegen in den Monaten der Zeugung gequalmt, können werdende Eltern eher mit einem Mädchen als einem Jungen rechnen, berichten japanische und dänische Forscher in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet".

Die Wissenschaftler um Misao Fukuda von der Fukuda-Frauenklinik in Hyogo in Japan befragten während ihrer Studie die Eltern von rund 11.800 Kindern nach ihren Rauchgewohnheiten. Dann teilten sie die Paare in drei Gruppen ein: Nichtraucher, Männer und Frauen die bis zu 20 Zigaretten am Tag rauchen und solche, die noch mehr

Am größten, so ermittelten die Wissenschaftler, ist die Wahrscheinlichkeit ein Mädchen zu zeugen, wenn beide Eltern starke Raucher sind. Das Verhältnis der Geburten von Jungen zu Mädchen nimmt mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten ab. So zeugten Nichtraucher, rund 20 Prozent mehr Jungen als Mädchen. Eltern, die zurzeit der Zeugung mehr als 20 Zigaretten am Tag geraucht hatten, hingegen 18 Prozent mehr Mädchen. Auch wenn nur ein Elternteil qualmt, zeugen die Paare immer noch mehr Mädchen als Nichtraucher.

Weshalb sich das Geschlechterverhältnis verändert, ist noch nicht vollkommen klar: "Unsere Arbeitshypothese ist, dass Samenzellen mit einem Y-Chromosom - das für männliche Nachkommen verantwortlich ist - empfindlicher auf ungünstige, vom Rauchen ausgelöste Veränderungen reagieren als solche mit einem X-Chromosom", kommentierte die Co-Autorin der Studie Anne Grete Byskov von der Universitätsklinik Kopenhagen. "Solche beeinträchtigten Y-Samenzellen könnten weniger leicht eine Befruchtung erreichen oder weniger überlebensfähige Embryonen erzeugen."

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