Troisdorf Die Faustkeil-Fabrik der Neandertaler

Bei Bonn betrieben Neandertaler einen Steinbruch. Archäologen haben die Stätte freigelegt: Sie offenbart ein strukturiertes Arbeitskonzept.

DPA

Wissenschaftler haben in Troisdorf bei Bonn eine Steinwerkstatt der Neandertaler ausgegraben. Nach Darstellung der Forscher vom Mittwoch wird deutlich, wie Neandertaler Quader aus dem Gestein schlugen.

"Das war kein einfaches Zerschlagen des Gesteins, vielmehr gab es da bestimmte Abbaukonzepte. Das ist schon ein sehr strukturiertes Arbeiten, das der Neandertaler da betrieben hat", sagte Grabungsleiter Erich Claßen. Aus den Steinen hätten Neandertaler dann vermutlich in ihren Siedlungen Werkzeuge wie Faustkeile hergestellt.

Die Fundstelle ist schon seit 1912 bekannt, wurde aber nie genauer untersucht. "Wir haben in Spanien drei solcher Fundstellen, in Frankreich eine, und dann haben wir noch in Hessen drei solcher Fundstellen", sagte der zweite Grabungsleiter Andreas Pastoors vom Neandertal Museum in Mettmann.

Warum die Neandertaler ausgestorben sind, ist ungeklärt. In Europa trafen sie offenbar auf moderne Menschen. Vor 40.000 Jahren lebten beide zugleich in Europa. Gelegentlich hatten sie sogar Sex miteinander, wie jüngst Funde aus Rumänien belegten.

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boj/dpa

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