Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Kinderknochen erzählen von Maya-Tragödie

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6. Teil: +++ Frühe Mormonen-Taufkapelle gefunden +++

Ihre Religion ist noch nicht sonderlich alt, doch Funde aus den frühen Tagen der Mormonen sind ein Fall für die Archäologen. In Provo im US-Bundesstaat Utah gräbt ein Team um Richard Talbot von der Brigham Young University ein Baptisterium aus der Zeit um 1875 aus. Das Gebäude war zu seiner Zeit erst die zweite mormonische Taufkapelle, die überhaupt außerhalb von Salt Lake City von Pionieren errichtet wurde.

Dass an der Stelle einst ein Baptisterium lag, vermuteten die Archäologen bereits wegen der alten Kirchenbücher und Feuerversicherungskarten. Doch dass sie dann tatsächlich die Grundmauern, Leitungen und das Fundament eines Ofens fanden, mit dem das Taufwasser im Winter erwärmt werden konnte, übertraf ihre Erwartungen bei weitem. Die Wände waren einst mit erdbraunem und himmelblauem Putz verstrichen. "Von den Überresten können wir sagen, dass sie sich viel Mühe gegeben haben", sagte Talbot der Zeitung "Desert News". "Sie wollten ein ganz besonderes Gebäude errichten für die Taufen, die hier stattfanden."

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4 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
joachimmilz 17.11.2012
kalumeth 18.11.2012
kartoschka 19.11.2012
spon-facebook-10000363349 21.11.2012
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.