Von Angelika Franz

Lori Roe und Anthony Ortmann am Megalhügel Mound A, Poverty Point
Eine Theorie war bisher, dass sie über Jahrzehnte hinweg immer wieder Erde aufhäuften - beispielsweise an besonderen Tagen im Jahr. Doch weit gefehlt. Neue Ergebnisse von Forschungen am knapp 22 Meter hohen Mound A zeigen nun ein ganz anderes Bild. Wie Anthony Ortmann von der Murray State University in Kentucky und Tristram Kidder von der Washington University in St. Louis in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Geoarchaeology" berichten, gibt es keine Hinweise darauf, dass die Arbeiten unterbrochen wurden. Weder gibt es Spuren von Erosion, noch von natürlichen Ablagerungen oder von Phasen menschlicher Nutzung im Inneren des Hügels. Statt dessen deutet alles darauf hin, dass der Mega-Hügel in nur drei Monaten aufgeschichtet wurde. Das bedeutet aber, dass viele Menschen an diesem Projekt beteiligt gewesen sein müssen - und noch mehr, um diese Bauarbeiter während der Zeit mit Essen zu versorgen.
In einer Jäger-Sammler-Gesellschaft, wie wir sie uns heute vorstellen, wäre so ein Gemeinschaftsakt kaum möglich gewesen. Ortmann und Kidder glauben nicht, dass die Erdwerke von Poverty Point von Sklaven gebaut wurden. "Wir argumentieren stattdessen, dass der Mound A in einem rituellen Akt errichtet wurde", schreiben sie in ihrem Aufsatz.
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