Von Angelika Franz
Einst erklommen die Otomis und Matlatzincas den mexikanischen Vulkan Nevado de Toluca, um dort in der Laguna del Sol und der Laguna de la Luna Opfergaben abzulegen. Sie schafften Gaben für die Götter nach oben: Keramik, Räucherkegel aus Kopal, Agaven-Dornen und Stöcke in Schlangenform, so genannte Tlaloc-Szepter.
Dort, auf 4200 Meter Höhe, fanden Taucher eines Archäologieprojektes nun die Opfergaben. Roberto Juncto, der Direktor des Projekts, erklärte, dass die Dornen und Stöcker nur aus tiefer gelegenen Regionen stammen können, weil auf der Höhe der Seen diese Pflanzen nicht mehr vorkommen.
Der Nevado de Toluca diente mindestens zwischen 650 und 900 n. Chr. - zur Spätklassischen Periode - als Opferstätte. Bei ihren Begehungen des Vulkans entdeckten die Archäologen auch die Skulptur eines geköpften Menschen am Nordufer der Laguna de la Luna.
Sie gehörte zu einer kleinen kreisförmigen Struktur mit etwa vier Metern Durchmesser, in deren Umgebung Räuchersteine, Stuck und Felszeichnungen gafunden wurden. Wahrscheinlich stand hier ein kleines Heiligtum, das die Herren der nahen Stadt Teotenango aber erst in der Epiklassischen Periode zwischen 700 und 900 nach Christus errichteten.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Mensch | RSS |
| alles zum Thema Ausgegraben | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH