Von Angelika Franz
Forscher hatten den acht Zentimeter langen Stab im Jahr 2008 bei einem CT Scan entdeckt. Jetzt ist es ihnen gelungen, das Werkzeug vorsichtig zu entfernen und zu untersuchen. Mislav Avka vom Universitätskrankenhaus Dubrava im kroatischen Zagreb beschreibt in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift "RSNA RadioGraphics", wie das acht Zentimeter lange Werkzeug genutzt wurde: Nachdem die Einbalsamierer durch die Nase eingeführt hatten, wickelten sie Teile des Gehirns um das untere Ende und zog es heraus, der Rest des Gehirns wurde durch Stampfen zerflüssigt.
Eventuell brach der Stab bei diesem Vorgang ab und das untere Ende blieb im Kopf stecken. Es handelt sich bei dem Stab um ein Teil einer Monokotyledonen-Art - zu der Gruppe gehören auch Palmen und Bambus. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot beschrieb im 5. Jahrhundert vor Christus, dass die Einbalsamierer zum Entfernen des Gehirns Eisenhaken benutzten. Offenbar war es jedoch nicht unüblich, dafür auch organisches Material zu benutzen. Es ist noch ein weiteres Beispiel aus dem Kopf einer 2200 Jahre alten Mumie bekannt. Auch dieses Gerät war aus Holz.
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