Von Angelika Franz
Seine Siege gegen die Libyer und die so genannten Seevölker haben ihn offenbar ein wenig größenwahnsinnig gemacht: Pharao Merneptah ließ sich den größten Sarkophag bauen, der heute aus der ägyptischen Geschichte bekannt ist. Archäologen konnten ihn jetzt in einem Grab im Tal der Könige identifizieren und das ursprünglich vier mal 2,3 Meter große und 2,5 Meter hohe Stück aus Trümmern rekonstruieren. Der Sarkophag ist nur der äußerste von vier ineinander verschachtelten.
Nach dem Tod des Pharao war es offenbar ein Problem, den bunt bemalten Koloss in die Grabkammer zu transportieren: Die ursprüngliche Türöffnung war zu klein - an den Seiten fanden Archäologen Spuren, welche die Arbeiter hinterlassen hatten, als sie die Türschwelle abbauten und hinterher wieder neu zusammensetzten. "Ich stelle mir dann immer die Gespräche vor zwischen den Erbauern des Grabes und den Steinmetzen", sagt Ausgräber Edwin Brock vom Royal Ontario Museum.
Bereits in der Antike zerstörten Grabräuber den Sarkophag, um an die Kostbarkeiten zu kommen, die mit der Mumie bestattet waren. Dafür erhitzten sie das Gestein mit Feuer und begossen es anschließend mit kaltem Wasser, um den Stein zum Springen zu bringen.
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