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Online-Partnerbörsen Psychologen halten Dating-Seiten für untauglich

Online-Dating: Der perfekte Partner aus dem Netz?
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Corbis

Die Suche nach dem Traumpartner im Internet ist ein Millionengeschäft. US-Psychologen haben Dating-Seiten jetzt wissenschaftlich untersucht und kommen zu einem vernichtenden Urteil: Die Versprechen der Anbieter sind kaum haltbar.

Wenn es um Liebe geht, glauben viele Menschen an göttliche Fügung. Der Mann oder die Frau fürs Leben wird einem schon irgendwann über den Weg laufen - und wenn das passiert, dann wird man das gewiss merken. Doch nicht immer taucht der Traumpartner einfach so aus dem Nichts auf - Online-Partnerbörsen versprechen da Abhilfe. Sie betreiben die Suche nach dem Märchenprinzen ganz ähnlich wie ein Immobilienmakler die Fahndung nach der Traumwohnung. Man benötigt nur genügend Eckdaten (Interessen, Vorlieben, Wünsche an den potentiellen Partner) - und bringt die Suchenden dann per Matching-Algorithmus zusammen.

Anbieter wie Parship.de oder Match.com berufen sich dabei ausdrücklich auf wissenschaftlich fundierte Partnervorschläge. "Als Paarforscher wissen wir, wie glückliche Partnerschaften entstehen", schreibt beispielsweise Parship auf seiner Web-Seite und verspricht eine Partnerschaft, die auch längerfristig "inspirierend und lebendig bleibt".

Doch nun stellen zwei amerikanische Psychologen die Matching-Algorithmen der Dating-Seiten in Frage. Diese könnten kaum den Erfolg eine Beziehung vorhersagen, schreiben Eli Finkel von der Northwestern University und seine Kollegen in einer vorab veröffentlichten Studie im Fachblatt "Psychological Science in the Public Interest".

Es gibt Dutzende Dating-Seiten in Deutschland. Viele große Web-Seiten, auch SPIEGEL ONLINE, haben eine oder mehrere Börsen als Partner. Bei praktisch allen Anbietern müssen Singles zunächst einen umfangreichen Fragenkatalog abarbeiten. Aus den Antworten ermitteln die Betreiber dann ein Persönlichkeitsprofil, das Basis der Vermittlung ist. Der Anbieter eDarling.de nutzt dabei Big Five, ein aus fünf Komponenten bestehendes Persönlichkeitsmodell. Die meisten Dating-Seiten bringen bei vielen dieser Kriterien und Unterkriterien nur Personen zusammen, die einander ähneln. Bei einzelnen Merkmalen gilt jedoch auch "Gegensätze ziehen sich an" - hier sollen Unterschiede für eine Beziehung förderlich sein.

Durchsuchen von Profilen wenig hilfreich

Nach Meinung von Wissenschaftler Finkel kann eine mathematische Formel jedoch kaum zwei Singles zu einer langfristigen Liebesbeziehung zusammenbringen. Der Psychologe bestreitet nicht, dass es Methoden gibt, den dauerhaften Erfolg von Beziehungen vorherzusagen. Das Hauptproblem der Anbieter sei jedoch, dass sie nicht über die dafür nötigen Informationen verfügten. Beispielsweise hätten Studien gezeigt, dass in erster Linie die Art, wie zwei Menschen miteinander diskutieren und Meinungsverschiedenheiten lösen, entscheidend sei, wenn man die Zufriedenheit einer Beziehung prognostizieren will.

Die Forscher halten vor allem das Durchsuchen von Datensätzen am Computer für untauglich, um den passenden Partner zu finden. Die meisten Dating-Seiten würden Singles mit einer großen Anzahl von passenden Profilen regelrecht überschütten, schreiben sie in ihrer Arbeit. "Es ist schwer, aus den Profilen viel über die potentiellen Partner zu erfahren." Die Datensätze erlaubten kaum Rückschlüsse darauf, welche Partner tatsächlich vielversprechend seien. Beim Durchblättern der Profile würden Interessenten oft Merkmale überbewerten, die für den Erfolg einer Partnerschaft jedoch irrelevant seien.

Einer der Hauptkritikpunkte von Finkel und seinen Kollegen ist der fehlende Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Beim Ausfüllen von Fragebögen oder in E-Mails werde zu oft beschönigt oder geschummelt - beim direkten Kontakt zweier Menschen und selbst bei Telefonaten geschehe dies seltener.

"Algorithmus-basierte Dating-Seiten könnten erfolgreicher sein, wenn sie sich die Erkenntnisse der Beziehungsforschung zu eigen machen", erklärte Finkel in einer E-Mail an SPIEGEL ONLINE. Der Psychologe von der Northwestern University in Evanston schlägt beispielsweise Speed-Dating via Webcam vor. Das Feedback der Teilnehmer müsste dann in die Matching-Vorschläge einfließen. "Das würde ganz sicher die Fähigkeit der Algorithmen verbessern, jene Paare zu finden, die am besten zusammenpassen."

Erfolg des Matchings unklar

Von den verwendeten Matching-Algorithmen halten die Forscher wenig. Zum einen würden diese von den Anbietern als Geschäftsgeheimnis betrachtet und nicht publik gemacht. Die freilich trotzdem bekannten allgemeinen Prinzipien dahinter seien nicht geeignet, um die Dauerhaftigkeit einer Beziehung vorherzusagen. Die dazu publizierten Forschungsergebnisse seien widersprüchlich. "Es bleibt unklar, ob der Grad der Ähnlichkeit bei einem Paar etwas damit zu tun hat, wie erfolgreich eine Beziehung im Laufe der Zeit ist", sagt Finkel.

Der deutsche Anbieter Parship räumt ein, dass der Erfolg einer Beziehung im starken Maße auch von verschiedenen äußeren Einflüssen wie Jobverlust abhängig und damit schwer vorhersagbar ist. "Generell ist Partnerschaftserfolg schwierig zu messen", sagte Sprecherin Doreen Schlicht SPIEGEL ONLINE. "Hier besteht Forschungsbedarf."

Den Vorwurf, unwissenschaftlich zu arbeiten, weist die Parship-Sprecherin jedoch zurück: Das Unternehmen nutze verhaltenstheoretisch orientierte Ansätze, aber auch gestalttheoretische und psychoanalytische Theorien über Persönlichkeitseigenschaften. Parship habe im letzten Jahr erstmalig Paare befragt und die Ergebnisse dieser Befragung auf Tagungen vorgestellt, sagte Schlicht. "Da wir keine universitäre Einrichtung sind, sind für uns wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften nicht verpflichtend."

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insgesamt 38 Beiträge
btor 15.02.2012
Wow, ganz neue Erkenntnisse^^ So lange Betreiber von Singlebörsen (tolles Wort) monetäres Interesse haben, werden sich dort auch keine Paare fürs Leben finden. Kein Betreiber hat auch nur im geringsten eine Interesse daran, [...]
Zitat von sysopDie Suche nach dem Traumpartner im Internet ist ein Millionengeschäft. US-Psychologen haben Dating-Seiten jetzt wissenschaftlich untersucht und kommen zu einem vernichtenden Urteil: Die Versprechen der Anbieter sind kaum haltbar. Online-Partnerbörsen: Psychologen*halten Dating-Seiten für untauglich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,815192,00.html)
Wow, ganz neue Erkenntnisse^^ So lange Betreiber von Singlebörsen (tolles Wort) monetäres Interesse haben, werden sich dort auch keine Paare fürs Leben finden. Kein Betreiber hat auch nur im geringsten eine Interesse daran, dass 2 Menschen über ihre Seite zueinander finden und sich dann folgerichtig abmelden! Wer weg ist bringt keinen Traffic und zahlt keine Gebühren...das geht gar nicht! ;)
wg2310 15.02.2012
Man darf nicht zu viel erwarten - jedes System ist eben nur so gut wie die Daten, die darin gepflegt sind... Dating Seiten sind was sie sind: Eine oberflächliche Plattform zum ersten Kennenlernen. Was den Gehalt der Inhalte [...]
Zitat von sysopDie Suche nach dem Traumpartner im Internet ist ein Millionengeschäft. US-Psychologen haben Dating-Seiten jetzt wissenschaftlich untersucht und kommen zu einem vernichtenden Urteil: Die Versprechen der Anbieter sind kaum haltbar. Online-Partnerbörsen: Psychologen*halten Dating-Seiten für untauglich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,815192,00.html)
Man darf nicht zu viel erwarten - jedes System ist eben nur so gut wie die Daten, die darin gepflegt sind... Dating Seiten sind was sie sind: Eine oberflächliche Plattform zum ersten Kennenlernen. Was den Gehalt der Inhalte betrifft: Da kann man höchstens an die Seriosität der Darsteller appelieren. Eine SW mit Auswahlalgorithmen macht da keinen Frühling... Ob Schein = Sein entspricht, lässt sich eh erst beim realen Treffen eruieren.
mmueller60 15.02.2012
Der Irrtum des Artikelschreibers liegt darin, den Sinn der Dating-Seiten in diesem komischen Matching auf Grundlage von Punkten u.ä. zu suchen. Das ist falsch. Genutzt werden die Datinganbieter faktisch so wie früher die [...]
Der Irrtum des Artikelschreibers liegt darin, den Sinn der Dating-Seiten in diesem komischen Matching auf Grundlage von Punkten u.ä. zu suchen. Das ist falsch. Genutzt werden die Datinganbieter faktisch so wie früher die Kleinanzeigen, nur bequemer und mit einem viel größeren Angebot. Man kann in wenigen Minuten Hunderte von Treffern innerhalb der näheren Umgebung sehen, sich die Profile, Antworten auf "lustige" Fragen etc. anschauen. So kann man sich ein Bild von der Person machen und ggf chatten, telefonieren oder ein Treffen ausmachen. Ob die paar hundert (oder noch mehr) Treffer durch so eine blöde Punktezahl gewichtet sind, ist den Nutzern ziemlich egal, solche Datenmengen sind das nun auch nicht, daß man die nicht durchblättern könnte... selbst bei Elitepartner (teuer und sinnlos) hat man nach ein paar Bildschirmseiten schon Treffer mit "nur" 60 Matchingpunkten in der Anzeige statt den 95 Matchingpunkten, die vielleicht ganz vorne stehen... Klar, die Anbieter fördern diese Betrachtungsweise, denn wie sonst sollten sie sich absetzen von der Konkurrenz? Da muß man im Marketing schon auf die "cleveren Algorithmen" abheben.
wieauchimmer... 15.02.2012
...lässt sich aber aus den Sachverhalten des Artikels so nicht herleiten ! Allein die Partnervorschlags - Algorithmen sind fragwürdig, die Datig-Seiten an sich können jedoch trotzdem zum Erfolg führen. Entweder der [...]
Zitat von sysopOnline-Partnerbörsen: Psychologen halten Dating-Seiten für untauglichOnline-Partnerbörsen: Psychologen*halten Dating-Seiten für untauglich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,815192,00.html)
...lässt sich aber aus den Sachverhalten des Artikels so nicht herleiten ! Allein die Partnervorschlags - Algorithmen sind fragwürdig, die Datig-Seiten an sich können jedoch trotzdem zum Erfolg führen. Entweder der Autor verzerrt bewusst die Tatsachen für eine knallige Überschrift oder ihm fehlt es am Intellekt zu erkennen, daß er sich die Tatsachenbehauptung der Überschrift schlicht aus den Fingern saugt. Beides wäre bedauerlich.
air plane 15.02.2012
Matching-Algorithmen werden m. E. nach überbewertet. Der Mensch ist komplizierter - oder einfacher - gestrickt, je nach Betrachtungsweise. Im Prinzip pass doch fast jeder Mann mit fast jeder Frau zusammen bzw. ist das [...]
Zitat von sysopDie Suche nach dem Traumpartner im Internet ist ein Millionengeschäft. US-Psychologen haben Dating-Seiten jetzt wissenschaftlich untersucht und kommen zu einem vernichtenden Urteil: Die Versprechen der Anbieter sind kaum haltbar. Online-Partnerbörsen: Psychologen*halten Dating-Seiten für untauglich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,815192,00.html)
Matching-Algorithmen werden m. E. nach überbewertet. Der Mensch ist komplizierter - oder einfacher - gestrickt, je nach Betrachtungsweise. Im Prinzip pass doch fast jeder Mann mit fast jeder Frau zusammen bzw. ist das "Zusammenpassen-müssen" ein Mythos. Zusammensein ist ein Prozess. Sonst wäre es ja unwahrscheinlich, dass sich zwei in derselben Stadt finden; wenn das Zusammenpassen nur nach präzisen "Matching-Algorithmen" funktionieren würde, fände z. B. eine Hamburgerin ihr exaktes Pendant (auf dem Papier) kaum in Hamburg, sondern in München oder China; will sagen die räumliche Nähe, die Situation, der Prozess des Kennenlernens etc. bleiben bei diesen Systemen ebenso außen vor wie soziologische und psychologische Aspekte des Zusammenfindens (z. B. Gruppenfunktionen, "social Proof", etc.).
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