Norwegen Abenteurer Thor Heyerdahl tot

Der norwegische Abenteurer und Völkerkundler Thor Heyerdahl ist tot. Er starb am Donnerstagabend im Alter von 87 Jahren in seinem Haus bei Alassio in Italien. Heyerdahl litt an einem Hirntumor.


Hamburg - Heyerdahl war einer der großen Entdecker des 20. Jahrhunderts. Seine großen Forschungsreisen, etwa mit dem Balsa-Boot "Kon-Tiki", machten ihn weltberühmt. 1947 fuhr er mit dem selbst gebauten Floß über den Pazifik von Peru nach Tahiti.

Er wollte damit seine Theorie untermauern, dass die Südseeinseln von Südamerikanern und nicht von Asiaten besiedelt worden seien. Seine Thesen, die er bis zuletzt zu untermauern versuchte, wurden von Fachwissenschaftlern überwiegend zurückgewiesen.

Aufsehen erregende Fahrten machte Heyerdahl auf den Papyrusbooten "Ra" (1969) und "Ra II" (1970). Die Reisen führten ihn von Marokko aus über den Atlantik. 1977 fuhr Heyerdahl auf dem Schilfboot "Tigris" vom Irak zum Roten Meer. Bei den Wissenschaftlern ohne große Anerkennung, gelang es Heyerdahl, seine Aktionen wirkungsvoll zu vermarkten. Seine populärwissenschaftlichen Bücher und Filme wurden zu Verkaufsknüllern.

In den achtziger Jahren wandte sich Heyerdahl der Erforschung indianischer Hochkulturen in Südamerika und auf vorgelagerten Inseln zu, um Verbindungen zu anderen Frühkulturen der Menschheit wie in Ägypten nachzuweisen.

Heyerdahl hatte vor wenigen Tagen eine weitere ärztliche Behandlung sowie Essen und Trinken verweigert. Als er starb waren drei seiner Kinder und seine Frau Jaqueline bei ihm. Jaqueline Beer, frühere "Miss France" hat der fünffache Vater nach seinem 75. Geburtstag geheiratet. Sie war seine dritte Frau.



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