Aussterben der Neandertaler Ihre Augen waren zu groß

Warum sind die Neandertaler ausgestorben? Forscher haben Schädel untersucht und kommen zu einem erstaunlichen Befund: Das Hirn unserer nahen Verwandten war zu klein - das beweisen die großen Augenhöhlen.

NHM

Das Gehirn des Neandertalers war einer neuen Studie zufolge zu sehr mit dem Sehen beschäftigt und zu wenig auf soziales Zusammenleben ausgelegt. Das könnte das Aussterben des Neandertalers vor rund 30.000 bis 40.000 Jahren erklären, heißt es in einem am Mittwoch in der britischen Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichten Aufsatz.

Bis heute ist unter Wissenschaftlern umstritten, warum der Neandertaler ausstarb. Als Möglichkeiten werden immer wieder klimatische Veränderungen oder das Vordringen des modernen Menschen (Homo Sapiens) genannt. Wissenschaftlern zufolge lebte der Neandertaler rund 10.000 Jahre zeitgleich mit dem Homo Sapiens auf der Erde, bevor er ausstarb.

Forscher der Universität Oxford und des Naturkundemuseums London untersuchten für ihre Studie die Schädel von 32 Homo Sapiens und 13 Neandertalern und schlossen daraus auf Gehirn und Gehirnfunktionen. Während die Schädel von Neandertalern und Homo Sapiens gleich groß waren, hatten die Neandertaler größere Augenhöhlen - und folglich größere Augen. Sie hatten zudem größere Körper als der Homo Sapiens.

"Das lässt darauf schließen, dass das Gehirn des Neandertalers größere Zonen für Sicht und die Beherrschung des Körpers hatte", schreibt Eiluned Pearce, Anthropologin an der Universität Oxford und leitende Autorin der Studie. Im Vergleich zum Homo Sapiens sei damit aber automatisch weniger Platz für andere kognitive Fähigkeiten geblieben, die zum sozialen Zusammenleben benötigt würden. Demnach hängt die Größe von Gruppen, in denen heute lebende Primaten zusammenleben können, von der Größe bestimmter Hirnregionen ab - je größer die Hirnregion, mit desto mehr anderen Artgenossen kann ein Primat zusammenleben.

Der Homo Sapiens habe folglich in größeren Gruppen zusammenleben können als der Neandertaler und habe besser Kontakte zu anderen Gruppen seiner Art pflegen können. In schwierigen Zeiten - etwa, wenn Ressourcen knapp waren - sei der Neandertaler daher klar im Nachteil gewesen, schreibt Pearce. Dies habe "über eine Vielzahl von Wegen" zu einem Aussterben des Neandertalers führen können.

nik/dpa/afp



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 71 Beiträge
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Dumme Fragen 13.03.2013
1. Lateinischer Name...
Seid Linné folgt auf den Gattungsnamen der Artname, und zwar: Gattungsname Großschreibung, Artname Kleinschreibung! Es heisst also Homo sapiens, nicht Homo Sapiens!
tuplapukki 13.03.2013
2. interessant
hierzu: http://www.rdos.net/eng/asperger.htm
kernziel 13.03.2013
3. Wer das zeitliche
sollte seine Kommentierung überdenken.
hanfiey 13.03.2013
4. kleine Gehirne
und große Schlagzeilen, passt doch zusammen
rot 13.03.2013
5. wie die Hühner?
Ich habe selten soviel an den Haaaaaren herbeibezogenen Unsinn gelesen. Erstens war de Gehirnvollumen das Homo neandertalensis (auch das durchschnittliche) gößer aus beim homo sapiens auch in der heutigen Variation. Zweitens lässt sich aus dem Hirnvolumen in keiner Weise auf das Sozialverhalten schließen. Es ist eher so dass alle Artefakte Anhaltspunkte auf ein ausgeprägtes Sozialleben ergeben. Ein längeres Überleben als Einzelperson in einer von Großraubtieren bevölkerten Umwelt und mit langen schweren Wintern wäre so kaum möglich. Wenn das Sozialleben vom Gehirnvolumen abhängt,- wie behauptet, - dann frage ich mich wie das die Hühner machen, die ja bekanntlich ein ausgesprochenes Scharverhalten haben und ein riesen??? Gehirn . Aber es ist hald wieder ein neu parfümiertes Schwein das durchs wissenschaftliche Märchendorf getrieben wird. Vielleicht ist der Neandertaler ja auch demnächst ausgestorben, weil er keine Kondome benutzte und an Aids verstarb, das der homo sapiens bösartiger- weise aus Afrika eingeschleppte! Denn eines kann ich mit Sicherheit behaupten: Komdomautomaten gabs zu Neandertalers Zeiten nicht!- wenn das kein Beweis ist!
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