Open Access: Nobelpreisträger fordern freien Zugang zu Forschungsergebnissen

25 Nobelpreisträger haben sich in einem offenen Brief an den US-Kongress gewandt. Sie fordern, dass Forschungsergebnisse, die mit Fördergeldern des US-Bundesgesundheitsamtes erzielt wurden, öffentlich zugänglich gemacht werden.

Nobelpreisträger James Watson: Setzt sich für den freien Zugang zu Informationen ein
REUTERS

Nobelpreisträger James Watson: Setzt sich für den freien Zugang zu Informationen ein

"Wissenschaft ist das Maß für den Fortschritt der Menschheit", heißt es in dem Schreiben. "Als Wissenschaftler und auch als Steuerzahler wenden wir uns gegen Barrieren, die die Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die mit Steuermitteln gefördert wurden, behindern, verzögern oder blockieren".

Die Preisträger unterstützen mit ihrem Brief einen Vorschlag des Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses. Der hatte sich dafür ausgesprochen die Forschungsförderung durch das Bundesgesundheitsamt an die Verpflichtung zu koppeln, die Veröffentlichungen der Allgemeinheit über die digitale Bibliothek PubMed Central frei zugänglich zu machen.

Die hohen Abonnementpreise wissenschaftlicher Zeitschriften - im Durchschnitt 1400 US-Dollar in der Biologie, das Doppelte in der Chemie - verhindern immer mehr, dass Ärzte und medizinisches Personal, Studenten, Forscher, selbst akademische Einrichtungen und Firmen sich über die neuesten, begutachteten Forschungsergebnisse informieren können, so die Argumentation der Unterzeichner. Bürgern, die bereits die Forschung mit Steuergeldern finanziert haben, würde zum Beispiel der Zugang zu neuesten Erkenntnissen in der Behandlung von Krankheiten verwehrt.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem James Watson, der Mitentdecker der Struktur der DNS, und die aktuellen Chemie-Nobelpreisträger Peter Agre und Roderick McKinnon.

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