Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Hopewell-Indianer hatten Hang zum Luxus

Von Angelika Franz

3. Teil: Gehirnstampfer im Kopf


Kann schon mal passieren: Im Schädel einer 2400 Jahre alten weiblichen Mumie hatten Einbalsamierer versehentlich ihr Werkzeug vergessen. Das Gehirn hatten sie zwar ordnungsgemäß entfernt, dafür jedoch den Holzstab, mit dem sie es herausgeholt hatten, drin gelassen. Er steckte einmal quer im Schädelinneren, das ansonsten mit Harz ausgefüllt war.

Forscher hatten den acht Zentimeter langen Stab im Jahr 2008 bei einem CT Scan entdeckt. Jetzt ist es ihnen gelungen, das Werkzeug vorsichtig zu entfernen und zu untersuchen. Mislav Avka vom Universitätskrankenhaus Dubrava im kroatischen Zagreb beschreibt in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift "RSNA RadioGraphics", wie das acht Zentimeter lange Werkzeug genutzt wurde: Nachdem die Einbalsamierer durch die Nase eingeführt hatten, wickelten sie Teile des Gehirns um das untere Ende und zog es heraus, der Rest des Gehirns wurde durch Stampfen zerflüssigt.

Eventuell brach der Stab bei diesem Vorgang ab und das untere Ende blieb im Kopf stecken. Es handelt sich bei dem Stab um ein Teil einer Monokotyledonen-Art - zu der Gruppe gehören auch Palmen und Bambus. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot beschrieb im 5. Jahrhundert vor Christus, dass die Einbalsamierer zum Entfernen des Gehirns Eisenhaken benutzten. Offenbar war es jedoch nicht unüblich, dafür auch organisches Material zu benutzen. Es ist noch ein weiteres Beispiel aus dem Kopf einer 2200 Jahre alten Mumie bekannt. Auch dieses Gerät war aus Holz.

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insgesamt 2 Beiträge
herkurius 23.12.2012
Ja, ganz interessante Artikel ... und wenn die werten Redakteure (oder ihre Worterkennung) sich jetzt bitteschön noch den Unterschied zwischen "vermeintlich" und "mutmaßlich" beibringen ließen? Ich komme mir [...]
Ja, ganz interessante Artikel ... und wenn die werten Redakteure (oder ihre Worterkennung) sich jetzt bitteschön noch den Unterschied zwischen "vermeintlich" und "mutmaßlich" beibringen ließen? Ich komme mir bei sowas selber vor wie ein Fossil - bin ich der letzte Mensch, der korrekt Deutsch gelernt hat?
alemannehochdrei 23.12.2012
Es gibt wie so oft zwei Möglichkeiten. Entweder benutzten sie die Pfeifen zum pfeifen oder zum Rauchen.
Zitat von sysopDie Indianer des Tremper Mound in Ohio scheinen besonders konsumorientierter Genießer exotischer Waren gewesen zu sein - das offenbart nun die Analyse ihrer Pfeifen. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Ein Hirnstampfer im Kopf und römische Souvenirs. Neues aus der Archäologie: Römische Souvenirs und Gehirnstampfer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/neues-aus-der-archaeologie-roemische-souvenirs-und-gehirnstampfer-a-874352.html)
Es gibt wie so oft zwei Möglichkeiten. Entweder benutzten sie die Pfeifen zum pfeifen oder zum Rauchen.
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  • Sonntag, 23.12.2012 – 07:45 Uhr
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Archäologische Methoden der Datierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.





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