Von Angelika Franz

Knochen von Pferden, Hörner von Rindern: Pferdefleisch kam in Britannien aus der Mode
In einer Studie, die im August im "Oxford Journal of Archaeology" erscheinen wird, geht der Wissenschaftler der Frage nach, wann und warum der Verzehr von Pferdefleisch in Britannien aus der Mode kam. Zu Beginn der angelsächsischen Periode wurde durchaus noch Pferdefleisch verzehrt. In rund einem Drittel der untersuchten Siedlungen fand Poole - wenn auch spärliche - Beweise dafür.
In der Mythologie der Angelsachsen spielten Pferde dagegen eine große Rolle. Der Legende nach waren die ersten Siedler, die nach Abzug der Römer die Insel in Besitz nahmen, die Brüder Hengest und Horsa - "Hengst" und "Pferd". Dann aber kam im sechsten Jahrhundert das Christentum zurück nach England und vertrieb die alte Religion.
"Der Verzehr von Pferdefleisch war selten, was bedeuten könnte, dass Schlachtung und Konsum von Pferden ein besonders bedeutungsvoller Akt war", schreibt Poole. "Während viele heidnische Glaubenselemente in den christlichen Glauben integriert wurden, scheint die Verehrung und der Verzehr von Pferden aber eine zu große Herausforderung für die christliche Weltsicht gewesen zu sein."
Die Konsequenz: Pferdefleisch wurde mit einem Tabu belegt und galt fortan als unrein. Ab dem 8. Jahrhundert gibt es kaum noch Belege, dass in Britannien Pferde gegessen wurden.
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