Von Angelika Franz
Ihre Religion ist noch nicht sonderlich alt, doch Funde aus den frühen Tagen der Mormonen sind ein Fall für die Archäologen. In Provo im US-Bundesstaat Utah gräbt ein Team um Richard Talbot von der Brigham Young University ein Baptisterium aus der Zeit um 1875 aus. Das Gebäude war zu seiner Zeit erst die zweite mormonische Taufkapelle, die überhaupt außerhalb von Salt Lake City von Pionieren errichtet wurde.
Dass an der Stelle einst ein Baptisterium lag, vermuteten die Archäologen bereits wegen der alten Kirchenbücher und Feuerversicherungskarten. Doch dass sie dann tatsächlich die Grundmauern, Leitungen und das Fundament eines Ofens fanden, mit dem das Taufwasser im Winter erwärmt werden konnte, übertraf ihre Erwartungen bei weitem. Die Wände waren einst mit erdbraunem und himmelblauem Putz verstrichen. "Von den Überresten können wir sagen, dass sie sich viel Mühe gegeben haben", sagte Talbot der Zeitung "Desert News". "Sie wollten ein ganz besonderes Gebäude errichten für die Taufen, die hier stattfanden."
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