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Universelle Mimiken: Da waren es nur noch vier

Freud und Leid, Angst und Überraschung - intensive Gefühle verrät der Gesichtsausdruck. Doch die Variation der universellen Mimiken ist geringer als bisher gedacht.

Gesichts-Choreografie: Was Grimassen verraten Fotos
DPA

Ein Blick ins Gesicht zeigt den inneren Gemütszustand. Freude, Überraschung, Trauer, Ekel, Angst und Ärger - diese sechs universellen Mimiken identifizierten in den 1970er Jahren zwei Psychologen namens Ekman und Friesen in groß angelegten Feldstudien. Ob diese intensiven Gefühle, die sich im Gesichtsausdruck spiegeln, tatsächlich unabhängig von Herkunftsland oder Kultur verstanden werden, ist mittlerweile umstritten.

Doch nun torpedieren Forscher auch die Zahl der universellen Gesichtsausdrücke. In einer aktuellen Studie im Fachmagazin "Current Biology" postulieren Wissenschaftler der Universität Glasgow: es gäbe nur vier Mimiken, nicht sechs.

Dafür machten Rachael Jack und ihre Kollegen mit einer Kamera dreidimensionale Aufnahmen von den Gesichtern von Probanden. Die Forscher hatten die Versuchsteilnehmer vorher trainiert. Sie konnten alle 42 Gesichtsmuskeln unabhängig voneinander bewegen. Mit Hilfe vieler einzelner Aufnahmen erstellten die Wissenschaftler am Computer bestimmte und zufällige Gesichtsausdrücke. Diese führten sie wiederum Testpersonen vor.

Nix wie weg!

Das Ergebnis: Am Anfang lassen sich bestimmte Gefühle nicht unterscheiden. Eine gekräuselte Nase ist Ausdruck für Ärger, gleichzeitig aber auch für Ekel. Erst später differenziert sich der Gesichtsausdruck eindeutig. Auch Überraschung und Angst teilen sich eine gemeinsame Mimik: weit aufgerissene Augen.

Der Sinn solcher klaren, schnell verständlichen Signale ist einfach: In der Evolution war es von jeher besonders wichtig, etwa bei Gefahr schnell zu reagieren - mit Flucht. Ob uns die gefährliche Situation nun überrascht oder verängstigt, ist zunächst egal. Zum Überleben galt die Devise: Lieber einmal zu viel weglaufen, als einmal zu wenig.

Die Ergebnisse stünden im Einklang mit der Evolutionstheorie, schreiben die Forscher. Die Signale seien durch biologischen und sozialen Druck mit dem einzigen Ziel entstanden, ihre Funktion zu optimieren.

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khü

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1. Spitze den Mimik Bericht
redbayer 05.02.2014
mit einer Fotostrecke von Mutti Merkel zu kombinieren. Jetzt braucht man nur noch genau schauen welcher Nasenrümpfer bei Merkel gerade kommt, wenn sie zu NSA schweigt oder in geheimer Freihandelsabkommen Verhandlung (das Volk darf nichts wissen) lacht. Da noch gleich ein Tipp für die NSA (die hoffentlich hier mitschneidet), die bisherigen Überwachungsmethoden mit Metadaten und Sprachinhalten dürften offensichtlich nicht genügen um die wahre Meinung von Frau Merkel zu ergründen. Da muss einfach noch Mimik und Gestik dazu, um das wahre Bild zu erreichen. P.S. weitere Tips für NSA folgen u.a. Geruch
2. Ja und WELCHE vier sind es nun??
wanderer777 06.02.2014
Das bleibt der Artikel leider schuldig.
3. Diese vier:
lexik 06.02.2014
Zitat von wanderer777Das bleibt der Artikel leider schuldig.
Steht doch da. 1) Freude 2) Arger/Ekel (ein Ausdruck für beide) 3) Überraschung/Angst (Ebenso einer) 4) Leid
4. Freude, Überraschung, Trauer, Ekel, Angst und Ärger
albert schulz 06.02.2014
Zitat von sysopDPAFreud und Leid, Angst und Überraschung - intensive Gefühle verrät der Gesichtsausdruck. Doch die Variation der universellen Mimiken ist geringer als bisher gedacht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nur-vier-mimiken-spiegeln-unseren-gemuetszustand-wider-a-950986.html
Bißchen schwach, wie immer in der „Wissenschaft“. Vielleicht gehen die Freunde mal ins Theater oder unterhalten sich mit einer charmanten Frau und nicht ihrer eigenen etwas drögen Alten. Ekel und Ärger kann man noch sehr gut bei Kindergesichtern beobachten. Verliebten Männern sieht man übrigens auch an, daß sie voll daneben sind. Und das ist kein Ärger, sondern ähnelt einem total verblödeten Glotzen und Grienen. Frauen sind übrigens Meister im Interpretieren von Mimik und Körpersprache, Männer erwiesenermaßen blind im dieser Kunst. Interessant ist lediglich die Antwort auf die Frage, wo SPON diese banalen Banausen herbekommt. Oder ist Corbis auf das Auffinden abstruser Untersuchungen abgerichtet und liefert diese umsonst mit ? Schon mal Grimassen vor einem "Spiegel" gemacht ? Oder mal ein sprechendes Gesicht kennengelernt ? Grauenvoll.
5.
lexik 12.02.2014
Zitat von albert schulzBißchen schwach, wie immer in der „Wissenschaft“. Vielleicht gehen die Freunde mal ins Theater oder unterhalten sich mit einer charmanten Frau und nicht ihrer eigenen etwas drögen Alten. Ekel und Ärger kann man noch sehr gut bei Kindergesichtern beobachten. Verliebten Männern sieht man übrigens auch an, daß sie voll daneben sind. Und das ist kein Ärger, sondern ähnelt einem total verblödeten Glotzen und Grienen. Frauen sind übrigens Meister im Interpretieren von Mimik und Körpersprache, Männer erwiesenermaßen blind im dieser Kunst. Interessant ist lediglich die Antwort auf die Frage, wo SPON diese banalen Banausen herbekommt. Oder ist Corbis auf das Auffinden abstruser Untersuchungen abgerichtet und liefert diese umsonst mit ? Schon mal Grimassen vor einem "Spiegel" gemacht ? Oder mal ein sprechendes Gesicht kennengelernt ? Grauenvoll.
Keine Bange. Sie interpretieren nur viel. Aber nicht richtiger als Männer. Als introvertierte Frau beobachte ich mehr was andere über mich interpretieren und interpretiere weniger andere. Ich kann Sie also damit beruhigen, dass die meisten interpretationen einfach falsch sind. Am häufigsten führt das Betrachten eines vollkommen entspannten Gesichts (Mundwinkel folgen ein wenig der Schwerkraft) zu der Frage "Was ist los? Du guckst so traurig?"
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