Neues aus der Archäologie: Ein Sparschwein im Eimer

Von Angelika Franz

Von wegen Brandrodung: Die frühen Bewohner der Savannen um das Amazonasgebiet bewirtschafteten ihr Land nachhaltig und ohne Feuer. Wikinger bevorzugten besondere Geldanlagen, und frühe Briten liebten Muschelschmuck. Ein Überblick über neue Entdeckungen aus der Archäologie.

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Columbus: Suche im Schlamm
+++ Versunkener Stadtteil wieder aufgetaucht +++

Untergegangene Städte begeistern Archäologen ganz besonders. Wenn der Wasserpegel sinkt und lange verdeckte Ruinen wieder freigibt, ist das besser als Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ein solches Fest können derzeit die Archäologen des Unternehmens Southern Research in Columbus (US-Bundesstaat Georgia) feiern.

Nachdem der Eagle Phenix Dam am Chattahoochee River gesprengt wurde, liegen nun diejenigen Teile der Stadt wieder frei, die seit dem ersten Dammbau von 1844 gut konserviert unter der Wasseroberfläche verborgen waren. Die Archäologen um Dean Wood fanden nicht nur ältere Dämme, sondern auch Gebrauchsgegenstände wie Holzeimer, Gewehre, Flaschen und eine Trompete. Die meiste Aufmerksamkeit von allen Funden bekommt derzeit allerdings eine alte Gasflasche - sie sieht aus wie eine Kanone und wird von begeisterten Spaziergängern auch meist für eine solche gehalten.

Mysteriös sind bislang noch fünf Pyramiden, deren Zweck die Archäologen noch nicht ergründet haben. Wahrscheinlich gehören sie zu einer Konstruktion, mit der Treibgut gefunden werden sollte.

Die Archäologen beschäftigt vor allem die Geschichte der vielen Dammkonstruktionen. An ihnen können sie ein Stück Industriegeschichte der Stadt dokumentieren. Das nun freigelegte Areal war einst das Industriegebiet der Stadt. Hier standen drei aufeinanderfolgende Mühlen. Eine von ihnen brannten am 17. April 1865 die Soldaten der Union nieder, um den Nachschub für die Konföderierten abzuschneiden.

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1.
bcsp 20.04.2012
Liebe Frau Franzen: Gotland gehört seit ca. 600 Jahren nicht mehr zu Dänemark, sondern zu Schweden. Zudem wurde der Münzschatz nicht durch Ausgrabungen entdeckt, sondern durch einen Archäologen mit einem Metalldetektor...Soweit zur sorgfältigen Recherche des Spiegels...
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.