Von Angelika Franz
+++ Nordamerikaner schlürften schon früh Kakao +++
Was ist schöner als nach Hause zu kommen und eine Tasse heiße Schokolade zu trinken? Das wussten offenbar auch schon die Menschen in Utah vor 1200 Jahren. Auf Site 13, einer Ausgrabungsstätte in der Nähe des Canyonlands National Park haben Archäologen in einem halben Dutzend Trinkschalen Spuren von Theobromin und Koffein gefunden, beides Bestandteile von Schokolade. Da jedoch Kakaobohnen nur in den Tropen wachsen, müssen sie nach Utah importiert worden sein. Dabei galt es immer als unwahrscheinlich, dass es Kontakte zwischen den Indianern des nordamerikanischen Südwestens und denen Mesoamerikas gab.
Die neuen Ergebnisse werden die Archäologin Dorothy Washburn vom Museum of Archaeology and Anthropology in Philadelphia und ihr Ehemann, der Chemiker William Washburn, im "Journal of Archaeological Science" vorstellen. Sie haben bereits nachweisen können, dass auch im Chaco Canyon in New Mexico im 11. Jahrhundert Kakao getrunken wurde.
Die Funde von der Site 13 sind aber noch einmal rund 300 Jahre älter. Interessanterweise war in Mesoamerika Kakao ein Getränk der Eliten. In Utah jedoch scheint es ein Getränk des gemeinen Volkes gewesen zu sein. Die Menschen, die um 770 nach Christus auf der Site 13 lebten, bauten Mais an und lebten in bescheidenen Grubenhäusern.
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