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Neuroforschung: Hirnaktivität verrät Risikofreude

Ins Hirn geschaut: Computerbilder verraten, ob wir uns für oder gegen ein Risiko entscheiden Zur Großansicht
Corbis

Ins Hirn geschaut: Computerbilder verraten, ob wir uns für oder gegen ein Risiko entscheiden

Rauchen, Drogen, ungeschützter Sex - alles mit einem gewissen Risiko behaftet. Ob Menschen zu derlei Verhalten neigen, konnten Forscher nun vorhersagen. Dafür reichten die Signale weniger Gehirnareale.

Der Kopf ist schuld. Oder zumindest Teile davon. Wie wir Entscheidungen treffen, lässt sich anhand unserer Hirnaktivität vorhersagen. Wissenschaftler der University of Texas in Austin stellten fest, dass ganz bestimmte Areale aktiver sind, wenn wir uns für die sichere Handlung entscheiden statt für das Risiko. Und dass Fehler in diesem Kontrollzentrum gerne zu unüberlegtem Handeln führen. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher in einer Studie, die sie jetzt im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS") veröffentlichten.

In zahlreichen Studien haben Wissenschaftler bereits das Zusammenspiel von Hirnregionen und Entscheidungsprozessen untersucht. Ob sich allerdings aus der Aktivität einzelner Hirnareale auch vorhersagen lässt, wie sich ein Mensch entscheiden wird, war bisher nicht bekannt. Für ihre Untersuchung schoben die Wissenschaftler um Sarah Helfinstein daher 108 Männer und Frauen zwischen 21 und 50 Jahren in einen funktionellen Magnetresonanztomografen (fMRT). Sie zeichneten ihre Hirnaktivität während eines speziellen Tests auf, der das Risikoverhalten von Menschen misst.

Während dieses BART-Tests (Balloon Analogue Risk Task) blasen die Probanden - virtuell am Computer - mit Luftstößen aus einer Pumpe Ballons auf und müssen selbst entscheiden, wie groß sie den Ballon aufpumpen. Je größer der Ballon, umso höher die Belohnung - allerdings bekommen die Teilnehmer nichts, wenn der Ballon platzt. Bei jedem Pumpstoß haben sie somit die Wahl zwischen sicherem Lohn und dem wachsenden Risiko, leer auszugehen.

Weiterpumpen oder aufhören?

Frühere Studien zeigten, dass Menschen, die im BART-Test riskant entscheiden, auch im wirklichen Leben eher unvorsichtig sind - sie rauchen gerne, nehmen eher Drogen, haben mehr ungeschützten Sex und fahren riskanter Auto.

Während des Versuchs der US-Forscher pumpten die Probanden im Schnitt 18 Ballons auf, elfmal stoppten sie rechtzeitig vor dem Platzen. Mit Hilfe der aufgezeichneten Daten konnten die Forscher bewerten, welche Hirnregionen vor der Entscheidung zum Aufhören aktiv waren - und welche beim Entschluss zum Weiterpumpen.

Ein Algorithmus half ihnen beim Filtern. Dadurch konnten die Forscher fast 72 Prozent der Entscheidungen zwischen Ausstieg und Fortsetzung anhand des Aktivitätsmusters im Gehirn korrekt vorhersagen. An der Risikobewertung seien zwar viele Hirnreale wie Inselrinde, Striatum, Thalamus und Parietallappen beteiligt, schreiben die Forscher. Die Zahl zur Vorhersage nötiger Werte lasse sich aber stark reduzieren. Entscheidend seien die Datenmuster aus einzelnen Arealen, die typischerweise etwa Kontrolle, Arbeitsspeicher und Aufmerksamkeit beeinflussen.

khü/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Nicht das Gehirn
white eagle 04.02.2014
entscheidet, sondern der Mensch! Das heißt mit anderen Worten: seine emotionale Struktur, die sich wiederum aus den Werten resultiert, die sich der Mensch aneignete. Da aber der Mensch den Körper benutzt, und so für die Interaktionen auf der Erde eine Schaltzentrale braucht, sind natürlich diese Entscheidungen auch im Gehirn ablesbar. Doch was ist bei den Menschen, denen durch irgendeinem Grund Teile des Gehirns fehlen? - Da zeigen Studien, dass trotzdem keine Einschränkungen vorhanden sein müssen. Sie dazu den Beitrag und Video "Gehirn und Geist" (http://geheimnisdesmenschen.blogspot.de/search/label/Gehirn und Geist). Wer aus den Forschungen der letzten Jahrzehnte die richtigen Schlussfolgerungen zieht, muss feststellen, dass es inzwischen eine wissenschaftlich gesicherte Tatsache ist, dass der Geist das Primat hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Bericht über die Forschungsergebnisse Natalie Emmons und Deborah Kelemen von der Boston University, die zeigen, dass Kinder unabhängig von ihrer Kultur überzeugt sind, als emotionale Wesen bereits vor der Geburt existiert zu haben. Das passt wiederum zu den zahlreichen Erinnerungen viele Menschen in Nahtoderelbenissen und der Reinkarnation. Man muss nur die Fakten zusammenschauen, also ganzheitlich denken, dann ergibt sich ein neues Weltbild, dass das materialistische überwinden kann. Spannende Zeiten!
2. das ist nicht richtig
firehorse67 04.02.2014
Zitat von white eagleentscheidet, sondern der Mensch! Das heißt mit anderen Worten: seine emotionale Struktur, die sich wiederum aus den Werten resultiert, die sich der Mensch aneignete. Da aber der Mensch den Körper benutzt, und so für die Interaktionen auf der Erde eine Schaltzentrale braucht, sind natürlich diese Entscheidungen auch im Gehirn ablesbar. Doch was ist bei den Menschen, denen durch irgendeinem Grund Teile des Gehirns fehlen? - Da zeigen Studien, dass trotzdem keine Einschränkungen vorhanden sein müssen. Sie dazu den Beitrag und Video "Gehirn und Geist" (http://geheimnisdesmenschen.blogspot.de/search/label/Gehirn und Geist). Wer aus den Forschungen der letzten Jahrzehnte die richtigen Schlussfolgerungen zieht, muss feststellen, dass es inzwischen eine wissenschaftlich gesicherte Tatsache ist, dass der Geist das Primat hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Bericht über die Forschungsergebnisse Natalie Emmons und Deborah Kelemen von der Boston University, die zeigen, dass Kinder unabhängig von ihrer Kultur überzeugt sind, als emotionale Wesen bereits vor der Geburt existiert zu haben. Das passt wiederum zu den zahlreichen Erinnerungen viele Menschen in Nahtoderelbenissen und der Reinkarnation. Man muss nur die Fakten zusammenschauen, also ganzheitlich denken, dann ergibt sich ein neues Weltbild, dass das materialistische überwinden kann. Spannende Zeiten!
sorry aber das ist esoterisches geschwurbel. fakt ist, dass die hand sich bewegt BEVOR einem das bewusst ist. was den rückschluss zulässt, dass unser gehirn selbständig entscheidet ohne unser bewusstsein mit einzubeziehen. danach denken wir wir hätten die entscheidung getroffen, was aber nicht wahr ist. und das kann man sichtbar machen. nahtoderfahrungen sind der größte mumpitz, weil ein überlebender eben nicht tot ist, und weil die nahtoderfahrungen immer mit der religionsheimat der person zu tun hat, zumindest das was er sieht. außerdem gibt es forschungen die belegen, dass das hirn kurz vorm tode besonders aktiv ist, woraus sich schließen lässt, dass die wahrnehmung von ihm selbst ausgeht.
3.
reuanmuc 04.02.2014
Zitat von white eagleentscheidet, sondern der Mensch! Das heißt mit anderen Worten: seine emotionale Struktur, die sich wiederum aus den Werten resultiert, die sich der Mensch aneignete. Da aber der Mensch den Körper benutzt, und so für die Interaktionen auf der Erde eine Schaltzentrale braucht, sind natürlich diese Entscheidungen auch im Gehirn ablesbar. Doch was ist bei den Menschen, denen durch irgendeinem Grund Teile des Gehirns fehlen? - Da zeigen Studien, dass trotzdem keine Einschränkungen vorhanden sein müssen. Sie dazu den Beitrag und Video "Gehirn und Geist" (http://geheimnisdesmenschen.blogspot.de/search/label/Gehirn und Geist). Wer aus den Forschungen der letzten Jahrzehnte die richtigen Schlussfolgerungen zieht, muss feststellen, dass es inzwischen eine wissenschaftlich gesicherte Tatsache ist, dass der Geist das Primat hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Bericht über die Forschungsergebnisse Natalie Emmons und Deborah Kelemen von der Boston University, die zeigen, dass Kinder unabhängig von ihrer Kultur überzeugt sind, als emotionale Wesen bereits vor der Geburt existiert zu haben. Das passt wiederum zu den zahlreichen Erinnerungen viele Menschen in Nahtoderelbenissen und der Reinkarnation. Man muss nur die Fakten zusammenschauen, also ganzheitlich denken, dann ergibt sich ein neues Weltbild, dass das materialistische überwinden kann. Spannende Zeiten!
Natürlich hat der Geist das Primat. Die Frage ist nur, was der Geist genau ist, außer einem bedeutungslosen Wort. Wie funktioniert er, wo sitzt er, was liegt ihm zugrunde? Es gibt keine Information und keinen Gedanken ohne ein materielles oder energetisches Substrat. Der Geist ist immer an Materie oder Energie geknüpft. Deshalb ist jede geistige Tätigkeit mit Aktivitäten des Gehirns verbunden. Es gibt keine Hinweise, dass es anders sein könnte, außer leeren Behauptungen, Sinnestäuschungen und Einbildungen. Es gibt daher auch keine Telepathie oder Gedankenübertragung ohne Schall- oder Lichtwellen. Alles andere sind reine Phantasien und Wunschdenken.
4. Wenn ich das richtig interpretiere,
tam_venceremos 04.02.2014
dann bestätigt dies doch die Determinismus-Theorie, oder? Da sich die synapsen erst in der Kindesentwicklung koppeln und sich die Entscheidungen aus dem Gehirn heraus begründen (nicht irgendeinem Geist), zeigt dies doch, dass der Gedanke des Menschen als 'freies Wesen' völlig falsch ist.
5. @white eagle
Red Herring 04.02.2014
Zitat von white eagleentscheidet, sondern der Mensch! Das heißt mit anderen Worten: seine emotionale Struktur, die sich wiederum aus den Werten resultiert, die sich der Mensch aneignete. Da aber der Mensch den Körper benutzt, und so für die Interaktionen auf der Erde eine Schaltzentrale braucht, sind natürlich diese Entscheidungen auch im Gehirn ablesbar. Doch was ist bei den Menschen, denen durch irgendeinem Grund Teile des Gehirns fehlen? - Da zeigen Studien, dass trotzdem keine Einschränkungen vorhanden sein müssen. Sie dazu den Beitrag und Video "Gehirn und Geist" (http://geheimnisdesmenschen.blogspot.de/search/label/Gehirn und Geist). Wer aus den Forschungen der letzten Jahrzehnte die richtigen Schlussfolgerungen zieht, muss feststellen, dass es inzwischen eine wissenschaftlich gesicherte Tatsache ist, dass der Geist das Primat hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Bericht über die Forschungsergebnisse Natalie Emmons und Deborah Kelemen von der Boston University, die zeigen, dass Kinder unabhängig von ihrer Kultur überzeugt sind, als emotionale Wesen bereits vor der Geburt existiert zu haben. Das passt wiederum zu den zahlreichen Erinnerungen viele Menschen in Nahtoderelbenissen und der Reinkarnation. Man muss nur die Fakten zusammenschauen, also ganzheitlich denken, dann ergibt sich ein neues Weltbild, dass das materialistische überwinden kann. Spannende Zeiten!
Lol. Sie sind hier bei der Neuroforschung zu Gast, die gerade wieder eine weitere physiologische Grundlage menschlichen Bewusstseins entdeckt hat. Also eine weitere materialistische Erklärung für "Geist" - warum nennen Sie es nicht gleich "Seele"? Aber Sie werden schon wissen, was die "richtigen Schlussfolgerungen" und "wissenschaftlich gesicherten Tatsachen" sind, wenn Sie auf einen Spiritualistenblog verlinken. Wovon Kinder (oder sonstwer) überzeugt sind spielt für diese Frage überhaupt keine Rolle. Leute sind von allem Möglichen überzeugt, z.B. von Monstern unterm Bett, Gott, Astrologie oder einer Seele, die den Tod des Gehirns überlebt. Dass man von etwas überzeugt ist macht es üblicherweise nicht real, das funktioniert nur in der sentimentalen Spiritualistenwelt. (Übrigens ist das eine Art ontologischer Gottesbeweis: Was gedacht werden kann muss wirklich sein. Nochmal lol.) Allenfalls ist diese Überzeugung eine übliche menschliche Disposition, die deshalb aber keine Wahrheit enthalten muss. Mit dieser in einem Aufwasch sogenannte Nahtoderlebnisse und die Reinkarnation als wissenschaftlich erwiesen präsentieren zu wollen erscheint mir, äh, ehrgeizig. Popper war in seiner Kooperation mit dem Neurophysiologen Eccles ("Das Ich und sein Gehirn") tatsächlich der Ansicht, dass der Materialismus sich selbst überwindet. Aber er hat gewiss nicht geglaubt, dass dieser von *Esoterikern* überwunden wird. Ich glaube es auch nicht.
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