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Schweden: Generalsekretär der Nobelpreisversammlung zurückgetreten

Er will den Ruf des Nobelpreises schützen: Urban Lendahl, Generalsekretär der Nobelpreisversammlung, ist wegen Ermittlungen gegen einen Kollegen zurückgetreten.

Der Generalsekretär der schwedischen Nobelpreisversammlung, Urban Lendahl, ist zurückgetreten. Die Sprecherin der Nobelversammlung der Stockholmer Karolinska-Universität bestätigte am Montag, dass Lendahl sein Amt bereits am Samstag mit sofortiger Wirkung abgegeben habe.

Das Nobelpreiskomitee erklärte auf seiner Website, Lendahl sei aus Respekt für die Integrität der Nobelpreisarbeit zurückgetreten, da er in Ermittlungen gegen den Stammzellenforscher Paolo Macchiarini einbezogen werden könnte. Macchiarini steht im Verdacht des wissenschaftlichen Betrugs, er soll gegen ethische Grundsätze verstoßen haben.

Lendahl hatte 2010 den Ruf Macchiarinis als Gastprofessor an die Universität unterstützt. Macchiarinis Arbeit galt als revolutionär: Er gehörte dem Team an, das erstmals einem Patienten ein Luftröhren-Transplantat einsetzte, das teilweise aus dessen eigenen Stammzellen stammte.

Macchiarini wurde Professor und Direktor im Fachbereich regenerative Medizin. Nach einer Dokumentation über seine Operationsmethoden im schwedischen Fernsehen wurden in der vergangenen Woche Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.

Der Bericht hatte Vorwürfe gegen die Methoden Macchiarinis aufkommen lassen, die nach Angaben der Universität "wirklich alarmierend" seien. Ein Artikel im US-Magazin "Vanity Fair" ließ zudem den Eindruck entstehen, er habe in seinem Lebenslauf falsche Angaben gemacht.

sun/AP

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Wer hat das Zeug zum Nobelpreisträger? Einmal im Jahr ist es so weit: Das Nobel-Komitee verleiht seine Preise. Lassen wir die ganze Forschung mal beiseite - das SPIEGEL-ONLINE-Quiz macht fit für den Rest: Anreise, Small-Talk und die noble Zeremonie!

Ehrung mit Weltrang - die Nobelpreise
Der Stifter
Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.
Die Auszeichnungen
Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150.800 Kronen auf zehn Millionen Kronen (eine Million Euro), wurde 2012 aber wegen der Wirtschaftskrise wieder auf acht Millionen Kronen gesenkt. Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen. Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel.
Die Kategorien
Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt. Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo.
Die Alternativen
Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet. Seit 1980 vergibt die "Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung" (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als alternative Nobelpreise bezeichnet werden.


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