Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Hopewell-Indianer hatten Hang zum Luxus

Von Angelika Franz

Die Indianer des Tremper Mound in Ohio scheinen besonders konsumorientierte Genießer exotischer Waren gewesen zu sein - das offenbart nun die Analyse ihrer Pfeifen. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Ein Hirnstampfer im Kopf und römische Souvenirs.


Am Tremper Mound im südlichen Ohio muss einst ein reger Handel geherrscht haben. Händler kamen von weit her, die Taschen voller exotischer Güter.

Neue Untersuchungen der Steinpfeifen vom Tremper Mound haben gezeigt, dass diese nicht etwa wie bisher angenommen aus lokalem Stein gefertigt waren, sondern aus dem ganzen oberen Mittleren Westen der Vereinigten Staaten kamen. Das Material für über die Hälfte aller Pfeifen stammte aus dem nördlichen Illinois und rund 18 Prozent waren aus Catlinit gefertigt, der aus Minnesota importiert wurde. Sie müssen schon ein spezielles Völkchen gewesen sein, die Hopewell-Indianer von Tremper Mound - denn ihre Nachbarn aus Mound City, die etwa zur gleichen Zeit nur rund 40 Meilen weiter nördlich lebten, waren mit dem lokalen Stein als Material für ihre Pfeifen zufrieden.

In Tremper Mound gibt es auch bisher keinen Nachweis für eine Werkstatt, in der die Pfeifen bearbeitet wurden. Wahrscheinlich kamen sie tatsächlich schon fertig dort an. "Die Hopewell im südöstlichen Ohio scheinen eindeutig konsumorientierte Genießer exotischer Luxuswaren gewesen zu sein", meint der Leiter der Stuide Thomas Emerson vom Illinois State Archaeological Survey (ISAS) an der University of Illinois. Denn sie liebten nicht nur exotische Steine, sondern auch andere Luxusgüter aus weit entfernten Gegenden.

Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "American Antiquity" berichten, fanden die Archäologen unter ihren Hinterlassenschaften auch Obsidian aus Wyoming, Glimmer aus den Appalachen, Muscheln von der Golfküste und sogar einen Alligatorenschädel. Wozu die Hopewell die Pfeifen benutzten, ist nicht ganz klar. Am Ende jedenfalls zertrümmerten sie die Stücke, verbrannten sie und vergruben sie in großen Haufen.

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insgesamt 2 Beiträge
herkurius 23.12.2012
Ja, ganz interessante Artikel ... und wenn die werten Redakteure (oder ihre Worterkennung) sich jetzt bitteschön noch den Unterschied zwischen "vermeintlich" und "mutmaßlich" beibringen ließen? Ich komme mir [...]
Ja, ganz interessante Artikel ... und wenn die werten Redakteure (oder ihre Worterkennung) sich jetzt bitteschön noch den Unterschied zwischen "vermeintlich" und "mutmaßlich" beibringen ließen? Ich komme mir bei sowas selber vor wie ein Fossil - bin ich der letzte Mensch, der korrekt Deutsch gelernt hat?
alemannehochdrei 23.12.2012
Es gibt wie so oft zwei Möglichkeiten. Entweder benutzten sie die Pfeifen zum pfeifen oder zum Rauchen.
Zitat von sysopDie Indianer des Tremper Mound in Ohio scheinen besonders konsumorientierter Genießer exotischer Waren gewesen zu sein - das offenbart nun die Analyse ihrer Pfeifen. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Ein Hirnstampfer im Kopf und römische Souvenirs. Neues aus der Archäologie: Römische Souvenirs und Gehirnstampfer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/neues-aus-der-archaeologie-roemische-souvenirs-und-gehirnstampfer-a-874352.html)
Es gibt wie so oft zwei Möglichkeiten. Entweder benutzten sie die Pfeifen zum pfeifen oder zum Rauchen.
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  • Sonntag, 23.12.2012 – 07:45 Uhr
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Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.





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