Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Hopewell-Indianer hatten Hang zum Luxus

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5. Teil: Richards letzte Nacht

Während die Archäologen noch auf die Testergebnisse der DNA vom vermeintlichen Skelett Richards III. warten, haben sie in der Zwischenzeit das "Blue Boar Inn" rekonstruiert - jenen Gasthof, in dem der König im Jahr 1485 seine letzte Nacht verbrachte, bevor ihn in der Schlacht von Bosworth sein Schicksal ereilte.

Die vermeintlichen Knochen des letzten Königs aus der Linie der Plantagenets waren kürzlich unter einem Parkplatz in Leicester gefunden worden. Eine verkrümmte Wirbelsäule und eine grausame Schlachtwunde machen es wahrscheinlich, dass es sich bei den gefundenen Knochen tatsächlich um Richard III. handelt. Die Pläne zu dem alten Gebäude sind nun im Zuge der Ausgrabungen im Besitz der Familie des Architekten Henry Goddard aufgetaucht. Der Gasthof war damals eines der schicksten Gebäude der Stadt. Die Zeichnungen sind so detailliert, dass die Forscher eine sehr genaue virtuelle Rekonstruktion danach erstellen konnten. Sogar die Bohrlöcher für die tragenden Balken waren mit eingezeichnet. Das Gebäude selber wurde 1836 abgerissen, heute steht an der Stelle ein Hotel der Travelodge Kette. Um das alte "Blue Boar Inn" rankten sich viele Geschichten. Ursprünglich soll der Name "The White Boar" gewesen sein, nach dem Wappentier Richards. Doch als der König tot und die Krone an einen Tudor gegangen war, malte der Besitzer das Schild ganz schnell blau an.

Richards Bett soll noch lange im Haus geblieben sein, weil niemand es abholte. Angeblich fand die Besitzerin, eine Mrs. Clark, ein Jahrhundert später einen Sack mit Goldstücken in einem Geheimfach im Bett - und wurde dafür dann ermordet.

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2 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
herkurius 23.12.2012
alemannehochdrei 23.12.2012
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.