Studie mit Affen: Forscher entdecken Hirnareal für Fehlerwarnung

Warum lernen wir aus Irrtümern anderer? Bei Versuchen mit Affen haben Forscher nun eine Steuerzentrale im Gehirn entdeckt - sie meldet, wenn andere einen Fehler machen.

Hirnstrommessung: Neurone in der Steuerzentrale des Hirns erkennen Fehler andererZur Großansicht
Corbis

Hirnstrommessung: Neurone in der Steuerzentrale des Hirns erkennen Fehler anderer

Hamburg - Wissenschaftler haben die Gehirnregion entdeckt, die dafür sorgt, dass Menschen und Affen aus Fehlern anderer lernen. In Versuchen mit Makaken haben Japanische Forscher festgestellt, dass Nervenzellen im Kontrollzentrum des Gehirns hinter der Stirn, dem präfrontalen Kortex, die Fehlerwarnung auslösen.

Die Wissenschaftler analysierten die Aktivität im Gehirn von Rotgesichtsmakaken, indem sie zwei der Primaten einander gegenüber setzten. Ein Affe musste auf einen gelben oder grünen Knopf drücken, während ihn das zweite Tier beobachtete. Entschied sich der aktive Affe richtig, bekamen beide Makaken etwas zu trinken. Entschied er falsch, gab es für keinen eine Belohnung. Alle zwei Durchgänge wurden die Rollen der Affen getauscht. Die Farbe, für die belohnt wurde, wechselte alle fünf bis 17 Durchläufe.

Der Rotgesichtsmakake, der im ersten Durchgang zugeschaut hatte, konnte seine Beobachtungen nutzen, als er sich selbst für einen farbigen Button entscheiden musste. Während des Versuchs zeichneten die Forscher die Aktivität einzelner Nervenzellen im Gehirn der Tiere auf. Demnach befindet sich im mittleren präfrontalen Kortex eine Gruppe Neurone, die im beobachtenden Affen besonders viele Signale abfeuert, wenn der handelnde Affe einen Fehler macht.

Ältere Studien an Menschen hatten bereits gezeigt, dass der präfrontale Kortex ein Fehlermeldesystem enthält, das etwa durch falsche Reaktionen aktiviert wird. Ihre Studie zeige nun, dass einzelne Neurone die Fehler anderer Individuen meldeten, schreiben die japanischen Forscher im Fachmagazin "Nature Neuroscience".

Als Kontrollzentrum des Gehirns gilt der präfrontale Kortex, der Teil des Frontallappens ist, weil dort eine Vielzahl von Sinneswahrnehmungen verarbeitet wird. Sie laufen hier mit Gedächtnisinhalten zusammen und werden emotional bewertet. Aufgrund dieser Informationen steuert das Gehirn das Handeln.

jme

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  • Montag, 06.08.2012 – 09:45 Uhr
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Kurzer Wegweiser durch das Gehirn
Als Gehirn bezeichnet man den im Kopf gelegenen Abschnitt des Nervensystems, der die zentrale Steuerungszentrale des Körpers bildet. Bei höher entwickelten Tieren bildet das Gehirn zusammen mit dem Rückenmark das Zentralnervensystem. In ihm sind die Sinneszentren und übergeordnete Schaltzentren (Koordinations- und Assoziationszentren) zusammengefasst. Es ist für die Ausbildung komplizierter Handlungsabläufe, für die Fähigkeit des Gedächtnisses und für die Ausprägung von Denken, Gefühlen, Bewusstsein und Intelligenz verantwortlich.






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