Von Angelika Franz
Bisher glaubten die Historiker, das U-Boot habe die "USS Housatonic" aus sicherer Entfernung von rund 30 Metern zerstört. Die Mannschaft der "Hunley" fanden die Unterwasserarchäologen bei der Entdeckung noch auf ihren Gefechtsstationen, sie schienen also eher erstickt als durch Gewalteinwirkung oder Wassereinbruch gestorben zu sein. Doch ein neuer Fund könnte diese Theorie über den Haufen werfen. Die Konservatoren entdeckten an der Hülle des U-Bootes ein Stück seines eigenen Torpedos. Die Kupferwand des Geschosses klebte unter einer dicken Schicht von gehärtetem Sand und Muscheln.
Die Technik war damals wie folgt: Das U-Boot verankerte den Torpedo an der Wand des feindlichen Schiffes und zündete ihn dann mit einer Reißleine - eigentlich aus sicherer Entfernung. Zur Sicherheit waren die Torpedos sogar mit drei unterschiedlichen Reißleinen versehen. Doch in diesem Fall scheint die Crew gezwungen gewesen zu sein, die Leine schon wesentlich früher zu ziehen, als sich die "Hunley" noch in unmittelbarer Nähe befand.
Dass es ein Selbstmordkommando war, glauben die Historiker trotzdem nicht. Aber die Schockwellen der Explosion könnten doch an der Hülle des U-Bootes schweren Schaden angerichtet haben. Wie schwer der Schaden war, lässt sich noch nicht abschätzen, denn noch ist die Außenhaut der "Hunley" dick mit der Schicht Sand und Muscheln verkrustet.
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