Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Die wilden Spiele der Wikinger

Von Angelika Franz

Ballsport, Trinkspiele, Raufereien - der durchschnittliche Wikinger wusste sich zu amüsieren. Forscher versuchen, die Regeln der archaischen Freizeitbeschäftigungen zu verstehen. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: versunkene Elitesoldaten und Silbermünzen mit Geschichte.

Mann in Wikinger-Kostüm (in Edinburgh, Dezember 2004): "Körperlich sehr anspruchsvoll"Zur Großansicht
REUTERS

Mann in Wikinger-Kostüm (in Edinburgh, Dezember 2004): "Körperlich sehr anspruchsvoll"

Was machten die Wikinger in ihrer Freizeit? Darauf fand Leszek Gardela vom Snorrastofa Medieval and Cultural Centre in Island Antworten in historischen Schriften und archäologischen Hinterlassenschaften. Im Grunde genommen taten sie das, was junge Männer auch heute noch tun: Fußball oder Brettspiele zocken - und Trinkspiele veranstalten.

Viele der Spiele waren auch eine Art Training für den Kampf und daher allerdings etwas rauer als heutiger Freizeitsport. Zu den Favoriten gehörten Raufen oder Steineheben. "Die Spiele waren körperlich sehr anspruchsvoll und brutal und konnten auch schwere Verwundungen der Teilnehmer oder sogar den Tod eines von ihnen zur Folge haben", sagt Gardela der Wissenschaftsplattform ScienceNordic. Sie dienten in erster Linie dazu die Männlichkeit zur Schau zu stellen.

Als Ballspiel kannten die Wikinger knattleikr, ein Vollkontaktsport, der manchmal auch mit hölzernen Schlägern gespielt wurde. Von den Regeln ist in den Quellen nichts überliefert - nur, dass die Partien oft in wilden Schlägereien endeten.

Die Brettspiele, darunter auch Schach, wurden dagegen oft mit sehr wertvollen verzierten Figuren gespielt. Sie waren vor allem bei der Elite beliebt. In den Partien ging es darum, Schlauheit zu zeigen. Allerdings gehörten auch Trinkspiele zum Zeitvertreib der Wikinger. Und anders als bei den Demonstrationen körperlicher Überlegenheit durften bei ihnen auch die Frauen mitmischen.

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Warum wird eigentlich immernoch dieses falsche Bild der Wikinger mit Hörner- oder Flügelhelmen und den zweischneidigen Äxten verbreitet... verkauft sich wohl besser.
Warum wird eigentlich immernoch dieses falsche Bild der Wikinger mit Hörner- oder Flügelhelmen und den zweischneidigen Äxten verbreitet... verkauft sich wohl besser.
festuca 26.11.2012
Ein bisschen Recherche bitte, bevor man so etwas als Wissenschaftsredakteur behauptet. Die Schätze aus dem eroberten Inkareich wurden nicht durch den Regenwald geschleppt, sondern entlang der Pazifik-Küste nach Panama [...]
Zitat von sysop...Obwohl die bolivianischen Minen sehr viel ertragreicher waren als die mexikanischen, war es komplizierter, das Silber von dort nach Europa zu schaffen. Es musste erst quer durch Brasilien transportiert werden, bevor es über den Atlantik geschifft werden konnte...
Ein bisschen Recherche bitte, bevor man so etwas als Wissenschaftsredakteur behauptet. Die Schätze aus dem eroberten Inkareich wurden nicht durch den Regenwald geschleppt, sondern entlang der Pazifik-Küste nach Panama verschifft, dort auf Mulis verladen und auf der Atlantikseite wieder auf Schiffe gebracht. Das wussten auch die englischen Freibeuter, die Portobelo und Panama wiederholt angriffen. Camino Real de Castilla de Oro (http://de.wikipedia.org/wiki/Camino_Real_de_Castilla_de_Oro)
brickster 26.11.2012
Ich hätte mir Neues aus der Archäologie auch gern aus Regionen gewünscht, die ausnahmsweise mal nicht mit Großbritannien verbandelt sind. Diese Rubrik ist geografisch auf Dauer ausgesprochen einseitig. Vielleicht sollte die [...]
Ich hätte mir Neues aus der Archäologie auch gern aus Regionen gewünscht, die ausnahmsweise mal nicht mit Großbritannien verbandelt sind. Diese Rubrik ist geografisch auf Dauer ausgesprochen einseitig. Vielleicht sollte die Redaktion ihre Quellensuche ein wenig ausdehnen. Wäre wünschenswert.
bewarzer-fan 26.11.2012
... der archäologische Wochenrückblick hat mir am Sonntag schon etwas gefehlt. Allen Unkenrufen zum Trotz: immer lesenswert! Bei Interesse beliest man sich halt weiter gehend in der entsprechenden Fachpresse. Weiter so!
... der archäologische Wochenrückblick hat mir am Sonntag schon etwas gefehlt. Allen Unkenrufen zum Trotz: immer lesenswert! Bei Interesse beliest man sich halt weiter gehend in der entsprechenden Fachpresse. Weiter so!
FrankK 26.11.2012
Oder die Engländer holten sich das Silber direkt auf See: Weltumsegelung des Francis Drake (http://de.wikipedia.org/wiki/Weltumsegelung_des_Francis_Drake#Die_Kaperung_der_Cacafuego) Mehr als 25 Tonnen Silber hinterlassen [...]
Zitat von festucaEin bisschen Recherche bitte, bevor man so etwas als Wissenschaftsredakteur behauptet. Die Schätze aus dem eroberten Inkareich wurden nicht durch den Regenwald geschleppt, sondern entlang der Pazifik-Küste nach Panama verschifft, dort auf Mulis verladen und auf der Atlantikseite wieder auf Schiffe gebracht. Das wussten auch die englischen Freibeuter, die Portobelo und Panama wiederholt angriffen. Camino Real de Castilla de Oro (http://de.wikipedia.org/wiki/Camino_Real_de_Castilla_de_Oro)
Oder die Engländer holten sich das Silber direkt auf See: Weltumsegelung des Francis Drake (http://de.wikipedia.org/wiki/Weltumsegelung_des_Francis_Drake#Die_Kaperung_der_Cacafuego) Mehr als 25 Tonnen Silber hinterlassen sehr wahrscheinlich ihre Spuren...
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  • Montag, 26.11.2012 – 10:39 Uhr
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