Niederrhein Spätrömischer Münzschatz auf Acker entdeckt

Mehr als 1200 Münzen aus dem 4. und 5. Jahrhundert: Es ist ein spannender Fund, den Schatzsucher mit Metalldetektoren entdeckt haben. Die beiden Männer wurden von den Behörden explizit gelobt.

Antike Münzen aus der Nähe von Mönchengladbach
Lothar Kornblume / LVR Landesmuseum Bonn / dpa

Antike Münzen aus der Nähe von Mönchengladbach


Auf einem Acker am Niederrhein sind Schatzsucher auf mehr als 1200 Münzen aus der späten Römerzeit gestoßen. Der Fund gibt den Archäologen Rätsel auf. Das Kupfer-Kleingeld stammt aus dem 4. und 5. Jahrhundert, wie der Landschaftsverband am Freitag mitteilte. Die ehrlichen Finder hatten die Münzen mit Metalldetektoren auf einem Acker in Mönchengladbach entdeckt. Mittlerweile wurden über 1200 antike Geldstücke geborgen.

Als das Kleingeld damals versteckt wurde, hatte es den Angaben nach einen Wert von sieben Tageslöhnen eines Arbeiters. Das war zum Ende der Römerzeit, als es schon viele Ansiedlungen von den Franken gab.

Warum das Geld aber nicht wieder abgeholt wurde, ist eine der Fragen, die sich die Wissenschaftler stellen. Nachdem zu den Römern bisher vor allem am Rhein geforscht wurde, lenke der Fund den Fokus auf das Hinterland, teilte das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege mit.

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"Man darf wohl am Ende der römischen Herrschaft hier im Rheinland dramatische Ereignisse vermuten, wenn jemand sein Geld versteckt und es nicht wieder abholt", sagte Nordrhein-Westfalens Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU). Sie lobte das Verhalten der beiden ehrlichen Finder: Die Männer seien nicht nur offiziell lizensierte Schatzsucher. "Sie hatten auch den Landwirt vor ihrer Suchaktion auf dessen Acker nach Erlaubnis gefragt."

Lizensierte Schatzsucher - gibt es das wirklich? Archäologen in zahlreichen Bundesländern arbeiten tatsächlich eng mit Freiwilligen zusammen. Diese erhalten zum Teil Kurse, in denen sie die Grundlagen der Archäologie vermittelt bekommen. So können Interessierte etwas über die Systematik einer Ausgrabung lernen - und erfahren, auf welche Landschaftsdetails sie bei der Suche nach archäologischen Hinterlassenschaften achten müssen. Am Ende erhalten sie einen Ausweis, der sie als ehrenamtliche Mitarbeiter auszeichnet.

Mit dem Angebot erhalten Archäologiebegeisterte Zugang zu Wissen, das für sie früher nur mit großer Mühe zu erlangen war. Und die oft spärlich mit Geldmitteln ausgestatteten Landesämter profitieren trotz Betreuungsaufwand mehrfach. Denn nun suchen für die Archäologen so viele Leute wie nie zuvor die Landschaft nach möglichen Funden ab - oft mit Erfolg, wie zuletzt etwa beim Fund eines Silberschatzes auf Rügen.

Im Video: Jäger der verlorenen Schätze

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chs/joe/dpa



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