Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Kinderknochen erzählen von Maya-Tragödie

Von Angelika Franz

4. Teil: +++ Tempel als Viehstall +++

Ein Aufschrei der Empörung ging durch die Welt, als im März 2001 die Taliban die Buddha-Statuen von Bamian sprengten. Doch die Zerstörung von Heiligtümern feindlicher Religionen ist kein neues Phänomen.

In Israel haben Archäologen jetzt ein Beispiel dafür aus dem 11. Jahrhundert vor Christus gefunden. Sie entdeckten einen Tempel nahe der Siedlung Beth-Shemesh, der von den anhaltenden Konflikten zwischen Israeliten, Kanaanitern und Philistern in der Region erzählt. Der Name Beth-Shemesh ("Haus der aufgehenden Sonne") weist darauf hin, dass es die Kanaaniter waren, die ihn erbauten. Die Ausgräber fanden Scherben von kostbaren, bemalten Trinkgefäßen, die bei Ritualen benutzt wurden. Zu der Anlage gehörten drei Altarsteine. Um einen lagen viele Knochen von kleinen Tieren herum. Zwei weitere hatten Rinnen, in denen Flüssigkeiten - zum Beispiel Blut von Opfertieren - gesammelt werden konnten.

Doch dann wurde der Tempel offenbar zerstört. Eine Analyse des Bodens ergab, dass in der Folgezeit Vieh in den Tempelruinen gehalten wurde. Die Archäologen glauben, dass die Philister damit bewusst den Tempel entweihen wollten. Dann jedoch wurden Öfen, sogenannte Tabuns in den Ruinen gebaut.

Die Ausgräber Zvi Ledermann und Shlomo Bunimovitz von der Universität Tel Aviv mutmaßten auf dem Jahrestreffen der American Schools of Oriental Research in Chicago, dass die Öfen von den Nachfahren der Tempelerbauer stammen könnten, die den Ort zurückeroberten. Sie könnten darin Brote für religiöse Feste gebacken haben, die in dem alten Tempel erneut abgehalten wurden.

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insgesamt 5 Beiträge
joachimmilz 17.11.2012
Das mag zwar richtig sein ist aber zu oberflächlich. Im Zuge ihrer Entwicklung haben die Mayas für landwirtschaftliche Kulturflächen die Wälder massiv gerodet gehabt. Abnehmende Bodenfruchtbarkeit, Kahlschlag und dann dadurch [...]
Das mag zwar richtig sein ist aber zu oberflächlich. Im Zuge ihrer Entwicklung haben die Mayas für landwirtschaftliche Kulturflächen die Wälder massiv gerodet gehabt. Abnehmende Bodenfruchtbarkeit, Kahlschlag und dann dadurch verursachte Trockenheit haben letztendlich die Krise ausgelöst. Montgomery hat dies im übrigen durch Pollenanalysen nachgewiesen (Dirt-The Erosion of Civilazation). J.Milz-Bolivien
deutsch_er 17.11.2012
Es ist doch immer das Gleiche. Kaum wird über die Maya oder die Inka berichtet werden die Spanier als die Bösen dargestellt. Unglaublich! Denen wird ja wirklich alles in die Schuhe geschoben. Würden wir hier in Deutschland solch [...]
Es ist doch immer das Gleiche. Kaum wird über die Maya oder die Inka berichtet werden die Spanier als die Bösen dargestellt. Unglaublich! Denen wird ja wirklich alles in die Schuhe geschoben. Würden wir hier in Deutschland solch eine Sichtweise auf Engländer und Amerikaner übertragen und gerecht sein, müssten wir jeden Tag über die Verbrechen an schwarzen Sklaven und an Massenmorden an Indianern in Nordamerika berichten. Wer sich wirklich mit Geschichte beschäftigt sollte auch das Edikt Philip des Zweiten von Spanien kennen, das den Indianern schon damals ihre Sprache, ihre Kultur und ihre Identiät zusicherte und garantierte. Aber Geschichte schreiben die Sieger und nicht die Vernunft.
kalumeth 18.11.2012
Ja müssten wir. Immerhin finden die restlichen Überlebenden der nordamerikanischen Ureinohner heute wieder etwas mehr zu ihrem Selbstbewusstsein zurück und setzen ihre Rechte mehr und mehr durch. Jedenfalls sehe ich in der [...]
Zitat von deutsch_erWürden wir hier in Deutschland solch eine Sichtweise auf Engländer und Amerikaner übertragen und gerecht sein, müssten wir jeden Tag über die Verbrechen an schwarzen Sklaven und an Massenmorden an Indianern in Nordamerika berichten. .
Ja müssten wir. Immerhin finden die restlichen Überlebenden der nordamerikanischen Ureinohner heute wieder etwas mehr zu ihrem Selbstbewusstsein zurück und setzen ihre Rechte mehr und mehr durch. Jedenfalls sehe ich in der gewaltsamen Eroberung Amerikas ein Versagen europäischer (Religions)Kultur in der frühen Neuzeit. Ähnlich wie bei der Hexenverfolgung wurden nichtmonotheistische Kulturwerte brutal zerstört.
kartoschka 19.11.2012
Wo werden denn die Spanier als die Bösen dargestellt? Die Kultur der Maya war bei Ankunft der Spanier bereits im Untergang (wegen Dürren, Übernutzung der Böden,...). Aber natürlich hatten die Spanier auch ihren Anteil daran, [...]
Zitat von deutsch_erEs ist doch immer das Gleiche. Kaum wird über die Maya oder die Inka berichtet werden die Spanier als die Bösen dargestellt. Unglaublich! Denen wird ja wirklich alles in die Schuhe geschoben. Würden wir hier in Deutschland solch eine Sichtweise auf Engländer und Amerikaner übertragen und gerecht sein, müssten wir jeden Tag über die Verbrechen an schwarzen Sklaven und an Massenmorden an Indianern in Nordamerika berichten. Wer sich wirklich mit Geschichte beschäftigt sollte auch das Edikt Philip des Zweiten von Spanien kennen, das den Indianern schon damals ihre Sprache, ihre Kultur und ihre Identiät zusicherte und garantierte. Aber Geschichte schreiben die Sieger und nicht die Vernunft.
Wo werden denn die Spanier als die Bösen dargestellt? Die Kultur der Maya war bei Ankunft der Spanier bereits im Untergang (wegen Dürren, Übernutzung der Böden,...). Aber natürlich hatten die Spanier auch ihren Anteil daran, nicht zuletzt wegen der Krankheiten, die sie mitbrachten, welche etwa 90% der indianischen Bevölkerung Amerikas auslöschte (s. Jared Diamond: Arm und Reich)
Natürlich haben die Spanier mit ihrem religiösen Messianismus, ihrem kolonialen Latifundiensystem sowie ihrer Ausbeutung der autochthonen Bevölkerung die indianischen Kulturen nachhaltig zerstört. Da helfen auch die wenigen [...]
Natürlich haben die Spanier mit ihrem religiösen Messianismus, ihrem kolonialen Latifundiensystem sowie ihrer Ausbeutung der autochthonen Bevölkerung die indianischen Kulturen nachhaltig zerstört. Da helfen auch die wenigen europäischen Dekrete nicht, die vom König und einzelnen Kirchenhierarchen erlassen wurden, aber sich in der neuen Welt gar nicht auswirkten. Hier zählten letztlich nur die Gewinne, die man aus den Ressourcen herausholen konnte und die Indigenen waren nur als billige Arbeitskräfte gefragt. Was aus den Kolonien herausgepresst wurde, floss nach Spanien und ermöglichte es den Königen, ihre Religionskriege gegen ihre Nachbarn für die katholische Kirche zu führen. Wenn schon Geschichte, dann auch bitte im richtigen Zusammenhang darstellen!
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  • Samstag, 17.11.2012 – 09:41 Uhr
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