Neurochirurgie Erste Operation im "Hirn von Hannover"

Operation gelungen, Patientin wohlauf - dies ist die Botschaft des ersten Eingriffs am neuen Neurowissenschaftlichen Institut (INI) in Hannover. An der Fachklinik sind die OP-Termine bereits bis Dezember ausgebucht.


Bei der ersten Operation am neuen, hochmodernen Neurowissenschaftlichen Institut (INI) in Hannover ist einer Patientin aus Nordrhein-Westfalen ein Tumor am Hörnerv vollständig entfernt worden. "Die Operation ist ausgezeichnet gelungen", sagte Madjid Samii, leitender Arzt und Direktor des INI.

Bei dem Eingriff an der Patientin, die zuvor mehrmals an anderen Kliniken vergeblich operiert worden war, kamen modernste Methoden zur Überwachung der Hirnstammfunktionen zum Einsatz. Das 140 Millionen Mark teure Zentrum für Hirnforschung und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems gilt als die am besten ausgestattete Fachklinik der Welt.

Die Operationstermine im INI sind bereits bis Dezember ausgebucht. Zwei Drittel der ersten 30 Patienten mit schweren Hirnerkrankungen stammen aus Deutschland, die anderen aus Österreich und der Schweiz, aber auch aus Israel, Ägypten und Portugal. In der Aufbauphase wird die Klinik keine Kassenpatienten behandeln. INI-Initiator Madjid Samii betont jedoch, dass die Fachklinik kein Luxus-Angebot für Reiche sein soll. Vielmehr sei das Gelingen des Projekts von allgemeinem Interesse.

Das Land Niedersachsen fördert das INI, das architektonisch einem Hirn nachgebildet ist, mit einer Bürgschaft in Höhe von 104 Millionen Mark. Zu den Gesellschaftern gehören der Siemens-Konzern, die private Klinikkette Asklepios und ein Bankenkonsortium aus Norddeutscher Landesbank und Sparkassen.



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