Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Riesen-Sarkophag im Verlies des Pharao

Ein Pharao ließ sich einen gigantischen Sarkophag bauen. Dieser passte nicht mal mehr durch den Eingang seiner Grabkammer. Außerdem in den Archäologie-Meldungen: Labyrinthspuren in der Wüste, das Gesicht eines "Hobbitmenschen" und ein Blasinstrument aus den Asterix-Comics.

 |

Seine Siege gegen die Libyer und die so genannten Seevölker haben ihn offenbar ein wenig größenwahnsinnig gemacht: Pharao Merneptah ließ sich den größten Sarkophag bauen, der heute aus der ägyptischen Geschichte bekannt ist. Archäologen konnten ihn jetzt in einem Grab im Tal der Könige identifizieren und das ursprünglich vier mal 2,3 Meter große und 2,5 Meter hohe Stück aus Trümmern rekonstruieren. Der Sarkophag ist nur der äußerste von vier ineinander verschachtelten.

Zur Großansicht
AP

Nach dem Tod des Pharao war es offenbar ein Problem, den bunt bemalten Koloss in die Grabkammer zu transportieren: Die ursprüngliche Türöffnung war zu klein - an den Seiten fanden Archäologen Spuren, welche die Arbeiter hinterlassen hatten, als sie die Türschwelle abbauten und hinterher wieder neu zusammensetzten. "Ich stelle mir dann immer die Gespräche vor zwischen den Erbauern des Grabes und den Steinmetzen", sagt Ausgräber Edwin Brock vom Royal Ontario Museum.

Bereits in der Antike zerstörten Grabräuber den Sarkophag, um an die Kostbarkeiten zu kommen, die mit der Mumie bestattet waren. Dafür erhitzten sie das Gestein mit Feuer und begossen es anschließend mit kaltem Wasser, um den Stein zum Springen zu bringen.

Diesen Artikel...
25 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
meinmein 16.12.2012
thanks-top-info 16.12.2012
pec137 16.12.2012
io_gbg 16.12.2012
schaumschläger 16.12.2012
Stäffelesrutscher 16.12.2012
jmat17 16.12.2012
dhbvfg 16.12.2012
juergen brosius 16.12.2012
mayazi 16.12.2012
bloss_nicht_nachdenken 16.12.2012
juergen brosius 16.12.2012
alBab 16.12.2012
postit2012 16.12.2012
ali.wie.brecht 16.12.2012
Tiananmen 16.12.2012
Eberschmidt 16.12.2012
Tiananmen 16.12.2012
Copadi 16.12.2012
Copadi 16.12.2012
Tiananmen 16.12.2012
mayazi 16.12.2012
kurtzweil 16.12.2012
mulcahy@gmx.at 18.12.2012
mulcahy@gmx.at 18.12.2012
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Mensch
RSS
alles zum Thema Ausgegraben
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Buchtipp

Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.