Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Auf der Spur der Roten Königin

Von Angelika Franz

2. Teil: +++ Zähne im Becken +++

Teratom einer Frau, die vor 1600 Jahren starb: Geschwulst, in der sich Zähne bildetenZur Großansicht
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Teratom einer Frau, die vor 1600 Jahren starb: Geschwulst, in der sich Zähne bildeten

+++ Zähne im Becken +++

Ein Teratom ist ein seltsames Gebilde: Aus Stammzellen entwickelt sich - meist in Eierstock oder Hoden - ein Geschwulst, das verschiedene Gewebearten, auch Zähne oder Haare, ausbilden kann. Archäologisch sind Teratome schwer zu entdecken, da die Klumpen auch mit Nierensteinen, Arterien, anderen Tumoren oder einfachen Steinen verwechselt werden können.

In der Nekropole der spanischen Stadt La Fogonussa ist es Archäologen nun gelungen, das bisher älteste bekannte Teratom zu finden. Es lag im Becken einer etwa dreißig- bis vierzigjährigen Frau, die vor 1600 Jahren starb. Der unscheinbare Klumpen ist rund und hat einen Durchmesser von rund viereinhalb Zentimetern. Die Oberfläche ist zerfurcht. Von der Farbe her war das Teratom kaum von den umliegenden Knochen zu unterscheiden. Im Inneren der Wucherung aber fanden die Forscher vier Zähne und ein kleines Stück Knochen.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Núria Armentano von der Universitat Autònoma de Barcelona berichtet im "International Journal of Paleopathology" über den Fund. Ob Die Frau das Teratom jemals spürte, lässt sich nicht sagen. Möglich ist, dass sie die Wucherung nie spürte. Wenn das Teratom jedoch die Funktion von Organen beeinträchtigte oder beispielsweise eine Schwangerschaft behinderte, könnte es auch zum Tod der Frau geführt haben. Zu Lebzeiten war die Frau nicht besonders wohlhabend. Sie lebte in der letzten Phase römischer Präsenz in Spanien und wurde in einem einfachen, mit Kacheln ausgekleideten Grab bestattet.

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insgesamt 12 Beiträge
bewarzer-fan 27.01.2013
... 'Ausgegraben' am Wochenende zu lesen! Die Artikel vermitteln ohne großen Popanz Wissen, das man gern noch im Internet vertiefen kann. Weiter so!
... 'Ausgegraben' am Wochenende zu lesen! Die Artikel vermitteln ohne großen Popanz Wissen, das man gern noch im Internet vertiefen kann. Weiter so!
Ursprung 27.01.2013
Was bei diesen "skelett"-artiken Miniartikeln rueberkommt, ist, was man als Laie zunaechst keineswegs vermuten wuerde: wieviel die Wissenschaftler, aufgesplittert in Spezialistengruppen ueber Details aus fernen [...]
Zitat von sysopIhr Leichnam ist üppig mit roter Farbe verziert: Zweifellos war die "Rote Königin" von Palenque eine wichtige Persönlichkeit. Jetzt haben Archäologen ihre Identität herausgefunden. Außerdem im Wochenrückblick: reiselustige Süßkartoffeln - und die Überreste eine schaurigen Tumors Neues aus der Archäologie: Rote Königin und reisefreudige Süßkartoffel - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/neues-aus-der-archaeologie-rote-koenigin-und-reisefreudige-suesskartoffel-a-879662.html)
Was bei diesen "skelett"-artiken Miniartikeln rueberkommt, ist, was man als Laie zunaechst keineswegs vermuten wuerde: wieviel die Wissenschaftler, aufgesplittert in Spezialistengruppen ueber Details aus fernen vergangenen Zeiten und derzeitigem Geschehen schon alles eigentlich so weiss. Und das irgendwie ein Gesamtbild entweder nicht vorhanden oder fuer unser Hirn auch nicht aufbaubar ist. Was weiss Laie schon von der Existenz eines "Teratoms"? Aber ueber dies archaelogische Stroboskoplicht der Verfasserin erfaehrt man nebenbei, was es auch im Medizinbereich alles so fuer Merkwuerdigkeiten gibt.
scooby 27.01.2013
So ist es, frisch, kurz und nützlich, sehr interessant und fortbildend diese Artikel !!! Gerne mehr davon! Tomate= tomatl auf náhuatl Schokolade = xocoatl, chocoatl auf náhuatl Mesoamerikanische Kultur trägt auch heute noch [...]
So ist es, frisch, kurz und nützlich, sehr interessant und fortbildend diese Artikel !!! Gerne mehr davon! Tomate= tomatl auf náhuatl Schokolade = xocoatl, chocoatl auf náhuatl Mesoamerikanische Kultur trägt auch heute noch dazu bei unser tägliches Leben zu bereicher. :-) aus dieser Seite des großen Tümpels
georgius1 27.01.2013
... ist in der Vietnamesischen Sprache "Khoai" und wird ausgesprochen wie "quwei" wobei das "w" nur leicht angedeutet wird und das "ei" weich ausgesprochen wird. Die Polynesier kamen [...]
Zitat von SPONAußerdem gleicht das Wort, das viele polynesische Sprachen für Süßkartoffel benutzen, auffällig demjenigen der südamerikanischen *Quechua* für die Pflanze.
... ist in der Vietnamesischen Sprache "Khoai" und wird ausgesprochen wie "quwei" wobei das "w" nur leicht angedeutet wird und das "ei" weich ausgesprochen wird. Die Polynesier kamen auch ins jetzige Vietnam in die Bergregionen und sie behielten die Pfahlbauweise bei. Zwischen "Quechua" und "Khoai" liegt vermutlich nur der Pacific mit entsprechender Sprachverschleifung. Uebrigens zur normalen Kartoffel sagt der Vietnamese heute "khoai tây" wobei die zweite Silbe fuer Westen steht: khoai tây = Kartoffel aus dem Westen. Hintergrund: Die heutige Kartoffel in Vietnam soll ihren Ursprung in Irischen Saatkartoffeln haben. Gruss aus Saigon, George
scooby 27.01.2013
Die Kartoffel, so vermutet man, kommt aus dem Inca Reich. In Peru gibt es so um die 3000 Kartoffelsorten, welche zum Teil endimisch auch nur dort gedeihen. Interessanterweise gelang die Knolle wohl auch über den Pazifik, (oder [...]
Die Kartoffel, so vermutet man, kommt aus dem Inca Reich. In Peru gibt es so um die 3000 Kartoffelsorten, welche zum Teil endimisch auch nur dort gedeihen. Interessanterweise gelang die Knolle wohl auch über den Pazifik, (oder doch durch den Umweg über Europa) was jedoch nahelegen könnte dass die früheren Kulturen zwischen Asien und Südamerika doch mehr Kontakt hatten als vermutet. Letztens las ich auch dass durch Genanalysen fesgestellt wurde dass chinesen mit Nordamerikanischen Ur Zivilisationen verwandt seien. Da kann ich mir vorstellen auch diese Analysen mit Südamerikanischen nativen Kulturen zu versuchen. Allemal, wir tappen nicht mehr im dunkeln. Es muss nur jemand das Licht anmachen. VG heute mal aus Sao Paulo nach Saigon George.
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  • Sonntag, 27.01.2013 – 09:40 Uhr
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Zur Autorin
  • Sabine Bungert
    Angelika Franz ist Archäologin. Als freie Autorin schreibt sie meistens über Kriege, Seuchen und alles, was verwest, verrottet und verfallen ist. Trotzdem ist sie keineswegs morbide veranlagt, sondern findet, dass Archäologie vielmehr die praktischen Dinge des Lebens lehrt. Bei Bedarf kann sie ein Skalpell aus Flint schlagen, in einer Erdgrube Bier brauen oder Hühner fachgerecht mumifizieren.
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