Von Angelika Franz
Was machten die Wikinger in ihrer Freizeit? Darauf fand Leszek Gardela vom Snorrastofa Medieval and Cultural Centre in Island Antworten in historischen Schriften und archäologischen Hinterlassenschaften. Im Grunde genommen taten sie das, was junge Männer auch heute noch tun: Fußball oder Brettspiele zocken - und Trinkspiele veranstalten.
Viele der Spiele waren auch eine Art Training für den Kampf und daher allerdings etwas rauer als heutiger Freizeitsport. Zu den Favoriten gehörten Raufen oder Steineheben. "Die Spiele waren körperlich sehr anspruchsvoll und brutal und konnten auch schwere Verwundungen der Teilnehmer oder sogar den Tod eines von ihnen zur Folge haben", sagt Gardela der Wissenschaftsplattform ScienceNordic. Sie dienten in erster Linie dazu die Männlichkeit zur Schau zu stellen.
Als Ballspiel kannten die Wikinger knattleikr, ein Vollkontaktsport, der manchmal auch mit hölzernen Schlägern gespielt wurde. Von den Regeln ist in den Quellen nichts überliefert - nur, dass die Partien oft in wilden Schlägereien endeten.
Die Brettspiele, darunter auch Schach, wurden dagegen oft mit sehr wertvollen verzierten Figuren gespielt. Sie waren vor allem bei der Elite beliebt. In den Partien ging es darum, Schlauheit zu zeigen. Allerdings gehörten auch Trinkspiele zum Zeitvertreib der Wikinger. Und anders als bei den Demonstrationen körperlicher Überlegenheit durften bei ihnen auch die Frauen mitmischen.
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